Wieder Ärger bei IOTA: Deutscher Blogger verursacht Schlammschlacht

Der Versuch eines deutschen Bloggers, eine renommierte Sicherheitsforscherin in Sachen IOTA zu beeinflussen, ist mächtig nach hinten losgegangen. Steffen Vogt, der hinter Tangleblog.com, steht, musste sich nach Eingreifen der IOTA-Stiftung öffentlich entschuldigen.

Schon lange ist in der Kryptoszene bekannt, dass in der Community von IOTA der Umgangston rauer ist als anderswo und Kritiker gerne persönlich angegangen werden. Aber was Steffen Vogt aka Limo im Namen des von ihm betriebenen Tangleblogs da in dieser Woche angezettelt hat, erreicht fragwürdige Dimensionen. Ihm gefiel offensichtlich nicht, dass die anerkannte Sicherheitsforscherin namens Sarah Jamie Lewis Zweifel an dem Projekt Coordicide bei IOTA äußert. Also schrieb er ihr bei Twitter eine Direktnachricht, die sich kaum anders als ein Erpressungsversuch lesen lässt. Wenn Sarah Jamie Lewis nicht binnen zweier Wochen umdenke, werde er bei Tangleblog einen Artikel über ihr Privatleben inklusive Denunziationen veröffentlichten, drohte Limo. Womit er anscheinend nicht gerechnet hatte: Sarah Jamie Lewis machte diesen recht plumpen Versuch auf Twitter öffentlich und legte im gleichen Atemzug sehr differenziert dar, warum aus ihrer Sicht die Dezentralisierung bei IOTA nicht funktionieren kann.

Tangleblog und Sarah Jamie Lewis: Warum die IOTA-Stiftung einschritt

Doch Tangleblog ließ sich von der fundierten Kritik an Coordicide bei IOTA nicht stoppen und schrieb tatsächlich über Sarah Jamie Lewis. Der Artikel ist mittlerweile gelöscht, lässt sich aber im Webarchiv hier finden. Limo war sich einmal zu schade, einen Vibrator-Tweet von Sarah Jamie Lewis als Argument gegen sie anzuführen. Was er nicht bedacht hatte: Die Kryptospezialistin publiziert auch über Sicherheitslücken bei Sexspielzeugen, die per Internet interagieren, und hat es damit schon ins Fachmagazin Wired geschafft. Kurz gefasst: Während Tangleblog ziemlich unprofessionell im Privatleben von Sarah Jamie Lewis herumstocherte, blieb die Spezialistin erstaunlich cool und auf inhaltliche Themen fokussiert. Nach rund 24 Stunden Schlammschlacht wurde es dann der IOTA-Stiftung zu bunt. Auf Twitter ließ sie verlauten: IOTA habe eine breite Community und dort seien unterschiedliche Meinungen vertreten. Aber anstatt öffentlich zu debattieren, solle man sich doch lieber intern und themenbezogen austauschen.

Daraufhin knickte Tangleblog ein und entschuldigte sich, wenn auch halbherzig. Er habe schlechtes Licht auf IOTA geworfen und einen Fehler gemacht, schreibt Steffen Vogt. Sein „Pokerspiel“, mit dem er Sarah Jamie Lewis provozieren wollte, sei falsch gewesen. Er wolle nun zwei Wochen Pause machen und seine Kommunikationsmethoden überdenken.

