IOTA: Erneuter Leak wirft weitere Fragen auf

Die Lage bei IOTA beruhigt sich nicht: Der selbsterklärte Aufklärer „Hund“ hat ein bisher unbekanntes Papier von 2018 veröffentlicht, welches beweisen soll, dass man im Vorstand der IOTA Stiftung wusste, hart am Rand der Legalität zu agieren. Auch der Status als gemeinnützige Organisation könnte damit gefährdet sein. 

Seit nunmehr gut vier Monaten beschäftigt der Umgang mit Investorengeldern bei IOTA die interessierte Kryptoszene. Den Stein ins Rollen brachte IOTA-Mitgründer und Ex-Vorstandsmitglied Sergey Ivancheglo (CFB, Come-from-Beyond) Anfang Februar. Klar wurde schnell: Aus den Gründungstagen von IOTA und den Vorgängerfirmen Jinn Labs und IOTA AS lagern noch IOTA, die umgerechnet Millionen von US-Dollar wert sind, auf Konten, die David Sønstebø, Chef der IOTA-Stiftung, zu kontrollieren scheint. Im Mai trat dann mit Hund eine anonyme Person aufs Parkett, welche systematisch Informationen zu den Vorgängen bei IOTA sammelt. Dieser „Hund“ hat nun ein weiteres Papier ausgegraben und erklärt auf Twitter, was an dem Dokument pikant erscheint.

Belastet sich IOTA-Führung in vertraulicher Vereinbarung selbst?

Konkret geht es bei dem Material, das „Hund“ nun online stellt, um ein Memorandum of Understanding (MoU, Absichtserklärung) vom August 2018. Es sollte den Weg freimachen für den Einstieg von Sergey Ivancheglo und Serguei Popov in den Vorstand der IOTA Stiftung. Dieses Gremium bestand damals aus drei Personen, David Sønstebø, Dominik Schiener und Ralf Rottmann. Diese ahnten wohl bereits, dass mit den IOTA-Mitgründern Ivancheglo und Popov auch Ärger aus der Vergangenheit drohen könnte und deshalb wurde das MoU verfasst. In der vorliegenden Version wurde es auch von allen fünf unterzeichnet und dabei auch Vertraulichkeit vereinbart. Die Authentizität dieses Dokuments wurde bisher nicht bezweifelt.

Wenn das MoU echt ist, beweist es:

  • Zwischen IOTA Stiftung und IOTA AS floss Geld und die Beteiligten wussten, dass dabei einige Winkelzüge und juristische Beratung nötig werden würden, um die Aktionen legal zu halten.
  • Anteilseigner an IOTA AS (zuvor Jinn Labs) waren zu dem Zeitpunkt Sønstebø und Ivancheglo. Mittlerweile behauptet Sønstebø, IOTA AS sei allein seine Firma.
  • Der Verkauf des IOTA Projekts Qubic von IOTA AS an IOTA riecht nach Scheingeschäft, das MoU erwähnt einen möglichen Interessenkonflikt durch die Doppelrolle von Sønstebø ausdrücklich.
  • Der Transfer von Guthaben (speziell den unclaimed IOTAs) von der IOTA Stiftung zu IOTA AS könnten dazu führen, dass IOTA seine Gemeinnützigkeit verliert. Denn bei IOTA AS handelt es sich um ein gewinnorientiertes Unternehmen.
  • Verschwiegenheitserklärungen zu Belangen des Privatlebens von Sønstebø und Schiener in dem MoU weisen daraufhin, dass sie hier fürchteten, erpressbar zu werden.

Einzelne Teile des MoU sind geschwärzt, interessanterweise auch die Tabelle, in der festgelegt wurde, welche Personen wie viele IOTA erhalten sollten.

Liest man das MoU als Ergänzung zu den bereits bekannten Details aus der Vorgeschichte von IOTA, fällt auf: Dominik Schiener scheint eine zentralere Rolle zu spielen als gedacht. Kein Deal ohne seine Mitarbeit. Damit dass funktionierte, wurde eine Firma Schiener & Sønstebø eingerichtet.

„Hund“ schreibt, seine neuen Erkenntnisse wurden auf relevanten IOTA-Foren auf Reddit gleich wieder gelöscht. Auf Twitter finden sie bislang wenig Publikum, doch das kann sich ändern. Denn das MoU war, so wie es jetzt vorliegt, ganz bestimmt nicht für die Öffentlichkeit gedacht.

Fazit: IOTA Stiftung sollte endlich Farbe bekennen

Die wiederkehrenden Vorwürfe um die Geldflüsse bei IOTA schaden dem gesamten Projekt, zuletzt schalteten sich auf frühe Investoren mit Schadensersatzforderungen in die Geschichte ein.

Was das MoU betrifft: Die fünf Unterzeichner wissen vermutlich genau, was dort 2018 auch zwischen den Zeilen vereinbart wurde. Die Fronten sind relativ klar: Ralf Rottmann hat sich zum 1. April 2019 aus der IOTA Stiftung zurückgezogen und schweigt seitdem. Ivancheglo aka CFB trat wenig später im Sommer 2019 aus dem Vorstand aus und hat sich öffentlich auf Sønstebø eingeschossen.

