87 % der Ökonomen erwarten wegen Corona größere Kluft zwischen Arm und Reich, Renditeerwartung der Anleger sogar höher als vor Pandemie

87 Prozent der Ökonomen gehen davon aus, dass die Pandemie zu einer höheren Einkommensungleichheit führt. Insbesondere in Entwicklungs- und Schwellenländern werden dramatische Folgen erwartet, doch auch in Deutschland könnte die große Schuldenwelle erst noch bevorstehen. Dies geht aus einer neuen Infografik von Block-Builders.de hervor, in der Entwicklungen rund um das wirtschaftliche Gefälle dargestellt werden. 

Die finanzielle Erholung der 1.000 reichsten Milliardäre ließ nach Pandemie-Ausbruch lediglich 9 Monate auf sich warten. Bis die ärmsten Menschen der Welt das Vor-Corona-Niveau erreicht haben, könnte hingegen bis zu 10 Jahre benötigen.

Die 10 reichsten Deutschen waren im Februar 2019 im Besitz von rund 179,3 Milliarden US-Dollar. Im Dezember des vergangenen Jahres waren es hingegen 242 Milliarden Dollar. Und dies in einem Zeitraum, in dem im Angesicht der Pandemie zahlreiche Menschen Not litten. Dies zeigen Daten einer aktuellen „Oxfam„-Studie.

Indes betonen Marktexperten, dass das Schlimmste noch bevorsteht. „Die Schuldenwelle kommt erst noch„, wie Schuldnerberaterin Elisabeth Mankertz betont.

Absolute und relative Armut

Doch während in Deutschland zumindest ein wirtschaftliches Auffangnetz besteht, zeigt sich das tragische Ausmaß der Pandemie vor allem in den 23 Ländern des globalen Südens.  Hier geben gemäß der „Welthungerhilfe“ 40 Prozent der Bürger an, seit Ausbruch der Pandemie weniger und einseitiger zu essen.

Auch die Anzahl derer, die – weltweit, wohlgemerkt – weniger als 1,90 US-Dollar pro Tag zur Verfügung haben, stieg von 645 auf 733 Millionen. In den Jahren zuvor nahm die Anzahl Jahr für Jahr kontinuierlich ab, die Corona-Krise setzte hingegen eine Trendumkehr in Gang.

Unterschied wie Tag und Nacht

Während zahlreiche Unternehmer aus Gastronomie, Einzelhandel & Co. derzeit um ihre Existenzen fürchten müssen, sieht es auf dem Börsenparkett gänzlich anders aus. Binnen der letzten 12 Monate gab es bei diversen Anlagen eine regelrechte Kursrallye. Der Bitcoin-Kurs kletterte etwa 240 Prozent nach oben, bei einigen Wasserstoff Aktien konnten Zugewinne in ähnlicher Größenordnung erzielt werden. Auch vergleichsweise konservativen Anlagen wie Gold, Silber und Immobilien stiegen beträchtlich im Preis.

Die Pandemie scheint Anlegern in finanzieller Hinsicht durchaus in die Karten zu spielen. Einerseits. Andererseits war es in Summe auch bereits vor der Krise lukrativ, in Wertpapiere zu investieren. Zwischen 2011 und 2017 stiegen die Löhne in den führenden 7 Industrieländern im Durchschnitt um 3 Prozent, während die Dividenden im Mittel um 31 Prozent erhöht wurden.

Die Bedrohung von wirtschaftlichen Existenzen und Armut sollte ernst genommen werden – in Deutschland, aber auch weltweit. Da es sich allerdings nicht um ein Nullsummenspiel handelt, sollte „Arm“ und „Reich“ hierbei allerdings nicht gegeneinander ausgespielt werden – bei alledem sollte nicht vergessen werden, dass Geldanlagen auch wenig Vermögenden mannigfaltige Chancen bieten.

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