Ethereum: stETH wird abverkauft, Bindung an ETH wackelt – kritische Situation

Die Kryptoszene hat Angst vor einem weiteren DeFi Crash: Alameda Research und andere Großinvestoren verkaufen Lido Staked Ethereum (stETH) en masse, was die Bindung zu ETH gefährdet. Die Plattform Celsius setzt Aktionen aus.

Die DeFi Plattform Celsius hat an diesem Montagmorgen überraschend per Twitter verkündet, Abhebungen und Tauschgeschäfte mit Kryptowährungen auszusetzen. Dies geschehe aus Gründen des Risikomanagements und im Interesse der Kunden, heißt es zur Begründung. Ein Hintergrund ist die zum Wochenende entstandene Dynamik um Ethereum (ETH) und Lido Staked Ethereum (stETH). stETH wird aktuell mit gut 5 Prozent Nachlass zu ETH am freien Markt gehandelt, weil Großinvestoren wie Alameda Research offensichtlich ihre Bestände auflösen. Die Situation erinnert an den Crash bei Terra (LUNA) und UST Mitte Mai.

stETH ist ein künstlich gebildeter Token, der gestaktes Ethereum wiedergibt. Beim Staking für Ethereum 2.0 sind Milliardensummen angelegt, die eigentlich erst wieder verfügbar werden, wenn ETH im Mainnet auf Version 2.0 updatet. Mit stETH haben Anleger bis dahin ein breit einsetzbaren Coin, dessen Preis theoretisch nahe dem von ETH liegen soll. Eine Abkopplung davon hatte stETH schon vor vier Wochen erlebt. Doch diesmal scheinen große Investoren am Rad zu drehen, wie auf Twitter gewarnt wird.

Der Plattform Celsius drohe die Liquidität auszugehen, wird vorgerechnet. Denn diese halte nicht ausreichend ETH, um stETH zurückzutauschen. Dazu komme, dass Celsius durch diverse Hackerangriffe eigene Reserven verloren habe. Celsius selbst hat jetzt keine Details kommuniziert. Man hoffe, den Geschäftsbetrieb schon bald wieder komplett aufnehmen zu können. Die eigene Kryptowährung Celsius (CEL) stürzte derweil in wenigen Stunden um fast 50 Prozent im Preis ab.

stETH in der Klemme – Lido beschwichtigt

Falls Du Ethereum bei Lido zum Staking eingebracht hast, ist Deine Anlage laut Lido weiter sicher. Denn jeder herausgegebene stETH sei 1:1 durch ETH im Staking Pool gedeckt. Die Preisverschiebung für stETH ist demnach durch den Zweitmarkt bedingt. Das klingt überzeugend – doch wer stETH eben auch als liquides Mittel versteht, hat ein Problem. Denn nicht jeder will warten, bis „The Merge“ zu Ethereum 2.0 über die Bühne geht und dann tatsächlich wieder „echte“ ETH von Lido ausgezahlt werden.

Fazit: Anspannung am Kryptomarkt – Celsius und stETH im Fokus

Der Schock des Zusammenbruchs bei LUNA und UST steckt vielen aus der Kryptoszene weiterhin in den Knochen und was momentan mit Celsius und stETH passiert, hat bedrohliche Anzeichen. Erinnert sei daran, dass auch bei Terra und UST Großinvestoren Auslöser einer Todesspirale waren, die dann auf den Gesamtmarkt ausstrahlte. Es liegt nun an Celsius, transparent zu kommunizieren und einen Plan zu entwickeln, wie man aus der Liquiditätsfalle wieder herausfindet. Das ursprüngliche Konzept von stETH scheint aber intakt, denn für den späteren Rücktausch garantiert Lido und nicht Celsius.


Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*