Bei EOS handelt es sich um eine Open-Source Blockchain, die mit dem Protokoll Delegated Proof-of-Stake als Pionier auftrat und die eigene Kryptowährung EOS organisiert. Das EOS genannte Ökosystem hat Decentralized Apps (DAppS) im Fokus und will sich mit diesen sowie hoher Skalierbarkeit bei EOS von anderen Kryptowährungen abheben.

Quick Facts

Ticker Symbol: EOS
Maximale Tokenanzahl: aktuell unbegrenzt
Protokoll: Delegated Proof-of-Stake (DPoS)

Geschichtlicher Hintergrund zu EOS

Wir schreiben Mai 2017, als eine auf den Kaimaninseln ansässige Firma namens Block.one ein Whitepaper mit dem Titel EOS.IO vorstellt. Bitcoin (BTC) notiert zu der Zeit bereits deutlich über 2.000 US-Dollar und hat einen regelrechten Boom in Sachen Kryptowährungen ausgelöst. Im Team von Block.one finden sich mit Chefentwickler (CTO) Dan Larimer und Brendon Blumer als CEO zwei in der Kryptoszene wohlbekannte Namen. Dan Larimer hatte mit Steemit bereits ein soziales Netzwerk auf dezentraler Basis gelauncht, mitsamt zugehöriger Kryptowährung STEEM. Auch die Finanzplattform BitShares und die dort genutzte Kryptowährung BTS gehen auf Larimer zurück. Brendon Blumer wiederum hatte das dezentrale Prinzip von Blockchains auf den Handel mit Ausrüstungsgegenständen und anderen Gütern in Multiplayer Online Games wie World of Warcraft übertragen.

Mit dem Renommee von Larimer und Blumer im Rücken fand EOS.IO großes öffentliches Interesse. Am 26. Juni 2017 startete Block.one eine ICO, welche in die Geschichte der Kryptowährungen eingehen sollte. Insgesamt 1 Milliarde EOS wurden damals produziert, von denen sich Block.one 10 Prozent, also 100 Millionen Token, für sich selbst ausschüttete. 200 Millionen EOS (20 Prozent aller damaligen EOS) wurden in einer Art fünftägigem Pre-Sale vom 26. Juni bis 1. Juli 2017 angeboten und verkauft. Anleger in EOS mussten in Ethereum (ETH) für EOS bieten. Die ersten 200 Millionen EOS brachten umgerechnet etwa 185 Millionen US-Dollar, EOS wurde zum Hype. Nun bediente sich Block.one eines Kunstgriffs und brachte die restlichen 700 Millionen EOS, also 70 Prozent der damaligen Token, mithilfe eines ausgeklügelten Systems auf den Markt.

Block One Executives

Vom 1. Juli 2017 an wurden in 350 aufeinanderfolgenden Perioden von jeweils 23 Stunden je 2 Millionen EOS offeriert. Der Preis berechnete sich dabei jedes Mal auf der Basis von ETH, die eingezahlt wurden. Die Formel lautete: 2 Millionen EOS dividiert durch insgesamt eingesammelte ETH der vorangegangenen 23 Stunden und dieser Wert multipliziert mit den individuell eingezahlten ETH. Somit wurde der Preis von EOS über ein Jahr stetig neu ermittelt, ein Novum bei ICOs. Am Ende dieser ICO, die Eigendynamik entwickelte, standen am 3. Juli 2018 für Block.one etwa 4 Milliarden US-Dollar (in ETH) auf der Schlussabrechnung, was die ICO von EOS zu der bis dahin erfolgreichsten aller Zeiten machte.