Auf der anderen Seite beherrschen mit Sønstebø, Popov und Schiener weiterhin drei IOTA-Gründer die Stiftung, im Vorstand ist derzeit mit Navin Ramachandran nur eine vierte Person vertreten, die an dem MoU nicht beteiligt war. An sich sollte der IOTA Stiftung wichtig sein, aus der Defensive zu kommen und Klarheit zu schaffen. In dem MoU geht es an einer Stelle um 81 Ti, IOTA im Wert von aktuell rund 20 Millionen Dollar. Diese fragliche Summe nennen auch die frühen Investoren. Sønstebø, Popov und Schiener dürften wissen, wo dieses Geld jetzt lagert und was damit geschehen soll.

Doch sie scheinen die Geschichten lieber aussitzen zu wollen, was in der Öffentlichkeit den Verdacht auf Vertuschung aufwirft und den Stiftungsstatus der in Berlin eingetragenen IOTA Stiftung gefährden könnte. Übrigens schweigt zudem der Aufsichtsrat bei IOTA weiterhin. Von außen betrachtet mutet es doch sehr merkwürdig an, wenn IOTA zu den Enthüllungen und Vorwürfen offiziell nichts zu sagen hat, also auch nicht widerspricht. Wann kommt bei IOTA endlich eine externe Prüfung von neutraler Seite?


Wer noch keine IOTA hat kann diese hier kaufen:

11 Kommentare

  1. „In dem MoU geht es an einer Stelle um 81 Ti, IOTA im Wert von aktuell rund 20 Millionen Dollar.“

    Es gibt nicht genügend Liquidität für 81 Ti, daher ist der Wert vielleicht 2-3 Mio Dollar bei stabilem Markt.

      • @MS

        Wenn du keine Ahnung hast wie ein Tradingmarkt funktioniert und scheinbar nicht einmal weißt, was Liquidität bedeutet, solltest du vielleicht einfach mal die Klappe halten, bevor du andere als Depp bezeichnest.
        Aber scheinbar stimmt es, was man in der Kryptoszene sagt. Die mit Abstand dümmste Community hat Iota.

  2. Man muss den Schrott ja nicht komplett mit einer Tranche verkaufen. Der „Wert“ wird nun mal immer mit dem aktuellen Spotpreis angegeben.
    Aber es ist schon peinlich genug, daß tatsächlich nicht mehr Liquidität vorhanden ist.

    • Schön, dass du ein so großes Wissen über Tradingmärkte besitzt. Wegen einem einzelnen User, der nicht ganz durchblickt, die gesamte IOTA Community als die dümmste abzustempeln, outet dich als menschlichen Vollversager. Noch dazu bezeichnest du IOTA als „Schrott“, wobei du wahrscheinlich noch nicht einmal versucht hast, dich damit zu beschäftigten, geschweige denn ein Verständnis dafür zu entwickeln. Aber hey, etliche Weltfirmen und Konsortien, die OMG und eCl@ss sind natürlich alles dumme Leute, die irgendeinen Schrott etablieren wollen.

  3. IOTA meldet sich nicht zu Wort, weil man nicht auf jeden FUD eingehen muss. Der Artikel kommt nicht mit Beweisen daher, nur mit Spekulationen. Ganz ehrlich, ich kann nichts illegales entdecken, nur ganz gängige normale Praktiken in der freien Wirtschaft… was ist los mit euch? Hinter eurem FUD steckt doch etwas ganz anderes? Angst vor der Konkurrenz?

  4. Tut mir leid aber diese Berichterstattung stößt mir schon eine Weile negativ auf. Es werden hier angebliche Fakten von einem anonymen User verbreitet, welche quellenlos und juristisch vollkommen irrelevant sind. Investoren von Jinn, IOTA AS oder weiß der Geier, sind selbst schuld, wenn sie in ein so hoch riskantes Projekt ihr Geld stecken. In Deutschland ist es kein leichter Weg eine gemeinnützige Stiftung zu werden, es kann also davon ausgegangen werden, dass dort viel überprüft wurde. Und wie gesagt, ältere Vorkommnisse sind meines Wissens juristisch nicht angreifbar! Es wird hier zwar auch positiv über IOTA berichtet, aber die Art und Weise ist m.E. sehr fragwürdig. Der Autor mag vielleicht eine gute Rechtschreibung haben, allerdings wohl keine große Ahnung von Quellenbelegen.

  5. Ohman Leute die sich für schlauer halten in den Kommentaren und dabei die dümmsten sind

    Er hat schon recht, im Markt ist zu wenig Liquidität um die 20 Millionen zu erreichen. Bei einem Tagesumsatz unter 10 Millionen auf allen Börsen wird der Preis massiv sinken wenn 80 Ti in die Verkaufbücher geworfen werden.

    • 10 Millionen Tagesumsatz? Wahrscheinlich sind es nichtmal 200k im Durchschnitt und das ist auch wiederum nur der Umsatz (inkl. Trading), also nicht die effektiven Käufe.
      Der ganze Rest sind Bots.

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