Smart Contracts bei IOTA – Luftblase oder Konkurrenz für Ethereum?

Letzte Woche hat IOTA Smart Contacts in einer Betaversion im Testnet freigeschaltet. Seitdem tobt eine Diskussion um das wirkliche Potenzial für IOTA mit dieser Funktionalität.

Die IOTA Stiftung hat vor wenigen Tagen den Launch von Smart Contracts in dezentralisierter Testumgebung euphorisch gefeiert. In Interviews ließ dabei ein Satz von IOTA-Chef Dominik Schiener aufhorchen: IOTA sei kein Ethereum-Killer. Dabei sind Ethereum (ETH) und das zugehörige Ökosystem in Marktkapitalisierung und Zahl von Anwendungsfällen das Maß aller Dinge, wenn es um Smart Contacts geht. Konkurrenz wie Solana (SOL) oder Polkadot (DOT) orientiert sich deshalb selbstverständlich an Ethereum. Was also meint Schiener, wenn er IOTA von diesem Vergleich distanziert?

Der bekannte IOTA-Edelfan Linus Naumann hat bei Reddit einen viel beachteten Erklärungsversuch zu IOTA Smart Contracts und den Äußerungen von Schiener veröffentlicht. Im Kern verdeutlich Naumann, wie sich das Konzept bei IOTA von Ethereum und. Co. unterscheidet. Um Kapazitätsprobleme zu lösen, setzen etwa DeFi Projekte mit ihren Smart Contracts eine zweite Blockchain auf die von Ethereum auf, man spricht von Layer 2 Lösungen. IOTA hingegen strebe an, ein Layer 0 zu werden, wolle also sein Tanglenet noch unter die Blockchain von Ethereum schieben.

Damit öffne sich IOTA perspektivisch für alle anderen Blockchains und erlaube diesen, Smart Contracts in ihren gewohnten Programmiersprachen zu verwenden und auch an ihren eigenen Coins festzuhalten. Profitieren würden solche Lösungen von der Gebührenfreiheit im Tanglenet und hoher Flexibilität. Man müsse also Schieners Worte vom „Nicht Ethereum-Killer“ zu IOTA so interpretieren, dass IOTA ein „Möglichmacher“ für Ethereum werde. Schiener scheint sich über diese Schützenhilfe zu freuen, jedenfalls hat er den Beitrag von Naumann per Tweet weiterempfohlen.

Argumentation zu Smart Contracts bei IOTA schwächelt

Teils direkt in seinem Aufsatz, teils in den Kommentaren erwähnt Naumann aber auch, wo Hindernisse für IOTA Smart Contracts liegen:

1. Momentan laufen IOTA Smart Contracts nur unter IOTA 2.0 im dezentralisierten DevNet. Zwar will die IOTA Stiftung auch bald Smart Contracts unter IOTA 1.5 im Tanglenet ermöglichen – doch dieses ist durch den zentralen Koordinator belastet. Naumann schürt Hoffnungen, dass IOTA 2.0 für das Mainnet schon in 2022 kommt. Andere Fachleute sind im Zieldatum nicht so optimistisch und erwarten 2023. Klar bleibt aber: Ohne Dezentralität hat IOTA keine echte Chance, externe Projekte zum Andocken zu bewegen.

2. Die viel beschworene Gebührenfreiheit bei IOTA soll in einem dezentralen Tanglenet durch Mana beibehalten werden. Aber auch das komplizierte Mana System ist erst in der Testphase und Skeptiker glauben, dass Mana in der Praxis Geldwert entwickeln wird. Naumann räumt ein: Um bei IOTA Netzwerkpunkte mit hoher Kapazität zu betreiben, was für Anbindung externer Smart Contracts unabdinglich wird, ist Mana notwendig. Mana wird abhängig von IOTA 2.0 Guthaben zugeteilt. Kurzum: Ohne in IOTA zu investieren, kommen die Pluspunkte des künftigen dezentralisierten Tanglenet gar nicht vollständig zum Tragen.