Warum der Fall Sarah Jamie Lewis vs. Tangleblog so pikant ist

Wer jetzt aber denkt, mit der von Tangleblog gezeigten Reue sei die Angelegenheit abgehakt und unter „Kinderspiele von Erwachsenen“ abgelegt, liegt falsch. Denn die Affäre legt den Finger auf wunde Punkte bei IOTA. Coordicide als der Schlüssel zur Dezentralisierung bei IOTA kommt nicht wirklich voran, auch wir haben bereits darüber berichtet und dafür Kritik einstecken müssen. Und bei der IOTA-Stiftung rumort es im Vorstand, in diesem Jahr erklärten bereits mit Sergey Ivancheglo (Come-from-Beyond/CFB) und Ralf Rottmann zwei prominente Vorstandsmitglieder ihre Rücktritte. Die Stellen wurden bisher nicht nachbesetzt. Es halten sich Gerüchte über interne Grabenkämpfe bei IOTA, die sich nicht nur um technologische Fragen drehen und Spezialisten davon abhalten, ihre Namen und Wissen für IOTA herzugeben. Falls IOTA tatsächlich versucht, sachliche Kritiker mundtot zu machen, deutet dies auf Abgründe hin. Immerhin ist es nicht das erste mal das jemand von IOTA oder aus dem IOTA Umfeld durch eine solche Aktion auffällt. In der Vergangenheit haben wir das schon von den IOTA Mitgründern David Sonstebo und Sergey Ivancheglo erlebt.

Im Interesse von Anlegern und IOTA ist zu wünschen, dass alle Beteiligten ihr Verhalten überdenken und sich auf die dringend notwendige fachliche Arbeit konzentrieren. Dazu gehört, im Zweifelsfall wie etwa bei Coordicide Probleme beim Namen zu nennen.


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6 Kommentare

  1. Hans Moog von der IOTA Foundation, hatte sich der Kritik von Sarah Jamie Lewis bereits fachbezogen per Titter angenommen und ihre Kritik in wenigen Punkten entkräftet. Dialog lässt sich öffentlich auf Twitter einsehen.

    Wenn die IOTA-Technologie so harsch von IOTA-Fans und IOTA-Kritikern in Diskussion steht, dann geht es wohl auch um sehr viel. Ihr Beitrag mit dem Titel „Wieder Ärger bei IOTA“ will ich als eine Art „Indikator“ sehen.

    Ein Indikator für Tangle vs. Blockchain. Oder: Wenn IOTA ihr Vorhaben tatsächlich schafft und erfolgreich umsetzt, dann Gnade Gott der restlichen Kryptowelt.

    Es bleibt also sehr spannend …

    • Hand Moog hat nichts entkräftet. Konkret geht sie auf das Problem ein, dass IOTA die Gossip Methode (jede Node gibt die Information an zwei zufällig ausgewählte Nodes weiter) nutzen will um zu gewährleisten, dass es Consens im tangle Netzwerk gibt. Das Problem welches sie anspricht ist, dass dies nur funktioniert wenn es eine vorher festgelegte Liste an Nodes gibt. Dies widerspricht aber der dezentralität. IOTA hat darauf auch bisher keine Antwort geliefert wie sie das Problem umgehen wollen. Sie behaupten aktuell, dass sie dafür eine Lösung im Kopf haben. Diese ist aber nicht im whitepaper zu finden und geteilt haben sie sie bisher auch nicht.

      • Gute Arbeit. Kurze Zeit, nachdem die Auseinandersetzung seinen Lauf nahm, wurde im IOTA Chatroom Discord im Bereich „tanglemath“ erläutert, weshalb sie Recht hat.

      • „Das Problem welches sie anspricht ist, dass dies nur funktioniert wenn es eine vorher festgelegte Liste an Nodes gibt. Dies widerspricht aber der dezentralität.“

        Richtig!

        „Sie behaupten aktuell, dass sie dafür eine Lösung im Kopf haben. Diese ist aber nicht im whitepaper zu finden und geteilt haben sie sie bisher auch nicht.“

        Die IF hat sich im IOTA Discord ausgiebig geäußert und Antworten zu den Fragen geliefert. Allerdings sind die meisten Leute dort nicht so tief im Thema wie Sarah. Daher ist nicht klar ob wirklich alles erläutert wurde. Vermutlich nicht, denn sonst würde auch alles im Whitepaper stehen.

        Guter Blog bitte weiter so!

  2. Genauso dämlich wie alles was in letzter Zeit aus Schland kommt – gepaart mit widerlicher Arroganz.
    Ich bin dann mal weg (aus Schland) bevor ich hier noch alles vollkotze – und um den Untergang nicht mit ansehen zu müssen…

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