BitMEX übernimmt deutsche Traditionsbank von der Heydt

Die Kryptobörse BitMEX kauft – vorbehaltlich der Zustimmung von Regulierungsbehörden – das deutsche Bankhaus von der Heydt, welches seit 1754 besteht. Damit will BitMEX seine legale Expansion in Europa vorantreiben.

Die Kryptobörse BitMEX entwickelt unter ihrem deutschen CEO Alexander Höptner zunehmend frisches Profil. Jüngster Schritt: Das Bankhaus von der Heydt mit Stammsitz in München soll von BitMEX übernommen werden. Ein entsprechendes Abkommen mit Dietrich von Boetticher als Besitzer der Privatbank sei unterzeichnet, heißt es in einer Mitteilung von BitMEX. Man erwarte baldige Erlaubnis der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und werde die Übernahme dann bis Mitte des Jahres abschließen, schreibt BitMEX weiter. Über die Kaufsumme wurde Stillschweigen vereinbart. Das Bankhaus von der Heydt wurde schon 1754 gegründet, verfügt in Deutschland über eine Volllizenz und hat in den letzten Jahren bereits eine eigene Kryptoabteilung etabliert.

BitMEX-CEO Höptner, der seit Januar 2021 im Amt ist, erwartet von dem Duo mit Bankhaus von der Heydt ein „Powerhouse“ für regulierte Krypto-Produkte im Herzen Europas. Höptner soll ebenso wie BitMEX-Finanzchef Stephan Lutz in den Aufsichtsrat bei von der Heydt einziehen. Das Bankhaus werde aber unter altem Namen und als eigenständiges Unternehmen weiter bestehen. Kryptobörsen wie BitMEX haben nicht nur in Deutschland oft große Probleme damit, klassische Banken als Partner zu gewinnen. Diese sind aber etwa dort dringend gefragt, wenn Euro oder andere Fiat-Währungen bei Kryptobörsen ein- und ausbezahlt werden sollen. BitMEX hatte zuletzt für das 2. Quartal 2022 die Unterstützung von Euro angekündigt, bislang sind dort nur Bitcoin (BTC) und der Stablecoin Tether (USDT) als Basis-Währungen für Kunden vorgesehen.

Unter CEO Höptner findet BitMEX neues Momentum

Höptner kam von der Börse Stuttgart zu BitMEX. Weitgehend geräuschlos gelang es ihm, BitMEX wieder in ruhige Gewässer zu führen. Der früheren Führung der Kryptobörse werden in den USA unter anderem Geldwäsche, Bestechung und Missachtung von Bankgesetzen vorgeworfen. BitMEX konnte durch eine Strafzahlung von 100 Millionen US-Dollar Rechtsprobleme beilegen, die Vorgänger von Höptner und Lutz sollen in diesem Frühjahr vor Gericht. Höptner aber konzentriert sich darauf, BitMEX wieder attraktiver zu machen.

So steht der Launch eines eigenen Discount Token namens BMEX kurz bevor und BitMEX ordnet auch sein Geschäft mit Krypto-Futures teilweise neu. In dieser Sparte war BitMEX nach der Gründung 2014 Vorreiter und lange Zeit Marktführer. Höptner sieht auch hier Potenzial für BitMEX, als regulierte Anlaufstelle für deutschsprachige Kunden zu glänzen. In der Schweiz wurde bereits eine Tochterfirma namens BitMEX Link gegründet, die Übernahme der von der Heydt Bank soll das Paket komplettieren. Das Bankhaus verantwortet unter anderem bereits einen Stablecoin auf Euro-Basis für Business-to-Business und kam bei Testläufen der Bundesbank für den Einsatz von Blockchain-Technologie zum Zuge. Unter dem Titel „Digital Banking“ bündelt das Bankhaus von der Heydt bislang seine Kooperationen mit der Kryptoindustrie, die auch legale Verwahrung von Kryptowerten umfasst.

Fazit: BitMEX mit mächtig Schwung ins Jahr 2022

Wer BitMEX wegen Finanzskandalen, Innovationsstau und verlorenen Marktanteilen schon abgeschrieben hatte, muss seine Position wohl überdenken. Mit Höptner gewinnt BitMEX Vertrauen zurück und erweitert das Portfolio in hohem Tempo sinnvoll. Die Übernahme des Bankhaus von der Heydt symbolisiert nicht nur Seriosität, mehr als 260 Jahre Bestehen der Bank sprechen für sich. BitMEX übernimmt hier auch traditionell belastbare Beziehungen der Bank zu Regulierungsbehörden und Know-how für Bitcoin und Co. in reguliertem Umfeld. Wir meinen: Das sind gute Gründe, um als deutscher Kunde BitMEX wieder als bevorzugte Handelsplattform in Erwägung zu ziehen.


 

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