IOTA Stiftung: Satzung sieht Dominik Schiener in alleiniger Machtposition

Gerade erst bei der IOTA Stiftung der Vorsitzende David Sønstebø gefeuert worden. Jetzt stellt sich heraus: Die Satzung der Stiftung gibt IOTA-Mitgründer Dominik Schiener auf Lebenszeit Alleinrechte bei der Besetzung von Vorstand und Aufsichtsrat.

Die Hoffnungen auf einen Neustart bei der IOTA Stiftung müssen einen empfindlichen Gegenschlag hinnehmen. Zwar war erst am 10. Dezember der umstrittene IOTA-Mitgründer und Stiftungsvorsitzende David Sønstebø aus seiner Position entfernt worden. Doch was zunächst wie ein lange fälliger Befreiungsschlag wirkte, scheint nun einem anderen Licht. Der selbsterklärte IOTA-Detektiv „Hund“ veröffentlicht per Twitter und auf seiner Webpräsenz die englischsprachige Version der Stiftungssatzung. Und siehe da: Mit dem Ausscheiden von Sønstebø liegt jetzt de facto alle Macht bei Dominik Schiener, der IOTA einst mitgründete und derzeit als Vize-Vorsitzender der Stiftung die Tagesgeschäfte leitet.

Dominik Schiener jetzt per Satzung unangefochten Chef bei IOTA

In der Satzung ist eindeutig festgeschrieben: Dominik Schiener hat auf Lebenszeit das alleinige Recht, Mitglieder von Vorstand, Aufsichtsrat und Beratergruppe bei der IOTA Stiftung zu benennen. Auch Satzungsänderungen hätten seiner Zustimmung bedurft. Im Falle des Todes von Schiener oder dem Verzicht auf seine Rechte wären sie laut Satzung an Sønstebø übergegangen. Im Klartext: Die einzige Person im engsten Führungszirkel von IOTA, die neben Schiener namentlich in der Satzung genannt wurde, war Sønstebø, der dieses unter Umständen hätte als Stärkung seiner Position bei internen Machtkämpfen nutzen können. Doch Sønstebø ist jetzt raus und Schiener damit endgültig und auf Lebenszeit Boss bei IOTA.

Da fragt man sich automatisch: Wie konnten solch merkwürdige Regelungen überhaupt in die Satzung einer gemeinnützigen Stiftung gelangen und warum waren sie bisher unbekannt? Dass einem Stiftungsgründer besondere Rechte – auch auf Lebzeiten – zugebilligt werden, ist gar nicht so ungewöhnlich, auch wenn man dann üblicherweise versucht, ein faires Korrektiv für Fälle von Machtmissbrauch einzubauen. Doch wie gesagt: Selbst der Aufsichtsrat bei der IOTA Stiftung ist von Schiener abhängig, er kann Mitglieder entlassen. Genauso zweifelhaft: Die Satzung ist auf der offiziellen Webpräsenz der IOTA Stiftung unseres Wissens nach gar nicht öffentlich hinterlegt.

So war es einmal mehr „Hund“, der mit seinen schier unermüdlichen Recherchen Salz in offene Wunden bei IOTA streut. Dass die Problematik der Satzung in der jetzt vorgelegten Form dem Vorstand von IOTA bewusst war, beweist er durch ein Gesprächsprotokoll. Schiener hat sich zu den jüngsten Enthüllungen von „Hund“ bisher nicht geäußert. Ebenso verfuhr er, als „Hund“ ihm bereist im Juni eine Vergangenheit als krimineller Hacker vorwarf und daraus ableitete, dass Schiener für Führungspositionen in einer gemeinnützigen Stiftung völlig ungeeignet sei.

Fazit: IOTA Stiftung kommt nicht zur Ruhe – Schwachpunkt Schiener?

Schiener hatte sich zuletzt als Vordenker für die Arbeitswelt der Zukunft inszeniert. Doch in der jetzigen Situation sollte es für ihn eine Selbstverständlichkeit sein, zu erklären, wie es zu den sonderbar anmutenden und weitreichenden Alleinrechten für ihn bei IOTA Stiftung kam. Möglicherweise würde man von ihm erwarten dürfen, selbst eine Reform der Satzung anzustoßen.

Eins ist unterdessen wohl sicher: Das schier unendliche Drama um die IOTA-Gründer erlebt den nächsten Akt. Jetzt steht Dominik Schiener im Mittelpunkt und diejenigen, die immer wieder mehr Transparenz bei IOTA anmahnen, haben neues Feuerpulver bekommen. Das Projekt IOTA hat im Kryptojahr 2020 ohnehin selten eine gute Figur gemacht und gerät auf der Schlussetappe nochmals in Negativschlagzeilen, die das Vertrauen in IOTA erschüttern.


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3 Kommentare

  1. Ist es nicht gerade das Wesen einer Stiftung,
    dass der Stifter die Bedingungen für seine
    Stiftung diktiert?

    Eine Stiftung ist eben gerade kein Verein,
    oder eine Aktiengesellschaft, die nach
    Mehrheitsbeschluss agieren.

  2. @Simo

    Naja für ein DLT -was IOTA ist- ist es wichtig dezentral und unabhängig von einzelnen Personen zu sein. Wenn diese Vorwürfe stimmen und D.S. wirklich zu viel Macht hat, kann er selbst, oder durch ihn, Einfluss auf die Zukunft des Protokolls genommen werden, da jeder der ihm nicht zustimmt ausgetauscht werden kann. Das zerstört ein Stück weit den Sinn von DLT.
    WENN D.S. also wirklich zu viel Macht haben sollte, müssen künftig alle Investoren vorallem ihm vertrauen. Der Gedanke gefällt mir nicht, ganz egal wer an Dom´s Stelle stünde.

  3. Man muss sich fragen wo fuer D.S. der Gewinn aus dem IOTA und dem seltsamen Konstrukt liegt. Warum wurde ueberhaupt eine „Stiftung“ gemacht und nicht einfach eine Firma? Gehts da nur darum Foerderungen zu kassieren? In den Statuten steht dass keine Person zuviel Geld bekommen darf aber
    1. was ist zuviel?
    2. eine Firma oder Organisation darf sehr wohl abkassieren? (ueber Ausgaben die der Stiftung verrechnet werden wie Miete, Werbung, Beratung usw)
    3. gilt das auch fuer den Stifter? Und wenn ja was bedeutet das? Von wieviel Geld reden wir da jaehrlich an Ausschuettung? Da die Stiftung gemeinnuetzig ist duerfte der Stifter ja gar nichts bekommen. Wo liegt dann aber sein Gewinn? Wozu diese Stiftungskonstruktion? Weiss das jemand?

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