US-Börsenaufsicht verschiebt Entscheidung über Bitcoin ETFs erneut

Die Zulassung von börsengehandelten Fonds (ETFs) auf Basis von Bitcoin in den USA bleibt eine zähe Geschichte. Die US-Börsenaufsicht SEC vertagte einmal mehr eine Entscheidung, in diesem Fall zum Antrag von VanEck, SolidX und der Börse Chicago. Nächster Termin für ein Verdikt ist anscheinend Ende August.

Hoffnungen von Krypto-Anlegern, in den USA künftig mit ETFs börsengehandelte Fonds auf Basis von Bitcoin (BTC) als Instrument einsetzen zu können, haben sich wieder nicht erfüllt. Die für eine Zulassung solcher ETFs zuständige US-Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) schob eine Entscheidung erneut auf und begründete dies in der offiziellen Bekanntmachung mit einer langen Liste von offenen Fragen. Der in der Kryptoszene bekannte Anwalt Jake Chervinsky hatte dieses Szenario bereits vorausgesehen und interpretiert die Botschaft der SEC auf Twitter. Demnach ist die nächste Deadline für die SEC der 19. August und auch dann könnte die Entscheidung noch einmal verschoben werden, nämlich auf den 18. Oktober.

Was stört die SEC an Bitcoin ETFs?

Im jetzigen Fall hat die SEC zu dem Antrag auf Bitcoin ETFs von dem Konsortium aus VanEck, SolidX und der Börse Chicago gesprochen. Erst vor wenigen Tagen hatte die SEC ähnlich auf einen Antrag von Bitwise zu ETFs reagiert. Die SEC konzentriert sich in ihrem Fragenkatalog zu den konkreten Projekten auf drei Fragen:

  • Ist tatsächlich sicher vorherzusagen, dass der Markt für Bitcoin ETFs die Größe erreicht, dass er nicht anfällig für Kursmanipulationen wird?
  • Wie wollen die Herausgeber von Bitcoin ETFs die tägliche Preisfestsetzung organisieren? Im jetzigen Fall soll der VanEck SolidX Bitcoin Trust auf Preisen von der Krypto-Plattform Gemini beruhen. Die Regulierer scheinen aber skeptisch, ob Gemini ausreichende Größe und Transparenz hat.
  • Herauszulesen ist aus den aktuellen Stellungnahmen der SEC auch, dass Berichte zu Fake-Umsätzen auf dem unregulierten Markt für Bitcoins ernst genommen werden. Daraus folgen erneut Zweifel an der Größe und Seriosität des Markts für Kryptowährungen.

Anwalt Chervinsky wiederum schlussfolgert aus den Entwicklungen: Eine Verschiebung der Entscheidung ist besser als eine Ablehnung. Auch wenn es ärgerlich sei, dass die SEC eine Grundsatzentscheidung zu Bitcoin ETFs seit mittlerweile sechs Jahren vor sich herschiebt – Chervinsky meint, dass die Zeichen sich auf eine Zulassung mehren.

Welche Alternativen haben Anleger zu Bitcoin ETFs?

In der Schweiz und mittlerweile auch Deutschland werden Finanzprodukte auf Basis von Kryptowährungen gehandelt, die mit ETFs eng verwandt, aber eben weitgehend unreguliert sind. Bitcoin Futures wie beim Projekt Bakkt, das ebenfalls auf eine Entscheidung der SEC wartet, hätten durch die offizielle Zulassung den Vorteil, auch institutionelle Investoren anzuziehen. Für Privatanleger bleiben derzeit spezialisierte Kryptobörsen wie Binance die Handelsplätze – nur eben ohne Segen und Schutz der Regulierungsbehörden. Doch vieles deutet darauf hin, dass die SEC ihre prinzipiell ablehnende Haltung zu Finanzprodukten auf Basis von Bitcoin und Co. aufgeben oder zumindest genauer begründen muss. Denn hinter den erwähnten Vorstößen in den USA stehen bekannte Namen aus der Finanzbranche, die offensichtlich immer weniger gewillt sind, sich von der SEC durch Vorurteile abspeisen zu lassen.


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1 Kommentar

  1. Ich gehe davon aus, dass es ein gutes Zeichen ist, dass die finale Entscheidung verschoben wurde:
    Es gibt wahrscheinlich zwei Gruppen beim SEC.
    Die Einen sehen ihre Aufgabe, den US-Dollar zu schützen und folgen der Argumentation von Sherman und Buffet. Diese wollen die ETFs nicht nur final ablehnen, sondern wären auch für ein Verbot zu haben.
    Die Anderen sind Cryptowährungen gegenüber offen, aber sie sind zu schwach, um eine positive Entscheidung zu erwirken. Also sorgen sie dafür, dass die finale Ablehnung x mal verschoben, damit der Markt nicht zu überrascht reagiert, sondern gewissermaßen gleichgültig reagiert, wenn es denn zu einer finalen Ablehnung kommt.
    Mit jedem Verschieben stabilisieren sie den Markt so etwas mehr. Mwehr ist wohl nicht drin. Aber immerhin. Und die USA-ETFs sind sicherlich sowieso nicht so dringend benötigt, wie einige glauben.

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