Bitcoin (BTC): Preisprognose per Stock-to-Flow wird von ETH-Erfinder Buterin kritisiert

Der Erfinder von Ethereum (ETH), Vitalik Buterin, hat sich mit scharfen Worten von dem Stock-to-Flow Modell zur Vorhersage des Preises von Bitcoin (BTC) distanziert. S2F wecke falsche Erwartungen, so Buterin.

Unter den Modellen für Preisprognosen im Kryptomarkt ist Stock-to-Flow das wohl bekannteste. Es baut auf der These auf, Bitcoin (BTC) sei mit Gold zu vergleichen. Für das abgelaufene Kryptojahr 2021 war laut Stock-to-Flow für Bitcoin ein Preis von mindestens 100.000 US-Dollar zu erwarten – bekanntlich erreichte BTC mit fast 69.000 US-Dollar im November 2021 sein bis heute gültiges Allzeithoch. Doch S2F findet dennoch weiterhin große Verbreitung, etwa über die knapp 2 Millionen Follower von Plan B, einem anonymen Twitter-Account, der Stock-to-Flow für Bitcoin populär gemacht hat.

Nun ist Vitalik Buterin in Sachen S2F der Kragen geplatzt. Buterin hat Ethereum (ETH) erfunden und er erreicht über Twitter beachtliche 4 Millionen Follower. Per Tweet weist Buterin auf die große Kluft zwischen dem aktuellen Preis von Bitcoin mit um 20.000 US-Dollar und dem von S2F prognostizierten Niveau von oberhalb 100.000 US-Dollar hin. Es sei ihm schon bewusst, dass Schadenfreude nicht sonderlich höflich daherkomme, so Buterin. Aber Finanzmodelle, die für Menschen den Eindruck erwecken, dass Wachstum gesichert sei, verdienen allen Spott, so Buterin. Er bezeichnet S2F als „schädlich“ und erhält dafür von einigen Bitcoin Maximalisten Gegenwind.

Plan B etwa wirft Buterin auf Twitter vor, eine Opferrolle einnehmen zu wollen. In einem anderen Tweet verweist Plan B spöttisch darauf, dass es Ethereum nicht gelingt, sich in der Preisentwicklung positiv von Bitcoin abzukoppeln. Wenn die Frage aufkommt, warum sich die Modellkurve von Stock-to-Flow so weit von der realen Preiskurve von BTC entfernt hat, verweist Plan B auf die unvorhersehbaren Krisen in der Realwelt und der Kryptoindustrie.

Ist S2F für Bitcoin von der Realität überrollt worden?

Die Gleichsetzung von Bitcoin mit „digitalem Gold“ hat sich in jetzigen Krisenzeiten nicht bewährt. Der Preis des Edelmetalls ist ziemlich stabil geblieben, während Bitcoin hohe Volatilität erlebt und erhebliche Verluste verzeichnet. Anderseits hatte Plan B noch in 2021 davon gesprochen, sein Modell für gescheitert zu erklären, wenn die prognostizierte Preisentwicklung von BTC über längere Zeiträume von der Wirklichkeit abweicht. Diese Ankündigung setzte Plan B nicht um und wählte stattdessen den Ausweg, ein modifiziertes Stock-to-Flow zu propagieren. Realistisch betrachtet hatte S2F gerade deshalb so viel Anklang, weil es für Bitcoin Anleger quasi eine Gewinngarantie mitbrachte – die sich momentan nicht annähernd erfüllt.

Fazit: Systemkritiker Buterin vermengt BTC mit eigenen Schwächen

Buterin hat schon in der Vergangenheit wiederholt vor leeren Wachstumsversprechungen gewarnt, sogar in der Sparte DeFi, wo sein Ethereum die unangefochtene Nummer Eins unter den Kryptowährungen ist. Es dürfte Buterin also tatsächlich auch darum gehen, Anleger vor blindem Vertrauen auf Wachstum abzuhalten. Er macht sich aber parallel selbst angreifbar, weil das von Buterin beworbene Ethereum 2.0 mit „The Merge“ als Startschuss immer weiter nach hinten verschiebt und zugleich ein guter Teil der DeFi Pleiten rund um ETH stattfindet. Festzuhalten bleibt: Bitcoin hat sich von S2F abgekoppelt und es ziemlich fraglich, ob dieser Trend noch einmal umgekehrt wird. Diese für manche Investoren bittere Wahrheit ist faktisch belegt und der Versuch, sie zu verdrängen, bringt hohe Verlustrisiken mit sich.


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