Bitcoin SV: Unregelmäßigkeiten in der Blockchain

Der durch das PR-Desaster von Craig „Ich bin Satoshi“ Wright ohnehin schwer gebeutelte Bitcoin SV (BSV) fällt schon wieder mit unerfreulichen News auf. Die Analysten von BitMEX haben in der Blockchain von Bitcoin SV mehrere sogenannte Reorganisierungen identifiziert, die unter normalen Umständen nicht passieren sollten. Finanzieller Schaden ist aber anscheinend nicht entstanden.

Das technische Rückgrat von Kryptowährungen ist meist eine Blockhain, in der Transaktionen durch Proof-of-Work in Blöcken validiert werden. Fängt dieser Motor an zu stottern, stimmt etwas nicht. Um die Blockchain in Gang zu halten, beginnt automatisch ein Aufsplittern der Kette in zwei Stränge. Erst wenn sich die Zylinder, um beim Beispiel des Automotors zu bleiben, wieder auf einen gemeinsamen Takt geeinigt haben, läuft die Blockchain wieder wirklich rund. An sich sollten solche Situationen ohne Vorankündigung nicht passieren. Doch beim Bitcoin SV (BSV) waren vergangene Woche solche Momente zu beobachten, wie BitMEX meldet.

Es dauerte demnach mehr als eine Stunde, bis die Blockchain des BSV wieder einheitlich tickte. Zwischenzeitlich drohte aus nicht eindeutig zu benennenden Gründen ein Hard Fork, der wohl das letzte bisschen Vertrauen in den BSV zerstört hätte. Denn Bitcoin SV ist nach dem aus PR-Sicht klarem juristischen Amoklauf von Craig „Ich bin Satoshi“ Wright bei führenden Kryptobörsen wie Binance und Kraken ausgelistet worden und im Kurs abgestürzt. Zumindest in finanzieller Hinsicht gibt es diesmal Entwarnung: Mögliche Doppelbuchungen passierten während der zeitweisen Splittung in der BSV-Blockchain nicht.

Was ist da in der Blockchain beim Bitcoin SV genau passiert?

Wenn zwei Miner gleichzeitig einen neuen Block in einer Blockchain entdecken, weiß diese logischerweise nicht, welchem Teilnehmer mehr zu vertrauen ist. Daher splittet sich die Kette in zwei auf und wartet, bis neu gefundenen Blöcke wieder übereinstimmen und die Kette sich somit wieder schließt. Unter Fachleuten wird dieses automatisierte, im Code verankerte Reaktion als Re-Organisation bezeichnet. Beim BSV und dessen Blockchain begann das Ungemach bei Block 578,639 und zusammengerechnet erst neun Blöcke später war der Konsens wiederhergestellt. BitMEX hält sich zwar mit Erklärungsversuchen ausdrücklich zurück, wagt aber auf Twitter doch eine Interpretation.

Man könne aus den Vorfällen möglicherweise schließen, dass das BSV-Netzwerk nicht zuverlässig in der Lage sei, Transaktionen abzuwickeln. Gründe dafür wiederum wären zu große Blöcke in der Blockchain bei zu geringem Rechenpower und daraus resultierendem zu langsamen Tempo. Im Klartext: Wäre die Reorganisation absichtlich herbeigeführt worden (Stichwort: 51-Prozent-Attacke), hätte es zu Doppelbuchungen und damit Betrug und Verlusten kommen können.

Wie geht es weiter mit BSV?

Der BSV liegt bereits am Boden und die jetzt bekannt gewordenen Unregelmäßigkeiten in der Blockchain versetzen ihm einen weiteren Schlag. Es ist schwer vorstellbar, dass sich der BSV noch mal nachhaltig erholt. Immerhin waren mehr als 700.000 Transaktionen durch die Reorganisation in der Blockchain betroffen. Ob es Analysten noch gelingt, herauszufinden, welche Nodes den zwischenzeitlichen Split der Blockchain zu verantworten haben, bleibt spannend.


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