IOTA: Dezentralisierung auch für 2022 immer fraglicher

Seit mindestens fünf Jahren wird bei IOTA an der Umstellung von einem zentralen auf ein dezentrales Netzwerk gearbeitet. Doch Hinweise zeigen: Auch 2022 ist damit kaum zu rechnen.

Die Schwierigkeiten bei IOTA, durch das Projekt Coordicide den Abschied vom zentralen Koordinator im Tanglenet zu erreichen, sind allgemein bekannt. Das letzte öffentlich bekannte Zieldatum 2021 für ein dezentrales IOTA wurde bereits in diesem Sommer verworfen. Aber selbst 2022 ist wohl für Coordicide bei IOTA wohl nicht mehr realistisch – wenn man aufmerksam analysiert, was Dominik Schiener als Chef der IOTA Stiftung zuletzt zu einem dezentralen IOTA 2.0 verlauten ließ.

Denn Schiener räumt mittlerweile ein, dass ein neues Testnet für IOTA 2.0 nicht mehr in 2021 erscheinen wird. Daraus ergibt sich: Selbst wenn zeitlich optimistisch gerechnet wird, wäre ein öffentliches Testnet für IOTA Coordicide mit Anreizen für Fehlersuche frühestens in der 2. Jahreshälfte 2022 realistisch. Bis in diese Phase hat es das bestehende DevNet für IOTA 2.0 nie geschafft. Addiert man nun noch die üblichen Perioden für weitere Tests und Vorbereitungen bei einem so großen Upgrade wie Coordicide, wie vor einem Launch im Mainnet notwendig, wäre 2023 für IOTA 2.0 vielleicht in Sicht – falls nicht erneut grundsätzliche Probleme in der Entwicklungsarbeit auftreten. Die IOTA Stiftung hatte im Mai 2021 bekannt gegeben, generell keine Zeitpläne mehr zu veröffentlichen.

Zentralisiertes IOTA 1.5 als Endstufe über Jahre?

Eingefleischte IOTA Fans verweisen gerne auf Erfolgsmeldungen wie die mögliche Integration in das groß angelegte EU-Projekt EBSI, um positive Ausblicke zu begründen. Tatsächlich ist es vorstellbar, dass bei solch politisch gewollten Initiativen Dezentralität gar nicht gewünscht und eine zentrale Instanz Blockchain-ähnliche Netzwerke kontrollierbar machen soll.

Aber auf der Gegenseite ist auch klar: Geldwerte Wachstumsbranchen wie DeFi und NFTs als Handelsobjekte sind für ein zentralisiertes IOTA 1.5 vorhersehbar nicht attraktiv. Die heftige Diskussion dazu, als wir die neugesteckten Entwicklungsziele bei IOTA vor einem Monat näher untersuchten, verdeutlichen die Problematik. Smart Contracts unter IOTA 1.5 mögen vielleicht für öffentliche Anwendungszwecke eine Option sein – doch bei Geld hört bekanntlich das Vertrauen auf.

Übrigens zeigen die immer lauter werdenden Nachfragen in den (halb-)offiziellen IOTA Foren etwa bei Reddit oder Twitter nach Dezentralität und klarem Zieldatum für Coordicide, dass selbst positiv gesinnte Anleger die Geduld verlieren. Seit spätestens 2018 heißt es aus der Führungsriege von IOTA immer wieder in etwa „nächstes Jahr kommt die Dezentralität ganz bestimmt“. Genauso zuverlässig wird aber dann auch nicht abgeliefert.

Fazit: IOTA als Kryptowährung – muss man diese Vorstellung korrigieren?

In den letzten Jahren hat IOTA erlebt, wie später gestartet Projekte von Polkadot (DOT) über Cardano (ADA) bis Solana (SOL) in Sachen Marktkapitalisierung vorbeigezogen sind und Anleger begeistern. Hier werden dezentrale Prinzipien befolgt und daraus ergeben sich geldwerte Anwendungsfälle. Polemisch formuliert: IOTA braucht seinen Vertrauensvorschuss stetig auf und in dem auf Zentralität geeichten System IOTA 1.5 ist es unwahrscheinlich, dass IOTA als geldwerte Kryptowährung international eine größere Rolle zu spielen vermag.


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21 Kommentare

  1. Und wieder ein so schlechter Beitrag das man nur noch Lachen kann Solana und co sind jetzt noch „besser“ aber so oft wie die Server abstürzen weil es zu viele nutzen oder Spam zeigt das sie nur halbfertigen Müll am Start haben.

    Und Hund seine Meinung ist immer noch Quelle Müll und Quelle vertrau mir Bruder.

    Durch EBSI Alvarium und weiter Punkte können nur noch Hater wie sie und Hund rumheulen ob Iota jetzt oder in 2 Jahren dezentral wird ist egal das was alles läuft und noch kommen wird ist einfach größer als ihr Kinder ne verstehen werdet.

  2. Meine Güte Dazu gab es doch schon etliche Beiträge in den sozialen Medien und auch öffentlichen Dialog auf Twitter mit Hans Moog direkt um es richtig einzuordnen. Es ist und bleibt wie bei so vielen Kryptos: Chancen auf hohe Erträge zahlt man mit einem Risiko. Mit dem Unterschied, dass IOTA meiner persönlichen Ansicht nach eine so unglaublich (Achtung: Buzzword) disruptive Technologie entwickelt, dass sie die Welt der Kryptowährungen, genauso wie die Welt des IoT auf den Kopf stellen wird. Für die Entwicklung SOLCHER Technologien kommt es nicht auf 3 oder 5 Jahre zusätzliche Entwicklung an, sondern darauf dass es läuft, wenn es soweit ist. Und diesbezüglich haben die Entwickler aus der Vergangenheit gelernt. Von daher ist für mich alles tutti und ich schaue weiter entspannt in die Zukunft.

