TenX: Insider beschreibt Entwicklung als hoffnungslos

Das Kryptounternehmen TenX verrennt sich laut Insiderinformationen bei seiner Umstrukturierung. Block-Builders.de wurde die Bestandsaufnahme eines Mitarbeiters zugespielt, der im Detail beschreibt, warum er den Glauben in TenX verloren hat.

Das Kryptojahr 2020 war für TenX enttäuschend, das eigentliche Kerngeschäft mit Krypto-Kreditkarten musste aufgeben werden und schon zuvor wurde mit massivem Stellenabbau begonnen. Doch das Kryptounternehmen sprach nach Personalwechseln in der Führung dennoch von „Morgendämmerung“. Jetzt hat Block-Builders.de die Schilderung und Analyse eines Mitarbeiters von TenX zur Situation zugespielt bekommen, welche starke Zweifel an der erfolgreichen Zukunft von TenX weckt. Wir fassen wichtige Punkte zusammen:

1. PAY Token, TenX Token: Der Insider berichtet, dass die beiden von TenX gelaunchten Token bei den in der Entwicklung befindlichen Projekten keinerlei Rolle mehr spielen. Dies sei schon deshalb eine „Schande“, weil sowohl Kunden weil als auch Mitarbeiter weiterhin signifikante Mengen von PAY Token und/oder TenX Token halten. Doch nach Einschätzung des anonymen Informanten müsse man die Token mittlerweile als Shitcoins oder Dead Coins einstufen. Tatsächlich notiert TenX (PAY) laut Coinmarketcap seit Monaten fast unverändert auf einem Level nahe des Allzeittiefs.

2. Belegschaft von TenX: In den vergangenen acht Monate seien rund 75 Prozent der Mitarbeiter bei TenX entlassen worden oder von sich aus gegangen. Der neue CEO Claude Eguienta bezeichne dies als „gesunde Schrumpfung“. Doch TenX gehe dadurch im großen Maßstab Know-how verloren und beginne quasi wieder von Null. Neubesetzungen im Management fehle es an Erfahrung und Ausbildung. Deshalb hätten verbliebene, langjährige Mitarbeiter kein Vertrauen mehr in das „dysfunktionale Management-Team“, schreibt der Insider.

3. Neues Produkt von TenX: Offizielle Informationen dazu, was TenX plant, liegen nicht vor. Aus dem Leak geht hervor, dass es sich um eine Non-Custodidal Wallet handeln wird, die mit Schwerpunkt europäischer Markt auf die DeFi Sparte hin optimiert werden soll. Intern würden unrealistische Zeitpläne geschmiedet, doch die Wallet werde voraussichtlich frühestens im 2. Quartal 2021 vorgestellt und frühestens Ende 2021 auch mit einer Debit Karte verknüpft werden können. Das Produkt habe zwar Potenzial, aber ein durchschlagender Erfolg sei für TenX damit bei bestehendem Team und Marketingstrategie nicht vorstellbar.

4. Community: TenX stelle die Kommunikation mit Kunden und Community im Grunde ein. Der neue CEO sehe keinen Nutzen darin, die Anhängerschaft von TenX zu unterstützen. Und in Wirklichkeit dominiere weiterhin der frühere CEO und TenX-Mitgründer Toby Hoenisch den Vorstand. Sowohl Hoenisch als auch Eguienta würden ihre Entscheidungen allein an Zahlen ausrichten und Empathie außen vorlassen. Damit werde der „menschliche, emotionale Faktor“ ignoriert, der großen Einfluss darauf haben könne, ein erfolgreiches Unternehmen aufzubauen.

„An alle da da draußen, die immer noch Vertrauen in das Unternehmen (Anmerkung: TenX) haben – das ist unangebracht und unverdient“, schließt der Informant seine Ausführung. Er bleibe anonym, weil er auf das Gehalt von TenX angewiesen sei, solange er keinen neuen Job finde. Zum Beweis dafür, dass er tatsächlich aus dem Inneren von TenX berichte, führt er den internen Slack Kanal an. Dort seien zuletzt nur „Happy Birthday“-Nachrichten zu lesen gewesen.

Fazit: Taumelt TenX dem Abgrund entgegen?

Soweit wir unsere Quelle überprüfen können, gibt es keinen Anlass, an ihr zu zweifeln. Teile der Infos passen zu den frei zugänglichen Wasserstandsmeldungen von TenX und die brisanten Schlussfolgerungen machen logisch Sinn. Auch der Ton, der angeschlagen wird, ist keine wütende Abrechnung mit einem Ex-Arbeitgeber, sondern vielmehr von Enttäuschung über vermeintlich strategische Fehlentscheidungen geprägt.

Klar wird aber: Die einst mit viel Hoffnung verbundenen Token PAY und TenX scheinen im Niemandsland zu verkümmern und die neuen Pläne von TenX würden ihnen den Todesstoß versetzen, falls sie bei künftig quasi offiziell ohne Zweck sind. Die Atmosphäre, die bei TenX offenbar herrscht, ist alles andere als positiv und blockiert Aufbruchstimmung. Das Produkt einer DeFi Wallet klingt zwar interessant, könnte aber zu spät, unausgegoren und ohne Begeisterung auf den Markt kommen.

Aufschlussreich ist auch der Blick auf die offiziellen Kanäle von TenX. Bei Twitter datiert der letzte Eintrag von Oktober 2020, ebenso bei Facebook. Für den endgültigen Abgesang auf TenX ist es wohl noch zu früh – doch ein Comeback ist bei der Gemengelage ebenso wenig zu erwarten.

In Anbetracht der Tatsache, dass bei der TenX ICO Nutzer in ein Projekt für eine Krypto Kreditkarte investiert haben, wäre eigentlich der einzig richtige Schritt, jetzt den Anlegern ihr Geld zurück zu geben. Bei den aktuellen Kryptokursen sollten noch weit mehr als 100 Millionen US Dollar im Unternehmen sein. Ich denke, keiner der Anleger hat Lust TenX weiter zu finanzieren, damit sie ein neues Geschäftsmodell finden können, zumal der Token dabei voraussichtlich keine Rolle mehr spielen wird.


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