Was ist ein Bitcoin ETF?

Exchange-Traded Funds, abgekürzt ETFs, sind ein traditionelles Finanzinstrument, welches es Tradern an klassischen Börsen ermöglicht, mit zahlreichen Handelsklassen von Rohstoffen bis zu Währungen zu handeln. Ein Bitcoin ETF würde dieses Prinzip auch auf BTC anwenden.

Ein stetig wiederkehrendes Thema in der Kryptoszene heißt Bitcoin ETF. Seit Bitcoin (BTC) in den letzten Jahren immer mehr in das Visier der klassischen Finanzwelt gerückt ist, wünschen sich viele Marktteilnehmer, an den Gewinnchancen mittels Bitcoin ETFs teilnehmen zu können. Denn wie der Name Exchange-Traded Fund schon sagt: Ein ETF wird an der Börse gehandelt, wo die Börsenaufsicht Mindeststandards etwa für transparente Preisfestsetzung und Investorenschutz garantiert. Obwohl in den USA schon knapp 2.000 ETFs zugelassen sind und etwa Immobilienmarkt, Rohstoffe oder Währungen abbilden, stellt sich die dortige Securities and Exchange Commission (SEC) bei BTC quer und hat bisher sämtliche Anträge auf Bitcoin ETFs abgelehnt.

Vorteile eines ETF am Beispiel Bitcoin

Das Gros der ETFs wird passiv verwaltet, folgt also stur dem Marktpreis des Produkts, auf das Investoren ihr Auge geworfen haben. Im Gegensatz zu anderen Anlagemöglichkeiten erfordert ein ETF vom Käufer nicht, sich selbst um die Aufbewahrung eines Guts zu kümmern. Dies übernimmt der Anbieter eines ETF und berechnet dafür eine Gebühr. Populäre ETFs sind etwa solche für Gold, Öl, Aktienindexe oder spezialisierte Indexe wie neuerdings für die Marihuana-Branche. Im Fall von Bitcoin würden sich Anleger also den Aufwand ersparen, BTC an einer Kryptobörse zu erwerben und sich mit technischen Details wie Blockhain-Technologie und Wallets auseinanderzusetzen. Gleichzeitig erlauben die Regularien großer Fondsverwalter üblicherweise, in zugelassene ETFs zu investieren, weil der Börsenhandel ausreichend Liquidität gewährleisten sollte. Auf eben solche Anleger hofft die Bitcoin-Gemeinde, denn mit institutionellen Investoren würde vorhersehbar frisches Kapital in BTC fließen und so für Kursgewinne sorgen.

Kurze Geschichte von Bitcoin ETFs in den USA

2013 unternahm der Winklevoss Bitcoin Trust den ersten Vorstoß und beantragte die Zulassung eines Bitcoin ETF. Seitdem hat die SEC neun Anträge auf Bitcoin ETFs offiziell abgelehnt und mehrere andere Projekte zogen ihre Anträge freiwillig zurück. Wenn die SEC sich gezwungen sah, Gründe für ihre Blockade in Sachen Bitcoin ETF zu erklären, nannte sie stets zwei Hauptargumente: Zum Einen sei nicht ausreichend bewiesen, dass überhaupt ausreichend Nachfrage nach Bitcoin ETFs existiere und damit auch nicht sicher sei, ob relevante Liquidität entstehe. Zum Zweiten bezweifelt die US-Börsenaufsicht, ob der Preis von BTC vor Manipulationen gefeit sei. Die Gerichtsverfahren rund um Bitfinex und Tether deuten zumindest an, dass die SEC mit ihren Zweifeln an der Preisfeststellung bei BTC nicht ganz falsch könnte. Zuletzt gab das Konsortium VanEck und SolidX sein Vorhaben für einen offiziell zugelassenen Bitcoin ETF freiwillig auf. Im Fall von Bitwise Bitcoin ETFs überraschte die SEC damit, ihre Ablehnung in eine Revisionsrunde zu schicken.

Frage der Zeit bei Bitcoin ETFs?

Beobachter erwarten derzeit (November 2019) keinen Kurswechsel der SEC und haben ihre Hoffnungen auf Bitcoin ETFs in die Zukunft verschoben. Grund für die Annahme, dass Bitcoin ETFs mittelfristig doch noch kommen werden, ist der wachsende Kryptomarkt und dass sich die Antragsteller mittlerweile besser darauf vorbereiten können, welche Zweifel sie bei der SEC ausräumen müssen. Unterdessen stellt sich allerdings auch heraus: Bitcoin Futures wie bei Bakkt als Alternative zu ETFs haben BTC nicht den Schub verliehen wie vielerorten erwartet.

Was Du als privater Anleger noch wissen solltest: Wenn etwa an der Börse Stuttgart von ETNs (Exchange-Traded Notes) oder der Schweizer Börse von ETPs (Exchange Traded Product) auf Basis von Kryptowährungen die Rede ist, bedeutet dies lediglich Börsenhandel von nicht zulassungspflichtigen Finanzinstrumenten. Den Anlegerschutz, denn die mächtige SEC in den USA verkörpert, genießen solche Angebote nicht. Insofern macht das Warten auf wirkliche Bitcoin ETFs und das damit verbundene Erschließen neuer Investorengruppen weiterhin Sinn.


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