Bitcoin und REvil Ransomeware: Verknüpfung hat Auswirkungen

Die mit der Ransomware REvil agierenden Erpresser verlangen Lösegeld in Bitcoin (BTC). Die Ereignisse haben offenbar Einfluss auf die gesamte Kryptobranche.

In Schweden sind Supermärkte durch ausgefallene Kassensystem lahmgelegt und in den USA kämpfen mehr als 200 Unternehmen mit beeinträchtigten Computer-Systemen. Hinter dieser groß angelegten Hackerattacke steckt die Ransomware REvil, die den global agierenden IT-Dienstleister Kaseya infiltriert hat. Die Kryptobranche hört genau hin, weil die Angreifer anscheinend 70 Millionen US-Dollar in Bitcoin (BTC) fordern. Erst dann würden sie einen Generalschlüssel öffentlich machen, der die feindliche Verschlüsselung der betroffenen Daten von Unternehmen wieder aufhebt, ist durch Twitter bekannt.

Damit stehen Bitcoin und Co. wieder einmal vor Vorwürfen, bevorzugtes Kryptogeld von Kriminellen zu sein. Denn hier können sie Geld über die Blockchain verschieben, ohne dass eine externe Kraft die Chance hat, darauf zuzugreifen. Was aber in der öffentlichen Diskussion oft vergessen wird: Um sich Bitcoin (BTC) am Ende in US-Dollar oder anderen Währungen auszahlen zu lassen, sind dann doch wieder Kryptobörsen und Banken notwendig. In der westlichen Welt ist es mittlerweile überall Vorschrift, Kunden von Kryptobörsen auch namentlich durch ein KYC (Know Your Customer) zu dokumentieren.

Auch die Vorstellung, Transaktionen mit Bitcoin seien per se anonym, stimmen so nicht. Im Gegenteil: Jede Transaktion mit Bitcoin – oder auch Ethereum als zweitwichtigster Kryptowährung – ist für jeden öffentlich über die Blockchain einsehbar. Falls jetzt also Lösegeld in Bitcoin bezahlt würde, wäre die Empfängeradresse bekannt und von ihr aus lässt sich nachvollziehen, wohin die BTC weiter fließen. Nach der Hacker-Attacke auf die wichtigste Pipeline in den USA von diesem Mai konnten die Ermittler später große Teile des in Bitcoin bezahlten Lösegelds sicherstellen. Über Details zu diesem Erfolg der Behörden wurden aber keine näheren Angaben gemacht.

Bitcoin für Kriminelle eigentlich ungeeignet

Fachleute wundern sich: Zwar lassen sich Zahlungen mit BTC durch sogenannte Bitcoin Mixer verschleiern, aber hier muss man für sich und sein Geld auf Fremde vertrauen. Und weltweit wird es immer schwieriger, noch in irgendeinem Zwergenstaat eine Bank zu finden, die anonym Millionenbeträge ausbezahlt, die auf eine Kryptobörse zurückzuführen sind. So wird generell eher damit gerechnet, das sogenannte Private Coins wie Monero (XMR), DASH oder ZCash (ZEC) für kriminelle Zwecke besser geeignet sind.

In Norwegen haben die Erpresser in einem Fall von Kidnapping bereits Monero und Dash gefordert. In den USA arbeitet die Bundessteuerbehörde IRS daran, die Mechanismen von Monero auszuhebeln, die Anonymität und Privatsphäre garantieren sollen. Auch hier werden Schlupflöcher seltener.

Fazit: Kryptobranche fügt sich überwiegend der Regulierung

Studien aus 2019 und 2020 haben ergeben, dass mittlerweile nur noch ein Prozent aller Bitcoin kriminellen Sphären zuzuordnen sind. Damit entpuppt sich das teilweise gepflegte Image von Bitcoin als „Mafia-Geld“ als Märchen. Zu Frühzeiten von Bitcoin war dies aber noch anders, doch die führenden Kryptobörsen haben sich nach und nach allesamt an Regulierungen und Kundenidentifikation angepasst, um legal agieren zu können. Die BaFin-Lizenz für Coinbase ist ein jüngeres Beispiel aus Deutschland.

Wie die REvil-Attacke ausgeht und ob Lösegeld in Bitcoin bezahlt wird, ist zur Stunde offen. Doch für solche Machenschaften Bitcoin generell zu verteufeln, greift zu kurz. Das gute Recht zur Privatsphäre in Geldangelegenheiten ist bei Bitcoin sowieso nur rudimentär garantiert. Und Kryptowährungen wie Monero, die unverhohlen mit besonders geschützter Anonymität werben, geraten zunehmend ins Visier von Polizei und Justiz. Hier bleibt spannend, ob diese Privat Coins sich am Markt halten werden.

Du als Anleger solltest nicht vergessen: Spätestens wenn Du von Kryptobörsen Auszahlungen an Dein Bankkonto veranlasst, ist es aus mit Verschleierung. Steuerbehörden gehören auch deshalb nicht zu denen, die mit Bitcoin automatisch krumme Machenschaften in Verbindung bringen.


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