Fazit: Noch viele Stolpersteine für IOTA Smart Contracts

Naumann gelingt es, das theoretische Potenzial von Smart Contracts bei IOTA verständlich, unaufgeregt und sachlich zu schildern. Weil er zudem vorhersehbare Schwierigkeiten nicht ausspart, ist sein Wortbeitrag eine klare Leseempfehlung für IOTA Anleger. Doch die Crux bei IOTA kann auch Naumann nichts ändern: Die praktische Umsetzung von hochgesetzten Zielen in der Entwicklungsarbeit bei IOTA 2.0 hinkt allen Zeitplänen hinterher, Dezentralität ist für IOTA zu einer Art Endgegner geworden. Zudem deutet sich durch Mana doch eine Einführung von Gebühren durch die Hintertür bei IOTA 2.0 an.

Ob dann ein IOTA Gesamtpaket für Smart Contracts in 2022 oder realistischer 2023 ausreicht, um Ethereum 2.0, Solana, Polkadot und andere anzulocken, zu ergänzen oder eben doch zu konkurrieren? Daran sind sicherlich fachliche Zweifel erlaubt, auch wenn sie in der IOTA Community erfahrungsgemäß nicht gerne gehört werden.


Wer noch keine Bitcoins oder IOTA hat kann diese hier kaufen: 

9 Kommentare

  1. Wieder ein Beitrag der einfach so schlecht und Inkompetent ist das man sich schämen sollte überhaupt was zu Posten.

    Luftblase das ich nicht Lache alle ihre anschuldigen mal wieder ohne Quellen und Belege wie immer, das ist so Traurig wie dumm eine Person sein kann die IOTA einfach nicht anerkennen möchte.

    Es gibt sooooooooooo viele Unternehmen die auch schon dann mit IOTA arbeiten werden auch wenn es noch Zentral ist du Einstein für Arme und auf Wish bestellt.

    Dazu muss man nur auf der Twitter Seite schauen von IOTA welche PARTNER sich auf das Update warten damit es auf dem ZENTRALEN Mainnet LÄUFT um es dann zu nutzen.

    Hoffentlich Feuert man sie bald und falls ihnen die SEITE gehört wow dann Löschen sie sie bitte danke.

    • Schlechten Tag gehabt? Hättest du den Beitrag gelesen würdest du merken, dass wir IOTA keinesfalls als Luftblase bezeichnen. Wie auch immer gut, dass du seit Monaten immer wieder auf unsere Seite kommst und in den Kommentaren beleidigend wirst.

  2. Lieber Herr Lange,
    in meiner Stadt gibt es einen Werkzeugverleiher. Ich kann mir dort z.B einen Hammer für einen Tag ausleihen. Das kostet mich dann einen Euro.
    Ich könnte mir auch einen Hammer kaufen. Wenn ich diesen Hammer nun einen Tag zu Hause in meiner Werkzeugkiste liegen habe,würden sie dann sagen,dass genau dieser Hammer mich Gebühren kostet? Wenn sie auf diese Frage mit nein antworten,verstehe ich nicht,warum generiertes Mana aus eigenen miotas für sie eine Gebühr darstellt. Unternehmen können Mana mieten,oder sie kaufen sich den Hammer und erzeugen eigenes Mana.
    Bei iota ist es sogar noch besser,denn sie verschleißen nicht,wie vielleicht mein gekaufter Hammer.
    Warum bringen sie also immer wieder dieses Argument?
    Grüße

  3. Ich muss Herrn Lange hier mal in Schutz nehmen. Als großer IOTA-HODLer finde ich kritische – aber faire (!) – Artikel, wie von Herrn Lange, wesentlich wichtiger und interessanter, als irgend ein Hypegelaber. Kritik treibt an und zwingt zur Konkretisierung.

    Und wenn ich dann diese Beleidigungen auf persönlicher Ebene, statt auf sachlicher, von anderen IOTA-Fans lesen muss, schäme ich mich, mit diesen Personen als eine Gruppe angesehen zu werden.

    • Da will ich Ihnen recht geben. Auch ich finde, Herr Lange ist eine kritische Stimme die es wert ist, gehört zu werden.
      Ich habe eine recht ansehnliche Menge an IOTA. Und dennoch bin ich kein Maximalist, der allen Worten eines Dominik Schiener blind vertraut. Zu viel ist in der Vergangenheit schief gelaufen, was bei mir ein gewisses Maß an Vertrauen schwinden ließ.
      Aber gut, lassen wir uns überraschen, ob IOTA die Kurve noch bekommt 🙂

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