Bitcoin: Winklevoss Brüder setzen Zielmarke von 500.000 US-Dollar

Bitcoin ist in einer Welt mit vorhersehbarer Inflation für den US-Dollar das einzig geeignete Instrument, um Guthaben zukunftssicher zu machen. Das glauben die Winklevoss Brüder und sind sich sicher: Bitcoin wird Gold als Wertspeicher ablösen und hat das Potenzial, im Kurs auf 500.000 US-Dollar und mehr zu steigen.

500.000 US-Dollar pro Bitcoin (BTC)? Das klingt zugegeben wie Clickbaiting – doch in diesem Fall sind es die Winklevoss Brüder, die eine Analyse über die Zukunft von Bitcoin damit als Überschrift bestücken. Cameron und Tyler Winklevoss sind über die USA hinaus bekannt als Ex-Kommilitonen von Facebook-Chef Mark Zuckerberg, mit dem sie über Ideenklau für das soziale Netzwerk prozessierten. In der Kryptoszene sind die Winklevoss Brüder seit 2013 ein Begriff, als sie Bitcoin für sich entdeckten und als Pioniere einen ETF auf Basis von BTC auflegen wollten. Diese Winklevoss Brüder also haben ein Papier vorgelegt, in dem sie aufzeigen, wie und warum sich Bitcoin im Preis zum Sternenritt aufschwingen könnte.

BTC bei 500.000 US-Dollar? Argumente der Winklevoss Brüder

Der englischsprachige und ausführliche Report zu den Aussichten für Bitcoin ist schon deshalb lesenswert, weil die Winklevoss Brüder eine unterhaltsame Balance zwischen wirtschaftlicher Beweisführung und rhetorischer Zuspitzung zu finden. Ausgangslage ist der US-Staatshaushalt: Schon vor Beginn der Corona-Krise habe die US-Regierung „Geld ausgegeben wie ein besoffener Seemann, Steuern gekürzt wie Crazy Eddy und Geld gedruckt wie eine Bananenrepublik“, so die Autoren. Damit habe sich die Geldpolitik wohl für immer vom Ziel verabschiedet, Überschüsse im Staatshaushalt in guten Zeiten für Reaktionen in Krisen aufzusparen. Im angenehmen Szenario wird deshalb über kurz oder lang merkenswert Inflation eintreten, im dystopischen Fall sogar Hyperinflation. Die Staatsverschuldung der USA erreicht immer neue Allzeithochs und eine Kehrtwende ist längst nicht mehr machbar, schreiben die studierten Zwillingsbrüder und listen dafür nüchtern Zahlen auf.

Die Krise mit Covid-19 bescheinigt den Trend, wird die Argumentation fortgeführt. Kapital flüchte in solchem Umfeld in sogenannte „sicher Häfen“. Aber Öl als eine Option tauge dafür nicht mehr, weil die Nachfrage sinke bei steigenden Produktionskapazitäten. Situation wie negative Rohölpreise im April 2020 dürften sich wiederholen, Öl scheide also Wertespeicher aus. Etwas besser sehe es mit Gold aus. Dort machen teure Lagerung und Transport Probleme. Dazu kommen Pläne, im Weltall nach Gold zu suchen und damit das Risiko, mittelfristig die bislang für begrenzt gehaltene Gesamtmenge von Gold als Pro-Argument zu pulverisieren.

Was also bleibt Bürgern und insbesondere der jüngeren Generation, die Ersparnisse bilden und vor Inflation absichern wollen? Sie werden auf Bitcoin setzen, meinen die Winklevoss Brüder. Bitcoin sei die Internet-Währung schlechthin und habe schon in den gut zehn Jahren seit seinem Start eine Erfolgsgeschichte geschrieben. Für BTC sprechen die Begrenzung auf die Höchstmenge von 21 Millionen, die Unabhängigkeit von Geldpolitik und Notenbanken sowie die physisch uneingeschränkte globale Nutzbarkeit.

Damit haben die bekennenden Bitcoin-Fans Winklevoss die Bühne für ihre Rechnung aufgebaut: In Gold werden bei aktuellen Preisen rund 9 Billionen US-Dollar gelagert, in Bitcoin etwa 200 Milliarden US-Dollar. Wenn das Kapital von Gold auf BTC umschwenkt, ergibt sich die magische Zahl von 500.000 US-Dollar pro Bitcoin. Damit aber müsse noch gar nicht Schluss ein: Denn schon jetzt beginnen Großunternehmen wie MicroStrategy, Rücklagen in BTC umzuschichten. Auch Notenbanken könnten damit anfangen, einen Teil ihrer Reserven von Fremdwährungen abzuziehen und in Bitcoin abzulegen. Dann sei selbst bei 600.000 US-Dollar für BTC noch nicht das letzte Wort gesprochen, prognostizieren die beiden Winklevoss.

Fazit: BTC-Preis Vorhersage der Winklevoss – Träumerei oder reale Chance?

Der Vergleich mit Gold wird für Bitcoin häufig geführt, die Bayerische Landesbank etwa kommt mit dieser Methode auf ein mittelfristiges Kursziel von 90.000 US-Dollar. Die Brüder Winklevoss nennen kein klares Zieldatum für ihre Prognose. Sie verweisen nur darauf, wie schnell Mobiltelefone die klassischen Apparate abgelöst haben – in weniger als drei Jahrzehnten. Wer wie sie davon ausgeht, dass Notenbanken und Geldpolitik keinen Ausweg aus der Schulden- und Inflationsfalle finden, hat bereits ein gewichtiges Argument pro Bitcoin. Der Umstieg von Gold zu BTC ist dann der zweite Schritt. Trotzdem gehört schon gehöriger Optimismus dazu, Risiken bei Bitcoin auszublenden wie Quantencomputer oder das Auftauchen neuer, technologisch überlegener Kryptowährungen. Positiv eingestellte Anleger werden das Gedankenspiel der Brüder Winklevoss lieben – Realisten es als eine Einschätzung unter vielen wohlwollend abheften.


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