Ripple drückt Quartalsverkäufe von XRP auf niedrigsten Stand jemals

Bei Ripple stehen die Verkaufsprogramme von XRP auf eigene Rechnung schon seit langer Zeit in der Kritik. Mittlerweile reagiert Ripple auf die Einwände und reduziert die Verkäufe deutlich. Im 1. Quartal 2020 sank das Volumen mit XRP für 1,75 Millionen US-Dollar auf Rekordtief.

Ripple malt in seinem jüngsten Quartalsbericht erneut eine rosige Zukunft für sein Netzwerk und seine Kryptowährung XRP aus. Trotz der Einbrüche am Kryptomarkt am „schwarzen Donnerstag“ am 12. März 2020 im Zuge der Coronakrise sieht sich Ripple auf Kurs. Hervorgehoben wird das drastisch eingeschränkte Verkaufsprogramm von XRP, welches Kritiker im September 2019 sogar zur Drohung eines Hard Forks provozierte. Im Kern der Diskussion steht dabei, dass Ripple sich quartalsweise 1 Milliarde XRP von einem Treuhandkonto selbst zuteilt und diese XRP verkaufen darf. Mit den Erlösen will Ripple eigentlich Expansion und technische Weiterentwicklung finanzieren.

Doch zugleich können massenhaft auf den Markt gebrachten XRP auch die Inflation anheizen und damit den Kurs schwächen. Diesen Mechanismus hat Ripple begriffen und schon in der 2. Jahreshälfte 2019 damit begonnen, die Verkäufe von XRP zurückzuschrauben. Nun hat im 1. Quartal 2020 das Niveau umgerechnet nur noch 1,75 Millionen Dollar für von Ripple selbst verkaufte XRP betragen, was den niedrigsten Stand in der Geschichte von Ripple markiert. Der Kurs von XRP reagierte auf die Nachricht allerdings kaum und verlor seit Bekanntwerden im Einklang mit dem Gesamtmarkt leicht.

Wie Ripple XRP im Moment betrachtet

Ursprünglich ist XRP als Brückenwährung für Ripples Kerngeschäft konzipiert, der Organisation von grenzübergreifenden Finanztransaktionen. Ripple betont, dass sein Netzwerk dem Ansturm von Überweisungen am und um den „schwarzen Donnerstag“ standgehalten hat, während sich bei Bitcoin (BTC) und Ethereum (ETH) die Überweisungskosten durch rare Kapazitäten teilweise verfünffachten. Ripple sieht Kryptowährungen in den unsicheren Zeiten der Coronakrise als „sicheren Hafen“ für Investments.

In absoluten Zahlen ist die Reduzierung des Verkaufsprogramms tatsächlich deutlich. Im 2. Quartal 2019 hatte das Volumen mit XRP im Wert von gut 251 Million US-Dollar ein Rekordhoch erreicht. Im 3. Quartal 2019, nachdem Kritik immer lauter wurde, betrug das Niveau schon nur noch 66 Millionen US-Dollar, im 4. Quartal 2019 waren es 13 Millionen US-Dollar und jetzt eben lediglich 1,75 Millionen US-Dollar. Diese wurden durch Verkäufe von XRP an institutionelle Partner erlöst, vornehmlich in Europa, Asien, Afrika und im Nahen Osten.

XRP Preis und Handelsvolumen

Ripple berichtet von steigenden Umsätzen im Handel mit XRP an Kryptobörsen. Dort seien die durchschnitten Tagesvolumina im Vergleich zum 4. Quartal 2019 um etwa 70 Prozent auf 322,66 Millionen US-Dollar gewachsen. Eine Grafik zeigt deutlich, wie Kursschwankungen bei XRP mit Tagesumsätzen korrelieren. Inwiefern das Angebot von Ripple Futures mit Hebel von BitMEX dazu beiträgt, ist schwer zu beziffern BitMEX.

Ripple schreibt weiter, dass der Umsatz von XRP als Brückenwährung deutlich zugelegt hat. Im Vergleich zum 4. Quartal hätten sich diese Umsätze fast verdreifacht. Absolute Zahlen dafür nennt Ripple aber nicht. Bekannt ist, dass lediglich 10 Prozent aller Ripple-Partner auch XRP nutzen.

Fazit: Spannend ist auch, was Ripple nicht anspricht

Ripple konzentriert sich in seinem Quartalsbericht fast ausschließlich auf XRP, was durchaus im Einklang mit den Plänen zum Jahreswechsel steht. Denn da hatte Ripple nach einer erfolgreichen Finanzierungsrunde angekündigt, die eingesammelten 200 Millionen US-Dollar vornehmlich dafür zu nutzen, die Akzeptanz von XRP zu stärken. Umgekehrt ergibt sich daraus natürlich auch der Schluss, dass Ripple derzeit auf fremdes Kapital zugreifen kann und es so leicht fällt, dass Verkaufsprogramm von XRP fast einzustellen. Nicht vergessen darf man dabei aber: Teile des Verkaufsprogramms haben immer auch bedeutet, dass sich Partner mit XRP eindeckten, um Liquidität bei ihren grenzübergreifenden Aktionen sicherzustellen. Insofern ist die schwache Nachfrage von institutionellen Partnern nach XRP keine gute Nachricht.

Beobachter bemerkten auch, dass Ripple in seiner Quartalszusammenfassung zwei gewichtige Themen nicht anspricht. Zum einen hatte CEO Brad Garlinghouse im Januar 2020 über Börsenpläne gesprochen – diese Idee wurde im jüngsten Eigenbericht nicht aufgenommen. Und auch jeder Hinweis auf Ripple juristische Aktivitäten fehlt. Diese betreffen auf der Risikoseite eine Sammelklage in den USA und auf der offensiven Seite das Vorgehen gegen YouTube.

Bei genauerer Betrachtung scheint bei Ripple und XRP also doch nicht alles so im Lot, wie die Mutterfirma es suggeriert. Vergessen wir nicht: Als XRP in den letzten 12 Monaten im Juni 2019 kurz auf 0,475 US-Dollar in die Höhe schoss, steckte der umstrittene Einstieg bei MoneyGram dahinter. Jetzt aber notiert XRP wieder in Gefilden von um 0,2 US-Dollar, was private Anleger sicher nicht zufriedenstellt.


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