Ethereum: Was geschieht mit den fälschlich angewiesenen Millionensummen?

Vor einer knappen Woche staunte die Kryptoszene über zweimal 2,6 Millionen US-Dollar in Ethereum (ETH), die als Gebühren für jeweils eine Transaktion bezahlt wurden. Die beiden Mining Pools, bei denen das Geld landete, reagieren unterschiedlich.

Was würdest Du machen, wenn Du zufällig eine größere Summe Geld findest? Die Frage stellt sich derzeit in der Welt von Ethereum (ETH), wo vergangene Woche gleich zwei Millionenfunde für Schlagzeilen sorgten. Offenbar hatte jemand, der von seinem Konto ETH verschicken wollte, Details durcheinandergebracht und so umgerechnet gut 2,6 Millionen US-Dollar angeboten, damit seine Überweisung validiert wird. Gas nennt man bei Ethereum diese Gebühren für die Nutzung der Blockchain und an sich kostet eine solche Überweisung allenfalls 0,50 US-Dollar. Der gleiche ETH-Sender veranlasste noch eine zweite Transaktion mit demselben auffälligen Fehler. Gefunden wurde dieses Geld von den Mining Pools Ethermine und Spark Pool bei ihrem Kerngeschäft, dem Schürfen neuer Blöcke.

Ehrliche Finder vs. ehrliche Blockchain

An sich verteilt ein Mining Pool seine Profite automatisch und transparent an die Teilnehmer. Doch bei solch einem Überraschungsfund – kann man da einfach bei der Tagesordnung bleiben? Ethermine meinte „Ja“, Spark Pool ist sich nach wie vor unsicher.

Ethermine tweetet durch seine Mutterfirma Bitfly, man habe vier Tage abgewartet und verteile die fraglichen ETH nun an die Teilnehmer des Pools. Und so werde man auch in Zukunft vorgehen.

Spark Pool wiederum sucht noch per Twitter nach dem Sender der Millionengebühr und stellt ihm eine einvernehmliche Lösung in Aussicht. Doch wie auch bei Etheremine gibt es bei Spark Pool bislang keine Rückmeldung, die beweist, der betroffene Sender zu sein.

Wenn Du die Diskussionen bei Twitter zu den Entscheidungen von Ethermine und Spark Pool liest, verstehst Du schnell: Der Umgang mit der Situation berührt eine grundsätzliche Frage in der Kryptoszene. Da gibt es das eine Lager, welches darauf pocht, die Ergebnisse einer Blockchain unter allen Umständen zu akzeptieren. Und es gibt ein Lager, welches Verständnis für Fehler zeigt und sich für eine Rückabwicklung ausspricht. Bei ETH führte dieses Dilemma auch zum Hard Fork nach dem DAO Hack von 2016 und der Absplitterung von Ethereum Classic.

Fazit: Gerechtigkeit ist selbst in der Blockchain relativ

Ungewünschte Einmischung wollen Bitcoin und Co. in ihren Konzepten eigentlich ausschließen. Doch auch bei Hacks an Kryptobörsen etwa taucht schnell die Frage auf, ob fragliche Coins nicht gesperrt werden sollen. Wo also verortest Du Dich? Wärest Du mit Finderlohn einverstanden? Oder ist der selbst schuld, der sein Kapital unglücklich verliert? Es bleibt kompliziert und solche moralischen Fragen wie jetzt gerade bei Ethereum werden wir wohl nicht zum letzten Mal hören.


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