IOTA zieht sich von Gaia-X zurück – Projektteilnahme war umstritten

Seit Mitte 2021 engagierte sich die IOTA Stiftung bei Gaia-X, einem EU-weiten Projekt zur europäischen IT-Infrastruktur. Jetzt verabschiedet sich IOTA von Gaia-X. Das Potenzial der Kooperation war ohnehin fraglich.

Die IOTA Stiftung prescht gerne mit optimistischen Meldungen zu Kooperationen und Projektteilnahmen vor. Aber wenn sich eine von solchen Initiativen schlechter als erhofft entwickelt, ist die Kommunikation von IOTA oft weniger transparent. Jüngstes Beispiel Gaia-X: Im Sommer 2021 pries IOTA seine Teilnahme an dem Projekt zur IT-Infrastruktur in der EU noch als beispielhaft an und verteidigte Gaia-X auch im Mai 2022 noch, als selbst das Bundeswirtschaftsministerium bereits an der Finanzierung zweifelte. Doch jetzt hat IOTA-Chef Dominik Schiener in einer Online-Diskussion den Rückzug von Gaia-X mitgeteilt.

Schiener schreibt, Gaia-X sei in gewisser Art und Weise „zu politisch“ und „Verschwendung von Ressourcen“. Bei der IOTA Stiftung musste zuletzt Personal abgebaut werden und im jetzigen Sparkurs hat das Seitenprojekt Shimmer (SMR) mit geplanten Launch am 28. September Priorität. Doch Skepsis dazu, ob sich IOTA mit politisch gewollten Projekten einen Gefallen tut, ist nichts Neues. Dabei wird oft das Argument eingebracht, dass öffentlich finanzierte IT-Projekte den Wettbewerb mit den Anboten der US-Riesen wie Amazon und Microsoft eh nicht ernsthaft aufnehmen können. Bei Gaia-X hatte sich IOTA zuletzt auf Mobilität 2.0 konzentriert – aber dieses Thema hat längt auch die Industrie erreicht.

Ob IOTA noch einen Abschlussbericht zu Gaia-X veröffentlichen will, ist bisher nicht bekannt. Bei ENSURESEC zur Sicherheit im E-Kommerz hatte die IOTA Stiftung Anfang September noch einen solchen vorgelegt. Festzuhalten ist aber auch hier: Das EU-Projekt ist zwar bis zu dem Punkt gelang, dem Mittelstand IT-Tools anzubieten. Doch fraglich bleibt, ob diese Klein-und Mittelunternehmen tatsächlich bei ENSURESEC andocken oder sich in der Praxis lieber weiter auf kommerzielle Lösungen zur IT-Sicherheit verlassen.

Fazit: IOTA und öffentlich finanzierte Projekte – Euphorie verfliegt

Eine Zeit lang schaute es aus, als ob die IOTA Stiftung bei ihrer Finanzierung verstärkt auf Projektgelder aus öffentlicher Hand bauen wollte. Mit dem Abschluss von ENSURESEC und dem Rückzug bei Gaia-X enden nun zwei solcher Initiativen, ohne dass sich Folgeprojekte abzeichnen. Anderseits ist IOTA – soweit bekannt – weiter bei den EU-Projekten EBSI und SECANT mit an Bord. So könnten Schiener und die IOTA Community immer noch darauf hoffen, dass eines dieser von der EU gewollten Projekte einmal einen Durchbruch schafft und tatsächlich Lösungen entwickelt, die bei Bürgern und Wirtschaft ankommen.


6 Kommentare

  1. Energieidee

    Jeder Bürger bekommt auf dem Tangle ein jährliches Energieguthaben.
    Bei jedem Einkauf von Benzin, Strom, Flugreise, Heizöl, Erdgas
    werden die entsprechenden Kilowattstunden von diesem Konto abgebucht.
    Was an Kontingent am Jahresende übrig ist, kann auf das nächste Jahr
    vorgetragen werden, oder als Kontingent an Fremde verkauft werden.

    Der Energiesparer macht Gewinne – der Energieverschwender zahl dafür.
    Irgendwann hat jeder der 8 Milliarden Erdenbürger ein solches Konto,
    was aber auf dem Tangle gar kein Problem darstellen würde.

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