Unruhe bei Ripple: Kritiker drohen mit XRP Hard Fork

Bei Ripple (XRP) sehen Anleger ihre Interessen durch das anhaltende Verkaufsprogramm gefährdet. In einer Petition fordern Kritiker, die selbstgeschaffene Inflation von XRP zu beenden. In der parallelen Diskussion dazu bei Twitter wird bereits von einem Hard Fork gesprochen.

„Stop Ripple dumping“ heißt die Petition, die aktuell bei Ripple (XRP) für Diskussionsstoff sorgt. Mehr als 3.100 Unterstützer hat das Online-Begehren bis zum Mittwochmorgen bereits gefunden, welches sich in etwa mit „Hört auf, Ripple zu verschleudern“ übersetzen lässt. Initiator Crypto Bitlord will die Führungsetage bei Ripple dazu bewegen, ihr von Teilen der Community kritisch beäugtes Verkaufsprogramm von XRP zu beenden. Bei Twitter, wo Crypto Bitlord über 100.000 Follower hat, bringt der Aktivist einen Hard Fork für XRP als Drohkulisse in Stellung. Ob dieser technisch überhaupt möglich wäre, ist allerdings äußerst fraglich.

Was entzweit Ripple von seinen Anlegern?

XRP ist als Nummer 3 der nach Marktkapitalisierung wichtigsten Kryptowährungen an sich eine große Nummer und hat etliche Privatanleger gefunden. Doch die Vision, mit Ripple-Technologie und XRP als Ersatzwährung den internationalen Zahlungsverkehr zu revolutionieren, geht nur teilweise auf. Das RippleNet erfreut sich zwar im Finanzsektor einiger Beliebtheit, doch den Altcoin XRP setzen dabei die wenigsten der mehr als 200 institutionellen Kunden ein. Je deutlicher sich diese Entwicklung abzeichnet, desto mehr leidet XRP unter Wertverlust. Im Kryptojahr 2019 musste der Kurs von XRP schon mehr als 20 Prozent Verlust hinnehmen und ist damit unter den führenden Kryptowährungen der große Verlierer.

Angefeuert wird dieser Negativlauf bei XRP nach Ansicht von Crypto Bitlord und seinen Sympathisanten dadurch, dass Ripple von seinem Treuhandkonto aus regelmäßig XRP im großen Stil auf den Markt bringt. Im 2. Quartal 2019 verkaufte Ripple beispielsweise XRP im Wert von 252 Mio. US-Dollar und räumte im Quartalsbericht selbst ein, das Verkaufsprogramm zu überdenken. Immerhin schafft Ripple durch seine Verkäufe selbst Inflation, weil mehr XRP in den Umlauf kommen. Ripple-CEO Brad Garlinghouse behauptet auf Twitter zwar, die Inflation bei XRP läge niedriger als bei Ethereum (ETH) und Bitcoin (BTC). Doch da sich die Konzepte bei den TOP 3 der Kryptowährungen deutlich unterscheiden, ist das Thema Inflation nicht so einfach zu vergleichen.

Crypto Bitlord malt in seine Petition das Bild von „einer Welt, in der die Coins nicht mehr verschleudert werden.“ Er hofft, dass ohne die teils mit Rabatten verbunden Verkaufsprogramme von neuen XRP der Kurs wieder steigen würde. „Wenn sie (Ripple) mit den Verkäufen aufhören, wird es wahrscheinlicher, dass starke Nachfrage nach diesem Qualitäts-Coin den Preis wieder natürlich zum Allzeithoch und höher pumpt“, glaubt Crypto Bitlord. Um seine Forderung zu unterstreichen, regt er auf Twitter an, notfalls die Kontrolle über XRP durch die Community anzustreben. Dahinter steckt die Idee eines Hard Forks, wie wir ihn etwa bei Bitcoin Cash 2018 erlebt haben. Crypto Bitlord, dessen wirklicher Namen bisher nicht bekannt ist, meint also, XRP müsse sich im Zweifelsfall in zwei Kryptowährungen aufspalten, eine mit und eine ohne Verkaufsprogramm. Doch auch wenn dies wie ein spannender Ansatz zum Anlegerschutz klingt – technisch ist diese Idee wohl nicht umsetzbar. Denn XRP basiert nicht auf einer wirklich dezentralisierten Blockchain. Ripple entscheidet zentral, wer eine vertrauenswürdige Node betreiben darf.

https://twitter.com/Crypto_Bitlord/status/1166634238130700289

Petition gegen Ripples Praxis mit XRP – Schnapsidee oder konstruktive Kritik?

Die mitunter emotional geführte Diskussion um Ripples Umgang mit seinen riesigen XRP-Reserven legt den Finger auf einen wunden Punkt. Im März wurde der Verdacht laut, dass man von Seiten Ripples versucht, den Kurs von XRP durch fragwürdige Praktiken und Bots in sozialen Netzwerken zu beeinflussen. Auch der Einstieg beim Finanzdienstleister MoneyGram im Juni brachte nur kurzzeitig Unterstützung für den Kurs von XRP. Ein transparent kommuniziertes Aussetzen des Verkaufsprogramms könnte dem Kurs von XRP gut tun, garantiert wäre dies aber nicht.

Ein Hard Fork allerdings scheint schon aus technologischer Sicht nicht realisierbar und so bleibt die Petition für den Moment ein deutlicher Hinweis auf wachsende Unzufriedenheit unter Anlegern. Ob sich die Führungsetage bei Ripple davon beeindrucken lässt und seine Strategie in Sachen XRP ändert? Beobachter konstatieren nüchtern: Rund um Ripple und XRP rumort es, doch es gibt keine Anzeichen dafür, dass sich die Gründer von ihrem Kurs abbringen lassen, der eben auch finanzielle Privilegien beinhaltet.


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