Analyse: Die großen Zyklen bei Bitcoin, Ethereum und Co.

Im Tagesgeschäft konzentrieren wir uns auf die kleineren Details, die für Anleger in Kryptowährungen wichtig sind. Es lohnt sich aber sicherlich auch, zwischendurch die Zeit für den großen ganzen Blick auf den Kryptomarkt zu lenken. Wusstest du etwa, dass gemessen am gehandelten Gesamtumsatz Kryptowährungen klassische Börsen längst deutlich schlagen?

Der typische Anleger in Kryptowährungen ist ständig aktiv, verhält sich dabei aber oft wenig rational und die Taktik HODL ist bei Kurseinbrüchen sehr weit verbreitet. Das sind nur drei der Phänomene, die Binance aufzählt bei dem Versuch, den Kryptomarkt und dessen Teilnehmer mit klassischen Börsen und dortigen Profi-Tradern zu vergleichen. Bevor wir zu den Details kommen, ein Spoiler vorweg: Auch die aktuelle Analyse lässt einige Fragen offen.

Thesen: Welcher Zyklus folgt wie auf den Krypto-Winter?

Die Studie, die wir hier wiedergeben, beginnt inhaltlich mit dem Bitcoin als Urvater aller Kryptowährungen.

1. Der BTC ist die Leitwährung, aber …

Wenn der US-Dollar schwankt, hat das direkte Auswirkungen auf die Weltwirtschaft und andere Währungen. In der Welt der Kryptowährungen hat Bitcoin (BTC) diese Rolle inne und besetzt sie im Verhältnis zum US-Dollar sowie Altcoins, wie diese Grafik zeigt:

Ersichtlich wird daraus aber auch, dass die Altcoins zeitversetzt auf den Kurs von BTC/USD reagieren und sich deutliche Ausreißer leisten. Der BTC ist also die Leitwährung, aber bewahrt andere Token nicht vor Ausschlägen. Grund dafür sind etwa aktuelle Nachrichten aus der Kryptoszene, die Altcoins kurzfristig vom BTC abkoppeln.

2. Die Anleger in Kryptowährungen handeln extrem viel

Die teils extremen Kursschwankungen von Bitcoin und Co. hängen offenbar mit zwei Faktoren eng zusammen. Verglichen mit den Händlern an klassischen Börsen sind die Anleger in Kryptowährungen größtenteils privat oder zumindest nicht institutionell. Die folgende Grafik verdeutlicht dies:

Während an den US-Börsen wie in anderen westlichen G8-Ländern institutionelle Anleger die Mehrheit der Marktteilnehmer stellen, sind es bei Kryptobörsen nur geschätzte sieben Prozent. Das führt offenbar zu anderen Verhaltensmustern. Denn im direkten Vergleich sind die Volumina an Kryptobörsen fünffach und mehr höher als an den klassischen Börsen, es wird gehandelt was das Zeug hält.

Binance freut dies bestimmt, denn viel Handel bedeutet auch viel Einnahmen durch Handelsgebühren, wie die Quartalsergebnisse regelmäßig beweisen. Ob die Anleger mit ihren ständigen Manövern unter dem Strich wirklich Gewinne machen, lässt die Studie offen.

3. HODL im Gegensatz zu übertriebenen Pessimismus oder Optimismus

Noch wilder wird es jetzt: Auf der einen Seite folgt der typische, privat organisierte Anleger in Bitcoin und Co. dem Marktgeschehen extrem eng, heißt: Täglicher An- und Verkauf von Token ist normal. Andererseits tendiert dieser Krypto-Mustermann dazu, bei starken Kursausschlägen bei HODL zu bleiben und nicht zu versuchen, aus den riesigen Schwankungen Kapital zu schlagen:

Im Klartext: Mikro-Entwicklungen bewegen den typischen Krypto-Anleger zum regen Handel und dann, wenn es wirklich losgeht, hält er sehr konservativ seine Guthaben. In Folge wird der Markt weniger volatil und die Kurssprünge verstärken sich, weil weniger Umsatz passiert. Die Langzeitbeobachtung hält fest, dass dies nicht immer so war: Als der erste großen Bullenritt mit dem BTC 2015 startete und 2018 jäh endete, spielte die Musik lauter.

4. Dem Kryptomarkt ist die regulatorische Umgebung bisher ziemlich egal

Viele in der Kryptoszene bauen ihre Anlagestrategien darauf, dass die wahren Höhenflüge für BTC, ETH und andere erst noch bevorstehen, wenn auf großen Märkten ein reguliertes Umfeld geschaffen ist. Doch der genaue Blick auf „historische“ Ereignisse im jungen Kryptomarkt bestätigt diesen Ansatz im Vergleich zu den Kurskurven nicht wirklich.

Und auch die Bestandsaufnahme, wie es sich mit ICOs und verwandten wichtigen Instrumenten des Kryptomarkts in verschiedenen Staaten der Welt regulatorische verhält, scheint sich kaum auf die Kurse auszuwirken:

Hier lässt sich eine klare Schwäche der aktuellen Studie direkt aufzeigen. Deutschland plant demnach keine weiteren Regulierungen des Kryptomarkts – in Wirklichkeit tut sich in Berlin gerade einiges.

Was nimmst du aus der Bestandsaufnahme zum Kryptomarkt allgemein mit?

Wer Marktbewegungen versteht und vorhersagen kann, stärkt seine Chancen, Investments erfolgreich zu gestalten. Binance fasst zusammen, dass die atypischen Phänomene bei Kryptobörsen auf wenig transparente Informationen zu einzelne Kryptowährungen basieren plus wenig klare Regulierungssituation und einen geringen Anteil institutioneller/professioneller Anleger. Dahinter steckt wohl auch der Plan, als Binance die Leitbörse für Kryptowährungen zu sein, so wie New York für die Welt und London, Paris und Frankfurt für Europa. Marktanalysen einer Börse sind aber immer mit extremer Vorsicht zu genießen.

Übersetzt bedeutet dies zudem die These: Der Kryptomarkt steckt weiter in den Kinderschuhen, wo sich Glücksritter und Talente tummeln. Die Nische ist, Stand 2019, anfällig für schwer zu erklärende Verhaltensweisen von Anlegern. Wenn du bewusst spekulativ handelst mit BTC und Altcoins, gibt dir die Bestandsaufnahme Hinweise darauf, welche Faktoren nach dem Krypto-Winter zu beachten sind und wie sich der nächste Zyklus entwickeln könnte. Die gute Nachricht zuletzt: Wer Coins als Sparbuch sieht, macht mit dem Bitcoin als Leitwährung wahrscheinlich nichts verkehrt. Er sollte aber eine Hardware Wallet benutzen, um sein Guthaben zu sichern, und auf Aktionismus verzichten. Dafür brauchst du gute Nerven und Grundwissen, mehr nicht.


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