NFTs: Insiderhandel bei OpenSea kommt in USA vor Gericht

Die New Yorker Staatsanwaltschaft hat einen Ex-Mitarbeiter vom NFT Marktplatz OpenSea verhaften lassen, weil sie ihm Insiderhandel vorwerfen. In mindestens 45 Fällen soll der Angeklagte betrogen haben.

In den USA meldet die Staatsanwaltschaft das erste Verfahren wegen Insiderhandels mit NFTs. In der Klageschrift wird Nate Chastain vorgeworfen, Informationen aus seiner Tätigkeit bei OpenSea illegal für eigene Vorteile genutzt zu haben. Der 31-Jährige war Produktmanager bei OpenSea und wußte deshalb, welche neuen NFT Kollektionen auf dem führenden Marktplatz bald prominent vorgestellt würden. So konnte sich Chastain im Vorfeld mit entsprechenden NFTs eindecken und diese dann mit großen Aufpreisen verkaufen, wenn sie durch ihren Auftritt bei OpenSea ein Momentum bekamen. Ein Anwalt von Chastain bestreitet die Vorwürfe und spricht von „Unschuld“.

Doch bei OpenSea wurde der Verdächtige schon vor der jetzigen Verhaftung gefeuert und die vorgelegte Beweiskette spricht für sich. Die Staatsanwaltschaft will Chastain wegen Betrugs und Geldwäsche in Verbindung mit Insiderhandel bis zu 20 Jahre ins Gefängnis bringen. Konkret soll er mit NFT Kollektionen wie „The Brawl 2“, „Flipping and Spinning“ und „Spectrum of a Ramenfication Theory“ sein Insiderwissen in schnellen Profit verwandelt haben. Für OpenSea ist die Angelegenheit hochnotpeinlich. Die Plattform wickelt mehr als 50 Prozent des globalen Handels mit NFTs ab und hat sich wie eine Börse zur Neutralität verpflichtet. Aber zuletzt hatte OpenSea sowohl mit Phishing Attacken zu kämpfen wie auch mit Vorwürfen von Insider-Trading.

Laut Staatsanwaltschaft konnte Chastain von Juni bis September 2021 für fast vier Monate seine Masche durchziehen. Im Prozess dürfte sich nun auch die Frage stellen, warum interne Prüfer bei OpenSea nicht schon früher Alarm schlugen und wie der Marktplatz generell Insider-Trading verhindern will.

Fazit: Insiderhandel bei OpenSea beschädigt NFT Markt

Die teils Millionenpreise für NFTs provozieren Kritiker regelmäßig dazu, den Handel mit diesen exklusiven Token als „Luftblase“ zu verdammen. Ein Vorfall wie jetzt bei OpenSea gibt ihrer Skepsis neues Futter. Wenn selbst der mit Abstand umsatzstärkste NFT Marktplatz keine fairen Bedingungen für Händler garantieren kann, liegt der Verdacht nahe, dass auch anderswo Insider Vorab-Wissen missbrauchen. Generell scheint sich der NFT Hype abzukühlen, nach der Anzahl täglicher Verkäufe sinken laut Datendienst NonFungible mittlerweile auch Umsätze spürbar. Oft außer acht gelassen wird dabei aber, dass sich das Thema NFTs nicht auf digitale Kunst und Sammlerstücke beschränkt, sondern auch in anderen Branchen wie Logistik und Events innovative Lösungen ermöglicht.


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