IOTA Stiftung feuert Gründer und Vorsitzenden David Sønstebø

Donnerschlag bei IOTA: Die Stiftung hat ihren Vorsitzenden David Sønstebø aus dem Amt entlassen. Der Aufsichtsrat beschloss dies einstimmig und mit sofortiger Wirkung. IOTA-Mitgründer Sønstebø stand schon lange in der Kritik.

Bei IOTA hängt der Haussegen kurz vor Weihnachten mehr als schief. Denn in der IOTA Stiftung wurde der Vorsitzende David Sønstebø geschasst. In einer offiziellen Mitteilung schreibt man, dass der Aufsichtsrat einstimmig zu der Überzeugung gelangt sei, dass sich die Interessen von David Sønstebø und der IOTA Stiftung signifikant auseinanderentwickelt hätten. Sønstebøs Namen wurde bereits aus der Liste der Führungspersonen bei IOTA gelöscht. David Sønstebø war 2015 einer der vier Co-Gründer von IOTA gewesen und in der Öffentlichkeit meist als Sprecher für das Projekt aufgetreten. Er kommentierte die Entscheidung zunächst nicht.

David Sønstebø hat bei IOTA polarisiert

Noch im Oktober hatte Sønstebø beispielsweise bei einer Videofragestunde für IOTA geworben, ein erfolgreiches 2021 prognostiziert und insgesamt recht optimistisch gewirkt. Die IOTA Stiftung verabschiedet ihn mit den üblichen Phrasen wie „er wird für immer ein Gründer von IOTA sein“ und „wir erkennen an, was er für unsere Organisation gemacht hat“. Aus dem Schreiben geht hervor, dass der Vorstand der IOTA Stiftung die Entscheidung des Aufsichtsrats für richtig hält und mitträgt.

Dabei schien Sønstebø häufig wie eine Art von Alleinherrscher bei IOTA und verfügte zumindest im Vorstand lange durch die die beiden anderen Mitgründer Dominik Schiener und Serguei Popov über eine Hausmacht. Als der vierte Gründer, Sergey Ivancheglo (Come-from-Beyond/CFB), schon 2019 bei IOTA ausschied und sich später finanziell mit Sønstebø stritt, stand die Stiftung stets hinter ihrem Vorsitzenden.

Einer der ersten, der sich nun unverhohlen über den Rausschmiss von Sønstebø freute, ist der selbsterklärte IOTA-Aufklärer „Hund„. Dieser hatte im Mai damit begonnen, Unregelmäßigkeiten bei IOTA systematisch aufzubereiten. Den Rückzug von Sønstebø sah „Hund“ schon damals als unumgänglich an und legte im Sommer mit Zahlen nach. „Hund“ verweist auch jetzt darauf, dass Sønstebø mindestens noch 4,95 Prozent aller IOTA kontrolliert, was Anleger kritisch betrachten dürften.

„Hund“ bleibt anonym und seine Enthüllungen wurden in Teilen der IOTA Gemeinde angezweifelt. Andererseits haben unvoreingenommene Fachleute bislang keine Fehler bei den Recherchen von „Hund“ feststellen können. Jetzt schießt er sich erneut per Twitter auf Dominik Schiener ein, der zu den Gründern von IOTA gehört und als Co-Vorsitzender der Stiftung die Organisation zunächst leiten dürfte. Bei Schiener bemängelt „Hund“ die mutmaßliche Vergangenheit als Hacker, unethisches Verhalten und mangelnde Erfahrung.

Sønstebø unterdessen scheint über eine Mischung aus Missmanagement, dubiosen Geldflüssen und impulsivem Verhalten gestolpert zu sein. Dokumentiert sind Fäkalsprache, ein auch von frühen Investoren beschriebener zweifelhafter Umgang mit Geldern sowie immer wieder auftretende Verzögerungen bei wichtigen IOTA Projekten wie der Umstieg auf ein dezentralisiertes Tanglenet namens Coordicide.

Fazit: Befreiungsschlag bei IOTA oder Anfang vom Ende?

Die Nachricht über das Zerwürfnis zwischen IOTA und Sønstebø schickte MIOTA um mehr als 8 Prozent ins Minus. Eine solche schwerwiegende Personalentscheidung wie die über Sønstebø zu fällen, ohne auch sofort einen Nachfolger parat zu haben, wirkt wenig professionell. Und ob die IOTA Stiftung damit finanzielle Altlasten loswird, muss sich erst noch zeigen. Der Verweis auf die Wichtigkeit der IOTA Stiftung deutet zumindest daraufhin, dass dort noch Ungemach liegen könnte. Hinweise auf finanziell ernsthafte Schwierigkeiten bei der IOTA Stiftung stehen weiter im Raum, auch wenn die Kryptoagentur Weiss Crypto Rating auf Intervenieren von Sønstebø ihre Warnung zurückzog. Manche Experten glauben auch, dass der gemeinnützige Status der IOTA Stiftung wegen des Finanzgebaren in Gefahr seien könnte.

So mag der Paukenschlag bei der IOTA Stiftung, aus dem der überaus selbstbewusste Sønstebø als Verlierer herausgeht, für das Projekt auf den ersten Blick wie eine Befreiung wirken. Aber die durch Chrysalis und Coordicide markierte Aufholjagd zu IOTA 2.0 ist noch lange nicht bewältigt und ob die IOTA Stiftung wirklich nachhaltig aus den Negativschlagzeilen herauskommt, wird sich ebenfalls erst zeigen müssen. Schwer vorstellbar, dass Sønstebø schweigt.


Update 11.12.2020 14:00 Uhr: Wie bereits vermutet kommen jetzt immer mehr Hintergründe ans Tageslicht. Unter anderem hatte David nach dem Iota Trinity Moonpay Hack behauptet die Opfer selbst zu entschädigen. Dies ist allerdings nie passiert und wird wohl auch nie passieren. (Credit: @Hund_Research)

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