Spätestens seit Abschluss der ICO von EOS stand das Projekt unter erhöhtem Druck. Denn Block.one hatte ja nicht nur eine weitere Kryptowährung versprochen, sondern ein ganzes Ökosystem mit attraktiven DApps. Geld stand den Entwicklern nun genügend zur Verfügung – doch EOS.IO hinkt bis heute den Erwartungen hinterher. Es existieren zwar einige Dutzend DApps auf Basis von EOS und der EOS-Blockchain, doch bisher hat keine von denen große Anziehungskraft entwickelt. Schlimmer noch Insider gehen davon aus, dass 90% der DApp Nutzer Fake sind. Auch ein mit großem Tamtam angekündigtes EOS-Event am 1. Juni 2019 verlor sich in Plänen, bei denen ein dezentralisiertes soziales Netzwerk namens Voice in den Mittelpunkt gerückt wurde. 30 Millionen US-Dollar hat sich Block.one die Domain Voice.com kosten lassen, aber das Projekt selbst steckt in der Beta-Phase fest. Für viele Beobachter bleibt indes unklar, was Block.one mit seinen finanziellen Ressourcen wirklich anstellt, die Firma hinter EOS ist eben keine Stiftung und veröffentlicht keine transparenten Geschäftsberichte.

Technologie hinter EOS

EOS baut auf einer eigenen Blockchain auf, die von Block.one entwickelt wurde. Herzstück des Netzwerkes, welches Delegated Proof-of-Stake benutzt, sind die sogenannten Block Producer, manchmal auch als Super Nodes bezeichnet. Ihre Aufgabe ist es, sicherzustellen, dass jede Transaktion oder Interaktion bei EOS.IO innerhalb von 3 Sekunden bestätigt wird. 21 solcher Block Producer gibt es bei EOS, belohnt werden sie für ihre Arbeit mit neu geminten EOS. Zunächst wurden dafür 5 Prozent Inflationsrate bei EOS festgesetzt, mittlerweile wurde dieser Wert auf 1 Prozent gesenkt. Von diesen neuen EOS gehen 4 Prozent in einen Fonds, mit dem externe Entwickler unterstützt werden sollen, die besonders attraktive DApps vorstellen. Die 21 aktiven Block Producer und 100 Block Producer in Reserve verteilen die restlichen neuen EOS unter sich, was für jeden einzelnen bei aktuellen Kursen EOS im Wert von mehr als 10 Millionen US-Dollar jährlich bedeutet.

Die an sich geniale Idee von Dan Larimer bei dem von ihm erfundenen DPoS war, dass das lukrative Geschäft der Block Producer durch einen kontinuierlichen demokratischen Prozess gesteuert wird. Jeder, der EOS hält, ist berechtigt über die Besetzung der 21 Block Producer abzustimmen und seine Stimmrechte entsprechen dabei der Summe seiner EOS. Theoretisch erwartet wurde, dass besonders zuverlässige und aktive Block Producer gute Chancen haben, ihre Position zu behalten. Fragwürdige Block Producer sollten abgewählt und durch neue ersetzt werden, für die 100 Kandidaten ständig bereitstehen. In der Praxis aber hat sich gezeigt, dass es kaum Veränderungen in der Besetzung der 21 Block Producer gibt, weil die Anleger ihre Stimmrechte nicht wahrnehmen, und sich so die 21 aktiven plus einige Reservekandidaten untereinander abwechseln.

Die zweite technische Besonderheit bei EOS heißt TAPOS (Transaction As Proof Of Stake). Dieses Prinzip sorgt dafür, dass sich die Blockchain nicht in verschiedene Richtungen aufsplittern kann. Weiter wichtig zum Verständnis von EOS.IO und EOS ist: Es gibt keine Transaktionsgebühren, denn mit jedem EOS wurde automatisch auch ein entsprechender Teil der Rechenleistung des gesamten Netzwerks eingekauft. Dieses Detail wird dann besonders interessant, wenn es um DApps geht und diese möglichst schnell laufen sollen. Wer mehr EOS hält, wird bei seinen Anforderungen etwa aus DApps bei EOS.IO bevorzugt behandelt.

