IOTA Referendum: Mehrheit für neuen Fonds mit „unclaimed token“ in Sicht

Bei der Abstimmung zum Umgang mit den sogenannten „unclaimed token“ von IOTA zeichnet sich eine deutliche Mehrheit für die Einrichtung eines neuen Fonds ab. Am Montag soll das Endergebnis feststehen.

Ende Mai startete bei IOTA das erste Referendum, bei dem mit IOTA als Stimmzettel über das Tanglenet zu einer strategischen Zukunftsfrage eine Entscheidung gefunden wird. Befragt ist die Community dazu, was mit „unclaimed token“ im Wert von aktuell rund 17 Millionen US-Dollar passieren soll. Nun hat die IOTA Stiftung per Twitter ein Zwischenergebnis bekannt gegeben und die Tendenz ist klar: Gut 80 Prozent der bisher ausgezählten Stimmen votierten für „Build“ und damit die Einrichtung eines Fonds, aus dem zukünftige IOTA Projekte gefördert werden können. Nur etwa 17 Prozent sprachen sich hingegen für „Burn“ aus, was ein Zerstören der „unclaimed token“ bedeuten würde und von dem sich Befürworter einen positiven Impuls auf den IOTA Preis erhofften.

Die Auszählung der durch die IOTA Firefly Wallet abgegeben Stimmen soll am Montag (13. Juni) abgeschlossen sein und dann auch das offizielle Endergebnis veröffentlicht werden. Im Vorfeld war bestimmt worden, dass jeder IOTA Token als eine Stimme gilt. Kritiker sahen in diesem Prozedere eine Bevorteilung von „Whales“, also Investoren mit großen IOTA Beständen. In den Kommentaren jetzt zur vorhersehbaren Mehrheit für „Build“ überwiegen aber positive Reaktionen. Bei dem „IOTA Treasury“, über dessen Verwendung wiederum die Community abstimmen soll, richten sich Hoffnungen auf Projekte, welche Zukunftsperspektiven aufzeigen.

Die „unclaimed token“ haben größtenteils eine längere Vergangenheit hinter sich, der Löwenanteil der fraglichen mehr als 50 Tera-IOTA stammt aus den Jahren 2015 und 2016. Als frühe Anleger diese ihnen eigentlich zustehenden IOTA nicht beanspruchten, fielen sie unter Kontrolle von IOTA Gründern. Zwischen Dominik Schiener, David Sønstebø und Come-from-Beyond (Sergey Ivancheglo) gab es zwischenzeitlich erbitterten Streit um die „unclaimed token“, der jetzt aber ausgeräumt scheint.

Fazit: IOTA macht Schritt hin zur Community

17 Millionen US-Dollar sind in der Kryptoindustrie ein überschaubarer Betrag, die IOTA Stiftung könnte davon etwa ein Jahr überleben. So geht es bei diesem historisch ersten Referendum von IOTA vielleicht auch um ein Detail, was über vergessen wird: IOTA beweist gerade, dass es technologisch und inhaltlich in der Lage ist, die Community bei wichtigen Fragen einzubeziehen. Damit wird IOTA tendenziell etwas unabhängiger von der mächtigen IOTA Stiftung, der bisweilen ein Verhalten wie im Elfenbeinturm vorgeworfen wird.


4 Kommentare

  1. Natürlich haben whales auch mehr Stimmrecht, weil sie mehr betroffen sind. Ist für mich maximale Gerechtigkeit und Sicherheit, wäre ja albern wenn 1i dasselbe Stimmrecht hätte wie 1 Ti.

    • Also sollten die Menschen die mehr Geld/Vermögen aufweisen, ein höheres Stimmrecht bei der z.B Bundestagswahl haben?
      Und deine wahl/stimme mit weniger Vermögen weniger wert sein?

      Eine absolute nicht Demokratische/Faire Abstimmung.

      • Wenn du Iota mit der digitalen Identität koppelst, wäre eine politische Wahl sehr wohl möglich. Es muss sichergestellt werden das jede Person nur die gleiche Anzahl von Stimmen für eine demokratische Abstimmung erhält.

        Darüber hinaus könntest du deine Stimme sogar auf verschiedene Position über die Zeit aufteilen. Genial.

        Diese Abstimmung hast du wohl missverstanden. Mehr Token -> Mehr Risiko -> Mehr Mitspracherecht. Das ist fair. Es geht hierbei nicht um eine politische Wahl oder ähnliches, sondern um eine Entscheidung die die Entwicklung des Netzwerks beeinflusst.

        Bei Stammaktien funktioniert das genauso. Da bekommst du auch ein Stimmrechtsanteil der durch die Anzahl der gehaltenen Aktien bestimmt ist.

        Die Anzahl der gehalten Token beeinfluss für mich klar wie viele Gedanken ich mir zu meiner Entscheidung mache, weil sie mich mehr oder eben weniger betrifft.

        Alles in allem ein voller Erfolg für das IOTA Netzwerk.

      • Wie soll die Abstimmung denn sonst überhaupt funktionieren?
        Klar könnte man sagen, jede Adresse mit Guthaben hat nur eine Stimme – aber dann könnten Leute mit viel Guthaben auch einfach die Token auf viele Adressen verteilen und dann haben wir wieder das gleiche Problem.
        Man könnte auch ein aufwändiges KYC Verfahren durchführen, bei dem sich jeder Iota Holder irgendwie verifizieren muss und dann nur eine Stimme bekommt.
        Aber mal ehrlich – wie soll das denn technisch und organisatorisch funktionieren und wer soll das alles dann bezahlen.
        Soll man dieses Verfahren dann bei jeder weiteren Abstimmung erneut durchführen – viel Spaß!
        Das ist einfach nicht umsetzbar und von den meisten Holdern auch nicht gewollt, da hierdurch auch die Anonymität flöten geht.

        Dieses Thema wurde lang und ausgiebig über Monate in der Community diskutiert und man hat sich für ein gangbares Verfahren entschieden, bei dem die Anzahl der Stimmen nicht nur von der Anzahl der gehaltenen IOTA alleine abhängig ist, sondern auch von dem Zeitraum, den diese IOTA Token während der Abstimmungsphase für eben diese Abstimmung gelockt sind.

        Überdies ist auch bei Aktiengesellschaften das Stimmrecht eines jeden Aktionärs abhängig von der Anzahl der gehaltenen Aktien.
        Und nur hiermit sollte man die Abstimmung vergleichen und nicht mit einer Bundestagswahl.

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