Stellar mit Strategiewechsel: XLM massenhaft „verbrannt“, Kurs steigt deutlich

Stellar (XLM) überrascht die Kryptoszene und hat 55 Milliarden XLM im Wert von rund 4,5 Milliarden verbrannt, also gut die Hälfte aller XLM vom Markt genommen. Der Kurs von XLM profitierte und legte zweistellig zu. Betroffen von der Aktion sind auch die Airdrop Programme von Stellar.

Stellar (XLM) schlägt auf die Pauke: In einem ausführlichen Blogpost verkündet die Stellar Stiftung einen deutlichen Kurswechsel. 55 Milliarden XLM wurden verbrannt („burned“) und damit gut 50 Prozent aller XLM, die ursprünglich generiert worden waren. Man sei zu der Einsicht gelangt, dass die Stellar Stiftung zu viele XLM gehalten habe. Mit dem verbleibenden Kapital (knapp 30 Milliarden XLM) wolle man gezielter als zuvor Kooperationen unterstützen, bei denen Stellar als Zahlungsmittel zum Einsatz kommt. Offenbar kommen damit auch die riesigen Airdrops von Stellar zum Erliegen, die 2019 in Partnerschaft mit Keybase und 2018 mit Blockchain.com für Schlagzeilen sorgten. Der Markt goutierte die Nachrichten und schickte XLM in den vergangenen 24 Stunden um mehr als 15 Prozent ins Plus.

Stellar Kursentwicklung der letzten 24 Stunden

Hintergrund zur Neuaufstellung bei Stellar

Stellar hat sich zum Ziel gesetzt, als Kryptowährung führendes Zahlungsmittel im Online-Business zu werden. Um die Popularität zu steigern, wurde gewaltige Airdrops organisiert, die aber anscheinend nicht in die erhoffte Richtung zündeten. Investoren mussten im Jahresvergleich den Fall des Kurses von über 0,25 US-Dollar pro XLM auf aktuell 0,08 US-Dollar erleben. Wie etwa auch bei Ripple (XRP) entzündet sich immer wieder Kritik daran, dass die Stellar Stiftung mit ihren massiven Reserven zu leichtfertig umgeht und so Inflation geschürt wird. Verbrannt wurden XLM aus den Töpfen für Airdrops und Partnerschaften, die zuvor für die Hälfte aller XLM reserviert waren. Diese Programme werden zwar nicht völlig eingestellt, aber haben jetzt keine Priorität mehr. Stattdessen will die Stellar Stiftung direkt in Projekte investieren, die das Potenzial haben, XLM als Zahlungsmittel vorwärtszubringen. Diese Grafiken zeigen die Verschiebungen:

Aktuelle Verwendung der XLM

Kurzes Kursfeuerwerk bei XLM oder nachhaltige Win-Win-Situation?

Das Thema Inflation wird bei Kryptowährungen häufig unterbewertet. Dabei ist bei Bitcoin (BTC) durch das regelmäßige Halving ein Konzept verankert, welches Inflation entgegenwirken soll. Andere Kryptowährungen wie Binance Coin (BNB) wollen der Inflation mit Burning den Garaus machen. Stellar wählte mit seiner angekündigten Aktion nun einen anderen Weg und hat damit für den Moment Erfolg. Doch das eigentliche Problem bleibt: Findet Stellar überhaupt im großen Stil Partnerschaften? Denn mit Litecoin (LTC) und Bitcoin Cash (BCH) haben sich bereits zwei Kryptowährungen etabliert, die als Geldersatz im Internet agieren. Mit Facebook Libra steht ein möglicherweise übermächtiger weiterer Konkurrent in den Startlöchern.

Im werthaltigen Konzept wird bei Stellar jetzt nachgebessert, doch ob das Gesundschrumpfen in der Praxis auch wirklich funktioniert, beantworten die Märkte. Denk als Anleger bei den jetzigen Kursgewinnen daran: Die verbrannten XLM waren noch gar nicht im Umlauf, sondern eine Wette der Stellar Stiftung auf die Zukunft. Diese formuliert es etwas anders: „Diese 55 Milliarden XLM hätten die Akzeptanz für Stellar nicht gefördert.“


Wer noch keine Stellar Lumens (XLM) besitzt kann diese gegen Euro bei eToro kaufen. Gegen Bitcoins und Ethereum wird XLM bei Binance gehandelt.

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