  3. Herr Lange; … im zweiten Absatz bemerken Sie „ wenn man aufmerksam recherchiert…“. Ich kommentiere das mal sehr direkt – Sie scheinen nichts recherchiert zu haben. Der inzwischen angegraute Bericht der Verzögerung wird ohne neuen Anlass umgedichtet und mit allerlei Gesülze garniert. Mit Fug und Recht muss man über sowas einfach nur entsetz sein.
    Sie laufen Gefahr, sich ggf irgendwann ernsthaft erklären zu müssen. Ich bleibe ihren Publikationen fortan fern; es lohnt die Zeit nicht, sich solch ein Zeug reinzuziehen.

  4. Es gibt keinen kritischen Artikel zu IOTA ohne aggressive Kommentare. 🙂

    Wenn man so viele Jahre benötigt um ein – nicht wirklich so komplexes – Netzwerk dezentral zu bekommen und in allen Blogs stets sehr vage dazu bleibt, wie das letztendlich funktionieren soll, ist eben irgendwann der Punkt erreicht, wo man das Projekt einfach ignorieren sollte und sich auf sinnvollere DLTs konzentrieren sollte.

    • Es ist ja niemand gezwungen in diesen Coin zu investieren. Wer vor 3 Jahren ein Investment in ein risikoreiches Produkt gesteckt hat und jetzt schon keine Nerven mehr hat, wird es damit sicher generell schwer haben. Und wenn es so unkomplex ist ein Netzwerk mit den Attributen von IOTA dezentral aufzubauen: Sie sind herzlich eingeladen. Ich bin ihr erster Investor 🙂

    • Beeindruckend, wie Hund einen Tweet von Hans (der sich auf Aussagen die mittlerweile 4 Jahre zurückliegen) bezieht und aus dem Kontext reißt und auf heute überträgt und dann noch unreflektiert als Quelle zu verwenden.

      • Wie schlecht kann eine Berichterstattung sein? Einfach peinlich… ich stelle mir so oft die Frage warum es so viele hater in dieser Branche gibt? Anstatt sich über die Fortschritte zu freuen und darüber zu berichten, werden in einer Tour Projekte die wirkliche use cases haben zerpflückt und negativ dargestellt. Auch dir sollte klar sein das nicht an der dezentralisierung gearbeitet wird, denn es gibt schon eine dezentrale Lösung im testnet ohne Koordinator. Bei iota geht ew vielmehr darum das beste Produkt auf den Markt zu bringen und wie vieles im Leben braucht es einfach Zeit. Das die 2022 nicht mal fertig werden sind einfach leere Behauptungen, einfach von vorne bis hinten ein peinlicher Artikel. Nutze deine Zeit besser, mehr kann man dazu leider nicht sagen. Traurig

  5. Ich bin wieder da. Es ist eintolle Satire Site und der Unterhaltungswert (nicht Informationswert) ist voll gegeben.

    Fakt: Gerade bei Solana mit einer extrem leistungsfähigen Technologie sehen wir die Fragilität eines Protokolls.
    Beim ersten grossen Einsatz zusammengebrochen? Böse Hacker? Wann ist das bei Bitcoin das letztemal passiert?
    Oder besser gesagt, wann hat TCP/IP das letztemal gecrasht?

    Das IOTA Protokoll ist in mehreren, den wichtigsten Punkten einzigartig. In IOTA 1.5 und testen die grössten Unternehen der Welt (inkl. EU) Anwendungen.

    Es ist fertig, wenn es fertig ist.

    Dann kommt der Netzwerkeffekt: Bitcoin als Value, Ethereum als Defi, IOTA als IOT

      • Diese Filmchen kenne ich noch vom Cargolifter. Und hochgejubelt wurde er mindestens genauso. IOTA wird m.E. hauptsächlich gefördert, weil es das einzigste deutsche Kryptoprojekt ist bzw. wieviele europäische Kryptoprojekte gibt es denn überhaupt ?

      • ..und die Zuwendung von Fördergeldern sagt mal primär gar nichts aus.
        Siehe Corona-App. 69 Millionen Euro zum Schornstein rausgeblasen.

  6. Für die unsichere Corona-Smudo-App gab es weder eine Ausschreibung noch eine Prüfkommission. Das war politischer Aktionismus um den Bürgern Tatendrang vorzuheucheln. IOTA hingegen ist von Grundauf anders zu beurteilen. Wir reden hier von einem möglichen neuen Vertrauens-Standard der Informationsweitergabe. Quasi ein neues Bluetooth mit weltweiten Verbindungsmöglichkeiten. Und das ohne Transaktions oder Anwendungs- bzw Einführungsgebühren, da alles Open-Source ist. Klar, dass sich hier die Entwicklung verzögern kann. Die später nicht zu verändernden Grundlagen müssen Fehlerfrei&Unhackbar&einfachzuverstehen sein. Die Codierung muss entschlackt werden, die Skalierung muss ohne Geschwindigkeitsverluste „unendlich“ möglich sein.

    Wir reden hier nicht von einer Kryptowährung von vielen, sondern von einer komplett neuen stromsparenden Dimension eines Kommunikationsprotokolls.

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