Voice als mögliche Vorzeige-DApp und Alternative zu bestehenden sozialen Netzwerken wie Facebook ist der aktuelle Lackmus-Test für EOS. Daneben werden Sicherheitslösungen in Zusammenarbeit mit der auf physische Lösungen spezialisierte Firma Yubico bei EOS.IO integiert, um den täglichen Gebrauch von EOS und DApps komfortabler zu gestalten. Schließlich arbeitet man bei Block.one auch daran, EOS.IO als Blockchain zu vermarkten und diese generell durch verbesserten Code schneller und höher Skalierbarkeit zu machen.

Kritik an EOS

Die Besonderheiten bei EOS sind es auch, die immer wieder Kritik hervorrufen. An erster Stelle steht dabei die Erkenntnis, dass EOS den Ansprüchen an eine dezentralisierte Kryptowährung nicht wirklich genügt. Alleingänge der Block Producer, bei denen ursprüngliche Grundsätze von EOS ohne Mehrheit ausgehebelt wurden, belegen die Probleme, die DPoS bei EOS.IO hervorruft. Manifestiert hat sich diese Kritik auch in einer Analyse, die EOS Defizite bei der Verschlüsselung, Tempo und Transparenz bescheinigt. Der Schluss mancher Experten: EOS ist mehr eine Cloudlösung als eine echte Blockchain.

Kritische Skepsis gegenüber EOS und EOS.IO beruht zudem hauptsächlich darauf, dass Block.one zunehmend in Verzug gerät, was die Vision eines Ökosystems angeht. Drittfirmen halten sich zurück damit, DApps für EOS.IO zu entwickeln, und Block.one als privates Unternehmen mit den durch die ICO eingesammelten riesigen finanziellen Reserven tut sich schwer damit, Vorzeigbares zu liefern. Während etwa bei Ethereum (ETH) eine Stiftung richtungsweisende Entscheidungsprozesse moderiert und über ihre Verwirklichung wacht, bilden bei Block.one eine Handvoll Männer das Executive Team fernab jeglicher öffentlicher Kontrolle. So ist es wenig überraschend, dass sich Ethereum-Erfinder Vitalik Buterin mitunter an die Spitze der EOS-Kritiker setzt und an seine Prognosen erinnert, demnach DPoS Schwachstellen schon im Konzept mit sich trägt.

EOS kaufen

Wer EOS kaufen möchte kann das an Kryptobörsen machen, die auch als Exchanges bezeichnet werden. Wichtig dabei zu wissen ist allerdings, dass nicht an jeder Kryptobörse Kryptowährungen wie EOS gegen Euro gehandelt werden. Bei der größten Kryptobörse der Welt, Binance, werden alle Kryptowährungen zum Beispiel nur gegen andere Kryptowährungen gehandelt wie etwa Bitcoin oder Tether. Wir empfehlen daher EOS bei eToro zu kaufen. Dort wird EOS nicht nur gegen Euro gehandelt, sondern ihr könnt die Einzahlung auch per Kreditkarte, Paypal oder Sofortüberweisung übernehmen. Keine andere Börse unterstützt sonst diese Zahlungsarten. Neben eToro wird EOS auch bei Coinbase gehandelt. Auch die Börse können wir bedenkenlos empfehlen. Eine ausführliche Anleitung wie ihr EOS kaufen könnt und einen Anbietervergleich findet ihr hier.

Alternativen zu EOS aus Anlegersicht

Als EOS startete, wurde dies in der Kryptoszene hauptsächlich als Konkurrenz zu Ethereum (ETH) gesehen. Beide Kryptowährungen wollen nicht bloß als Zahlungsmittel dienen, sondern sehen ihre Blockchains als gut gerüstet für den Einsatz bei DApps und Smart Contracts. Während bei Ethereum der Umstieg auf Proof-of-Stake noch bevorsteht und in der Community umstritten ist, kann EOS hier technisch punkten. Anderseits hat ETH in Sachen Marktkapitalisierung und Tagesumsätzen die Nase deutlich vorn. Mit Cardano (ADA) und NEO finden sich unter den 20 wichtigsten Kryptowährungen zwei weitere Token, die in ihrem Konzept EOS ähneln und deshalb aus Sicht von Anlegern eine Alternative zum Investment in EOS darstellen.

