Security Token oder nicht? Coinbase und Co. wollen wichtige US-Frage beantworten

In den USA haben bereits diverse Kryptowährungen schwere Rückschläge erleben müssen, weil sie von Börsenaufsicht als Securities eingestuft wurden. Mit dem neugegründeten Crypto Rating Council wollen Coinbase, Kraken und andere wichtige Marktteilnehmer die Risiken professionell einschätzen.

Nicht nur US-Bürger haben es bereits erlebt, wie ihre Investments in Kryptowährungen plötzlich unter Entscheidungen der mächtigen Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) leiden mussten. Denn der SEC steht es zu, auch nachträglich auf Grundlage des Howey Tests eine Kryptowährung als Security Token einzustufen. Stellt sich dabei heraus, dass Dokumentationspflichten verletzt wurden, drohen empfindliche Geldstrafen, Entschädigungszahlungen und sogar das förmliche Verbot von betroffenen Coins. Andererseits haben Beispiele wie KIN oder Paragon (PRG) und AirToken (AIR) dazu geführt, dass sich die Kryptoszene eigene Gedanken zur Frage macht, welche Altcoins unter Umständen als Security Token Probleme mit der SEC bekommen könnten. Mit dem neuen Crypto Rating Council will die Branche ihrer Stimme mehr Gewicht verleihen.

Hintergrund zum Crypto Rating Council

Die Kryptobörse Coinbase bezeichnet sich in einem Blogpost selbst als Initiator des Crypto Rating Council und listet als Gründungspartner wichtige Marktteilnehmer wie Kraken und Bittrex auf. Der Crypto Rating Council vergibt auf einer Skala von 1 bis 5 Noten für Kryptowährungen, welche die Wahrscheinlichkeit einschätzen sollen, dass der jeweilige Coin ein Security Token sein könnte. Daran beteiligt sind interne und externe Experten. Die Herausgeber von Altcoins haben erst im Nachhinein die Möglichkeit, zusätzliche Argumente für ihre Einstufung beizusteuern.

Zum Start hat der Crypto Rating Council 20 Kryptowährungen unter die Lupe genommen und die Ergebnisse hier veröffentlicht. Bei Bitcoin (BTC) etwa ist demnach mit Note 1 alles in Ordnung, bei Ripple (XRP) mit Note 4 aber erhebliches Risiko vorhanden. Der Crypto Rating Council erklärt seine jeweilige Einstufung in Stichworten, die nach erstem Eindruck nachvollziehbar sind. XRP hat beispielsweise mit Begriffen wie Gewinnmöglichkeiten geworben, die für klassische Securities typisch sind , und seinen teilweisen Einsatz als Utility Token erst lange nach Markteintritt bewiesen. Laut Crypto Rating Council müssen auch andere Altcoins wie EOS, Stellar (XLM) und Tezos (XTZ) mit Note 3,75 fürchten, unter die Fuchtel der SEC zu geraten. Entwarnung wird für Litecoin (LTC) und Monero (XMR) mit Note 1 und weitgehend für Ethereum (ETH) mit Note 2 gegeben.

Ist der Crypto Rating Council für Dich als Anleger relevant?

Entscheidungen der SEC, sich einzelne Kryptowährungen vorzuknöpfen, schlagen sich schnell in Kursverlusten nieder. Der Status als Security Token in den USA wird deshalb üblicherweise nicht angestrebt. Mit den Ratings des Crypto Rating Councils hast Du eine fundierte externe Meinung zur Hand, um Risiken individuell zu bewerten. Behalte dabei aber bitte im Hinterkopf: Die Einstufung von Bitcoin und Co. durch den Crypto Rating Council ist für die SEC, die am langen Hebel sitzt, in keinerlei Form verbindlich. Unter US-Präsident Donald Trump, der Kryptowährungen für gefährlichen Unfug hält, haben sich die SEC und andere Regulierungsbehörden tendenziell als restriktiv gezeigt. Der Crypto Rating Council bleibt also momentan nur ein Anhaltspunkt, um Risikomanagement bei Deinen Investments zu betreiben.

Update 03.10.2019: EOS wurde gerade von der SEC, Securities Exchange Commission, zu einer Strafe von 24 Millionen US Dollar verurteilt.


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