Ethereum 2.0: Testphase ab Juli 2020 erwartet

Bei Ethereum wird seit Jahren an der Umstellung des Protokolls von Proof-of-Work to Proof-of-Stake gearbeitet. Das Ethereum 2.0 getaufte Projekt soll das Ökosystem schneller und leistungsfähiger machen. Nun ist ab Juli der öffentliche Test geplant, der Einfluss auf den Kurs von ETH haben könnte.

Anleger aufgepasst: Bei Ethereum (ETH) stehen technologisch entscheidende Änderungen bevor, die das Potenzial haben, den Kurs von ETH zu beeinflussen. Im Mittelpunkt der Modernisierung hin in Richtung Ethereum 2.0 steht dabei das Ziel, das Protokoll von dem energie- und zeitaufwendigen Proof-of-Work (PoW) umzustellen auf Proof-of-Stake (PoS). Das Projekt Ethereum 2.0 hatte sich für die Entwickler um Vitalik Buterin als wesentlich komplexer herausgestellt als ursprünglich angenommen, der für den Januar 2020 angepeilte Start von Ethereum 2.0 musste verschoben werden. Jetzt aber deuten Meldungen aus verschiedenen Quellen auf einen ersten Praxistest von Ethereum 2.0 ab Juli hin. Wir erklären, was zu erwarten ist.

Hintergrund zu Ethereum 2.0

Wenn im Juli im Ökosystem von Ethereum eine zweite Blockchain namens Beacon in Gang gesetzt wird, ist dies der erste Schritt hin zu Ethereum 2.0. Beacon wird bereits auf PoS basieren, zunächst aber keine finanziellen Transaktionen und Smart Contracts unterstützen. Insofern kann Beacon auch als Testnet angesehen werden. Für die Umsetzung von PoS bei Beacon werden allerdings ETH eingesetzt. Es wird möglich sein, ETH von der bisherigen Ethereum-Blockchain nach Beacon zu senden und sie im Verhältnis 1:1 in ETH2 umzuwandeln. Sie lassen sich dann aber nicht mehr zurücküberwiesen. Attraktiv könnte es dennoch sein, ETH in ETH2 zu verwandeln, da es bei Beacon Staking Rewards gibt.

Falls Beacon stabil läuft und keine Sicherheitsprobleme auftauchen, soll für Ethereum 2.0 das sogenannte Sharding ermöglicht werden. Dahinter verbirgt sich die Idee, eine Vielzahl von Sidechains zu etablieren. Beacon fasst dann deren Ergebnisse als eine Art Mutterchain zusammen. Lange Zeit waren 1024 Shards angedacht, nun aber sollen es vorerst nur 64 werden. Ein Zeitpunkt für das Sharding bei Ethereum wurde noch nicht kommuniziert.

Erst mit Phase 3, Arbeitstitel „State execution“ wird Ethereum 2.0 komplett. Spätestens dann soll eine neue Version der Ethereum Virtual Machine (EVM) Smart Contracts ermöglichen und die ETH2 können auch wieder frei gehandelt werden. Wie lange es dauert, bis Ethereum 2.0 dieses Endziel erreicht, ist schwer abzuschätzen. Optimisten hoffen auf 2021, Realisten gehen eher von 2022 aus. Der Umstieg auf Ethereum 2.0 wird dann nach den vorliegenden Informationen freiwillig verlaufen, eine Abschaltung oder Zwangsanbindung von Ethereum 1.x ist nicht mehr vorgesehen.

Einfluss von Ethereum 2.0 auf den Preis von ETH

Durch das Staking bei Beacon könnte die Inflation bei ETH angeheizt werden, denn es entstehen zusätzlich zu den ETH durch PoW in der bisherigen Blockchain auch neue ETH2. Anderseits erwarten Experten, dass Investoren ETH bei Beacon hinterlegen, um vom Staking zu profitieren. Dadurch würde die Menge der handelbaren ETH tendenziell eher reduziert, was den Kurs von ETH stärken könnte. Ob sich Kryptobörsen darauf einlassen, schon jetzt auch ETH2 in Portfolio aufzunehmen, ist ungewiss, denn ETH2 ist vorerst in Beacon eingesperrt und kann von dort nicht abgezogen werden.

So ergibt sich ein vielschichtiges Bild bei Ethereum: Das Ökosystem will sich technologisch von Grund auf erneuern und mit Ethereum 2.0 zu Konkurrenten wie EOS und TRON (TRX) aufschließen, möglichst sogar technologisch wieder die Führungsposition übernehmen. Allerdings zeigt die Geschichte von Ethereum, dass sogar bei vermeintlich kleineren Upgrades wie Constantinople der Teufel im Detail steckt. Hier wurde ein Upgrade in letzter Minute gestoppt, da eine Sicherheitslücke aufgefallen war.

Fazit: Der Weg hin zu Ethereum 2.0 wird länger als angenommen

Ethereum 2.0 bleibt somit ein ambitioniertes Vorhaben, welches durchaus noch auf Stolpersteine treffen könnte. Die Erfahrung etwa auch von IOTA und dem dortigen Coordicide lehrt: Zumindest die Zeitpläne, die Entwickler in der Kryptobranche vorlegen, lassen sich häufig nicht einhalten. Ethereum ist dabei keine Ausnahme, der Erwartungsdruck in die technologische Fortentwicklung hatte sogar den skurrilen Vorschlag hergebracht, sich mit Bitcoin Cash zu verknüpfen. Die mittelfristigen Perspektiven für ETH werden durch Ethereum 2.0 zweifelsohne gestärkt und der Praxistest mit Beacon wird Anhaltspunkte geben, ob die Entwickler ihre Aufgabe im Griff haben.


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