Ripple mit weiterer Klage wegen XRP konfrontiert

Ripple steht wegen seiner Kryptowährung XRP in den USA zunehmend unter juristischem Druck: Zu einer bereits angelaufenen Sammelklage kommt nun ein weiterer Kläger, der Schadensersatz fordert. Im Kern wird Ripple vorgeworfen, XRP mit Falschinformationen und ohne Genehmigung verkauft zu haben.

Ripple (XRP) hat es schwer in dem Bestreben, durch positive Nachrichten auf sich aufmerksam zu machen. Zwar gibt es einen gut klingenden Quartalsbericht für den Start in das Kryptojahr 2020 und auch Meldungen zu neuen Partnern, die XRP als Brückenwährung für internationale Geldtransfers einsetzen. Doch auf der anderen Seite erleben Anleger und das Fachpublikum, wie XRP für Ripple zur Achillesferse werden könnte. Schon seit Februar 2020 legt eine Sammelklage in den USA den Finger auf die Wunde: Ist XRP nicht eigentlich ein Security Token und deshalb ohne Zulassung an Investoren verkauft worden? Jetzt kommt ein weiterer Kläger hinzu, wie Krypto-Experte Stephen Palley auf Twitter enthüllte.

Warum Ripple sich durch XRP angreifbar gemacht haben könnte

Als Ripple von 2013 an Finanzierungsrunden durchführte und Werbung machte, war die eigene Kryptowährung XRP stets ein entscheidender Punkt. Mit der Blockchain-ähnlichen Lösung RippleNet und XRP als Brückenwährung werde man internationale Geldüberweisung revolutionieren. Anstatt Tagen sollten solche Transfers mit Ripple und XRP nur noch Minuten oder sogar Sekunden dauern und zudem wesentlich weniger Gebühren erfordern. Auch wenn es bei XRP nie eine wirkliche ICO gab – Ripple hat Milliarden von XRP gegen Fiat und andere Kryptowährungen verkauft. Mittlerweile hat sich XRP nach der Marktkapitalisierung als drittwichtigste Kryptowährung etabliert. Doch von dem Allzeithoch über 3,38 US-Dollar ist XRP aktuell bei etwa 0,21 US-Dollar meilenweit entfernt und der Einsatz als Brückenwährung von klassischen Banken hat Exotenstatus.

Diese Kursentwicklung ruft zunehmend enttäuschte Anleger auf den Plan. Sie argumentieren: Ripple habe irreführende Informationen zu XRP verbreitet und hätte XRP gar nicht verkaufen dürfen, weil es sich um einen Security Token, also eigentlich ein Wertpapier handele. Im neusten Fall formuliert der Kläger, die Bitcoin Manipulation Abatement LLC mit Sitz in Puerto Rico: Ripple habe XRP als gutes Investment angepriesen, bezahle Kryptobörsen für die Listung und habe Wertzuwachs für XRP in Aussicht gestellt. Fachmann Stephen Palley nennt die Anschuldigungen zwar einen „alten Hut“, stellt sie aber nicht grundsätzlich infrage.

Palley stößt sich vielmehr am Kläger Bitcoin Manipulation Abatement LLC, die durch Anwalt Pavel Pogodin vertreten wird. Pogodin ist schon durch eine – negativ beschiedene – Klage gegen die Handelsplattform FTX aufgefallen und Bitcoin Manipulation Abatement LLC existiert erst seit März 2019. Es drängt sich der Verdacht auf, dass Pogodin und Bitcoin Manipulation Abatement LLC es nur auf Entschädigungszahlungen abgesehen haben und nie wirklich zu den frühen Investoren zählten. In Deutschland und der EU sind sogenannte Abmahnanwälte lange Zeit im Online-Business gefürchtet gewesen, deren Interesse in rein finanzielle Natur liegt und denen an der eigentlich geforderten Rechtspflege wenig zu liegen scheint.

Ripple und XRP – eine unendliche Geschichte?

Von Ripple und CEO Brad Garlinghouse gibt es keine Kommentare zu den in den USA anhängigen Verfahren. Doch wer den Howey Test anwendet, wie es in den USA maßgeblich ist, wird XRP vermutlich als Security Token einstufen. Das meint auch der unabhängige Crypto Rating Council, der XRP die Note 4,0 gibt, also sehr wahrscheinlich ein Security Token. Die SEC als US-Börsenaufsicht hat sich zu XRP bisher nicht geäußert, doch könnte von den Gerichten dazu aufgefordert werden.

Mit den erheblichen juristischen Risiken um Straf- und Entschädigungszahlungen wegen XRP im Nacken klingen die Börsenpläne von Ripple ziemlich verwegen. Denn Ripple und XRP bilden ein Tandem – ob gewollt oder nicht. Ein Ausweg könnte sein, einen Vergleich anzustreben. Mit dieser Taktik hatte sich bereits EOS retten können und auch Tezos (XTZ) strebt diese Lösung an. Für die Kursentwicklung von XRP wäre ein solcher Befreiungsschlag vermutlich mittelfristig positiv, wenn auch für Ripple einmalig ziemlich teuer.


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