IOTA 2.0: Der Weg dahin und was bedeuten die Fachbegriffe

IOTA 2.0 ist das große Ziel, um das Netzwerk und die Kryptowährung für das Internet der Dinge zukunftssicher zu machen. In der Diskussion darum werden Fachbegriffe benutzt, die wir hier kurz erläutern. Dazu gibt es eine Aussicht auf den Zeitplan.

IOTA startete 2015 und will mit seinem Netzwerk und seiner eigenen Kryptowährung MIOTA im Internet der Dinge (IoT) zum Standard werden. Seit dem Launch hat sich insbesondere das Vorhandensein einer zentralen Stelle als Schwachpunkt des Konzepts erwiesen, denn eigentlich alle anderen Blockchains und Kryptowährungen funktionieren dezentral und sind damit immun gegen Einflüsse von außen. Deshalb arbeitet die IOTA Stiftung unter dem Projektnamen Coordicide seit Jahren an der Abschaffung des zentralen Koordinators und will dieses Ziel in 2021 mit IOTA 2.0 erreichen. Dabei werden diverse Fachbegriffe verwendet, die einen guten Überblick dazu geben, was IOTA 2.0 ausmachen soll. Wir listen diese hier mit kurzen Erklärungen auf:

Tangle: Bei normalen Blockchains wird Block an Block gereiht und jeder dieser neuen Datenblöcke enthält die Bestätigung neuer Transaktionen. IOTA geht bislang einen anderen Weg und nennt sein Netzwerk deshalb Tangle oder auch Tanglenet. Hier überprüfen Netzwerkteilnehmer im Zuge einer Transaktion immer mindestens zwei fremde Transaktionen und geben sie dann frei, wenn keine Unregelmäßigkeiten zu erkennen sind. Dadurch ist das Tangle zwar frei von Gebühren, aber eben nicht wirklich dezentral angelegt.

Coordinator: Der oft auch deutsch Koordinator geschriebene zentrale Punkt im Tanglenet ist ein Node, der von der IOTA Stiftung betrieben wird. Er ist letzte Instanz für Transaktionen und kann sie eigenmächtig stoppen. Dies hat sich zwar bei der schwerwiegenden Sicherheitslücke bei der offiziellen IOTA Trinity Wallet als Glücksfall erwiesen – ein Angriff von Cyber-Kriminellen konnte so weitgehend abgewehrt werden. Doch der Kryptogemeinde und auch kommerziellen Nutzern von IOTA ist der Coordinator ein Dorn im Auge, denn sie betrachten das zentrale Prinzip als Schwachstelle des gesamten Konzepts.

GoShimmer: Unter diesem Namen wird ein Softwaremodul für IOTA entwickelt, welches Konsens über die Gültigkeit von Transaktionen ohne den zentralen Koordinator erzielen soll.

Mana: Mit diesem Mechanismus will IOTA bei der Konsensfindung für die Validierung von Transaktionen die Glaubwürdigkeit von Nodes einstufen. Mit jeder Transaktion sollen auch Mana Token verschickt werden, die ein Node erhält, wenn sich seine Bestätigung als richtig erweist. Dadurch sollen unseriös arbeitende Nodes automatisiert aussortiert werden.

Streams: Mit IOTA Streams als Weiterentwicklung von Masked-Authenticated-Messaging (MAM) können individuelle, maßgeschneiderte Datenkanäle neben dem Tangle eröffnet werden. Hiermit schafft IOTA die Möglichkeit für Netzwerkteilnehmer, ein privates Seitennetz gemäß den jeweiligen Anforderungen zu nutzen, und entlastet zugleich das Tanglenet. In dieses werden von IOTA Streams nur relevante Transaktionen wie Zahlungsvorgänge eingespeist.

Chronicle: Durch Chronicle lassen sich bei IOTA die Transaktionsgeschichte aus dem Tanglenet einfach und sicher von einem Node speichern. Damit kann der Node schneller arbeiten und hat Dokumentationssicherheit.

IOTA 1.5: Unter dem Projektnamen Chrysalis fasst IOTA die Zwischenschritte zusammen, die technologisch für IOTA 2.0 notwendig sind. Aktuell ist Phase 1 von Chrysalis im Tangle implementiert und hat die Leistungsfähigkeit des Netzwerks deutlich erhöht – auch wenn die offiziellen Zahlen von Fachleuten infrage gestellt werden. Phase 2 von Chrysalis mit Funktionen wie wiederbenutzbaren Adressen soll bis Ende Oktober 2020 live gehen und damit IOTA 1.5 komplettieren.

Wenn Chrysalis abgeschlossen ist, werden also IOTA 2.0 und Coordicide im Fokus stehen. Die Arbeiten daran haben bereits begonnen und die IOTA Stiftung nennt drei entscheidende Abschnitte:

Pollen: Das erste Testnet für IOTA 2.0 ist Pollen getauft und bereits live. Hiermit beweist IOTA erstmals ein dezentrales Tanglenet.

Nectar: Dieses zweite, noch in der Entwicklung befindlichen Testnet für IOTA 2.0 soll schon alle Module von Coordicide enthalten. Aus der IOTA Stiftung heißt es, die Arbeiten an Pollen seien nahezu abgeschlossen. Pollen soll nach dem Launch als Testnet auch die Suche nach Bugs durch Belohnungen fördern.

Honey: Auf Nectar soll Honey als drittes und letztes Testnet für IOTA 2.0 folgen. Honey wird dann auch externen Audits unterzogen und ist bei Erfolg der finale Schritt vor der Implementierung von Coordicide. Die Roadmap von IOTA kündigt Honey für Anfang 2021 an.

Mit dem Einspielen von Coordicde in das Mainnet wird IOTA 2.0 Wirklichkeit, die Stiftung spricht auch von Bee. Wann es so weit ist, lässt sich kaum vorhersagen. Aktuell kursiert „irgendwann in 2021“ als Zieldatum. Doch auch die Erfahrung mit anderen Krypto-Projekten lehrt: Meist sind Zeitpläne sehr optimistisch formuliert und müssen korrigiert werden. Gleichzeitig weiß die IOTA Stiftung: Um IOTA als Industriestandard durchzusetzen, ist Tempo vonnöten. Denn die Konkurrenz schläft nicht.

Fazit: MIOTA ist nicht IOTA

Eine Schlussbemerkung: Für Dich als Anleger muss klar sein, dass die Erfolgsaussichten von IOTAs Kryptowährung MIOTA eng mit der tatsächlichen Umsetzung von Coordicide zusammenhängen. IOTA 1.5 als Zwischenschritt hat dem Kurs von MIOTA bislang keine neue Dynamik verliehen. Oft wird MIOTA, der geldwerte und frei handelbare Coin von IOTA, der Einfachheit halber als IOTA bezeichnet, auch wir verfahren überwiegend so. Doch streng genommen muss zwischen IOTA als technologischer Lösung und MIOTA als Zahlungsmittel unterschieden werden. 1 MIOTA bezeichnet Strenggenommen 1.000.000 IOTA.


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1 Kommentar

  1. Ist die Bezeichnung „MIota“ nicht vielmehr der Tatsache geschuldet, dass 1 „Mega IOTA“ = „1MIota“ = 1.000.000 IOTA die handelsübliche Einheit darstellt?
    Eine Differenzierung zwischen Technologie und Coin mag sinnvoll sein, die hier gegebene Erklärung scheint mir jedoch falsch zu sein, denn sehr wohl kann man 1 IOTA besitzen, welcher einen Geldwert darstellt.

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