IOTA publiziert weitere mögliche Details zu Coordicide

Mit IOTA 2.0 aka Coordicide will IOTA die Abkehr vom zentralen Koordinator schaffen und Transaktionen im Netzwerk endlich dezentral validieren. Nun zeigt eine wissenschaftliche Veröffentlichung, wie sich IOTA den Mechanismus für Coordicide vorstellt.

In der Welt der Kryptowährungen ist gemeinhin die Blockchain die Instanz, die neutral entscheidet, ob eine Transaktion gültig geschrieben wird. IOTA hat bislang mit seinem zentralen Koordinator einen Sonderweg gewählt. Dieser hat sich zwar als Notbremse bewährt, als Mitte Februar bei der offiziellen Trinity Wallet von IOTA ein schwerwiegender Fehler Hackern ein Einstiegsfenster bot. Doch grundsätzlich will auch IOTA künftig durch Dezentralität Vertrauen schaffen und arbeitet deshalb unter dem Projektnamen Coordicide an einem dezentralen IOTA 2.0. Dabei war schon früh klar, dass die weitverbreiteten Protokolle Proof-of-Work (PoW) und Prof-of-Stake (PoS) den Anforderungen von IOTA kaum genügen. Nun zeigen IOTA-Mitgründer Serguei Popov und IOTA-Forschungsrat Dr. Bill Buchanan eine technologische Lösung für Coordicide auf.

IOTA 2.0 könnte mit Innovation bei Konsensbildung punkten

Popov und Buchanan überschreiben ihre These mit dem Titel „Fast Probabilistic Consensus within Byzantine Infrastructures“ (übersetzt: „Schneller probalistischer Konsens innerhalb von byzantinischer Infrastruktur“). Das klingt nicht nur kompliziert, sondern ist es auch. Wir versuchen zu erklären: Unter probalistisch verseht die Wissenschaft Aussagen zur Wahrscheinlichkeit, mit byzantinisch werden erste demokratische Ideen und Ansätze zur Rechtssicherheit aus der Spätantike assoziiert. Popov und Buchanan wollen nachweisen, dass es Sinn macht, den Teilnehmern des Netzwerks von IOTA automatisiert einen Level in Sachen Glaubwürdigkeit zu verleihen. Damit werde das Netzwerk in die Lage versetzt, feindliche Angriffe von neuen Teilnehmern verlässlich abzuwehren und im Normalbetrieb schnell und sicher Konsens über zu bestätigende Transaktionen herzustellen.

Bei PoW sind es kryptografische Rätsel, die gelöst werden müssen, bevor eine Transaktion freigeben wird. Bei PoS sind es zufällig ausgewählte Netzwerkteilnehmer, die entscheiden. Die Idee für Coordicide bei IOTA geht demnach einen eigenen Weg nach und will Netzwerkteilnehmer für Validierung bevorzugen, die sich als korrekt erwiesen haben, bei denen keine verdächtigen Entscheidungen auftreten. Für IOTA ist die Frage der Konsensbildung deshalb so zentral, weil das Netzwerk im Internet der Dinge (IoT) auch wenig leistungsfähige Endgeräte einbinden möchte und eine hohe Durchsatzrate anstreben muss. Die Entscheidung, welches Protokoll IOTA 2.0 im Endeffekt umsetzt, ist dabei fast schon eine philosophische Diskussion, wie etwa auch Beiträge von Entwickler Hans Moog oder von den IOTA-Mitgründern David Sønstebø und Dominik Schiener demonstrieren.

Dem Vorschlag von Popov und Buchanan kommt nun zugute, dass er bereits von externen Fachleuten auf Plausibilität überprüft und erst dann zur Veröffentlichung in dem Fachjournal „Journal of Parallel and Distributed Computing“ freigeben wurde. Andererseits nannte der jüngste Fortschrittsbericht zu IOTA 2.0 die Konsensfrage für Coordicide weiter als ungelöst. Hier könnten sich die Entwicklungen zeitlich überschnitten haben.

Fazit: IOTA 2.0 – technologischer Durchbruch oder Experiment?

Um die wissenschaftliche Beweisführung von Popov und Buchanan nachvollziehen zu können, ist erhebliches Fachwissen notwendig. Doch es scheint, als ob sie ein praxistaugliches Modell für das Protokoll von Coordicide ersonnen haben. Implementiert werden könnte es bereits im zweiten geplanten Testnet für IOTA 2.0 namens Nectar. Dann würden sich auch Ergebnisse zeigen, ob die Theorie sich im Alltag als Innovation beweist. Denn ein Experiment will bei IOTA sicher niemand wagen, wenn Coordicide nach bisherigem Zeitplan irgendwann in 2021 auf das Mainnet überführt wird.


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