Wallets für EOS

Wer in Kryptowährungen investiert und mit ihnen handelt, hat prinzipiell die Wahl zwischen drei Arten von Wallets (Geldbörsen), mit denen er seine EOS verwaltet. Unterschieden wird zwischen Paper Wallets und Hardware Wallets auf der einen Seite , die größtmögliche Sicherheit bieten, und Software Wallets für Bequemlichkeit im Alltag mit deutlichen Abstrichen in Sicherheitsfragen. Paper Wallets als ursprünglichste Lösung bedeutet dabei, Private und Public Keys wirklich auf einem Blatt Papier aufzuschreiben oder sonstwie abgetrennt vom Internet und technischen Devices zu notieren. Wenn diese Notiz dann noch im Tresor lagert, ist der Sicherheit zwar Genüge getan – doch immer dann, wenn EOS oder andere Kryptowährungen bewegt werden sollen, müssen lange Buchstaben- und Zahlenreihen in den Computer eingetippt werden.

Mehr Komfort bieten Software Wallets, die EOS und andere Guthaben verwalten. Besonders beliebt in der EOS Community ist das Scatter Wallet. Dieses ist sowohl für Windows, Mac als auch für Linux verfügbar. Daneben haben sich diverse spezialisiere Anbieter etabliert. Das große Minus bei Software Wallets: Da sie grundsätzlich direkt an das Internet angebunden sind, besteht die Gefahr von Online-Attacken, bei denen die Angreifer die Kontrolle über Deine Wallet übernehmen wollen. Deshalb nutzen Krypto-Anleger Software Wallets normalerweise nur, um dort kurzfristig Guthaben zum Tageshandel zu halten.

Die sicherste Option, um Deine EOS und andere Kryptowährungen zu verwalten, sind zweifelsohne Hardware Wallets. Hier werden die digitalen Guthaben in einem externen Gerät verwahrt und die Private Keys sind auf einem Sicherheitschip abgetrennt vom Internet gespeichert. Der Markt für Hardware Wallets wird von zwei großen Herstellern dominiert, Ledger und Tresor. Unser ausführlicher Vergleich von Hardware Wallets zeigt auf, welches Modell sich für wen am besten eignet und warum wir die Ledger Nano S als Hardware Wallet für Einsteiger und die Ledger Nano X für aktivere Kryptoanleger uneingeschränkt empfehlen können. Die Hardware Wallets sowohl von Ledger als auch von Trezor unterstützen EOS, für jeden, der größere Guthaben hält, ist eine Hardware Wallet im Grunde Pflicht.

Fazit zu EOS

Das mit großen Vorschusslorbeeren gestartete Projekt EOS.IO behauptet sich unter den nach Marktkapitalisierung 10 wichtigsten Kryptowährungen, sieht sich aber zunehmend starker Konkurrenz ausgesetzt. Der technologische Vorsprung auf Ethereum schrumpft und das von Block.one versprochene Ökosystem rund um EOS wächst langsamer als erhofft. So dürfte es für die Kursentwicklung von EOS mittelfristig besonders darauf ankommen, ob es dem Team um Dan Larimer und Brendon Blumer gelingt, die Vorteile einer privatwirtschaftlich organisierten Blockchain auszuspielen, bei der wenig Rücksicht auf die Community genommen werden muss. Fortentwicklungen und Projekte bei EOS.IO sind eigentlich schneller möglich als bei der Konkurrenz, doch der erste Glanz der rekordverdächtigen ICO scheint verflogen. Anlegern empfiehlt sich, die Entwicklung bei Voice genau zu beobachten, der DApp, die EOS entscheidend voranbringen soll.

Preis und Kursentwicklung

Den aktuellen EOS Preis sowie die Kursentwicklung von EOS findet ihr hier.

Wichtige Links zu EOS

Offizielle Webseite von EOS 
Block.one
Block.one bei Twitter
EOS Block Explorer
Block Producer bei EOS in Echtzeit
Dan Larimer bei Twitter
Brendan Blumer bei Twitter
DApp-Projekt Voice