Matic mit seinem Launch Ende April 2019 zählt zu den jüngeren Kryptowährungen. Das Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, Blockchains wie die von Ethereum durch eine Sidechain schneller zu machen. Davon profitieren sollen insbesondere Anwendungen, beispielsweise Dapps für das Gaming.

Quick Facts

Ticker Symbol: MATIC
Maximale Anzahl: 10 Milliarden
Protokoll: Proof-of-Stake

Geschichtlicher Hintergrund zu Matic

Als Ende 2017 die Idee zu Matic geboren wurde, befand sich Bitcoin (BTC) als Mutter aller Kryptowährungen im Aufwind und es wurde immer deutlicher, dass das bis dahin übliche Blockchain-Protoll Proof-of-Work an seine Grenzen stößt. Mit der Kapazität für nur einige wenige bestätigte Transaktionen pro Sekunde genügte Proof-of-Work nicht mehr den Anforderungen, die sich an eine Kryptowährung stellen, wenn sie in Spielen, als Zahlungsmittel und ähnlichen Szenarien möglichst in Echtzeit zum Einsatz kommen soll. Auch die nach Marktkapitalisierung zweitwichtigste Kryptowährung Ethereum (ETH) konnte dieses Problem nicht lösen, neue Ansätze waren gefragt. Matic wollte diese Lücke schließen und so entschied sich der Inder Jaynti Kanani, seinen bisherigen Job als Datenanalyst bei Housing.com an den Nagel zu hängen.

Gemeinsam mit seinen Bekannten Sandeep Nailwal und Anurag Arjun entwarf dieser Jaynti Kanani das Konzept für Matic in einem Whitepaper und ging vom Frühjahr 2018 damit an die Öffentlichkeit. Der Ansatz: Matic sollte zunächst als Sidechain für ETH und ERC-20 Token konstruiert werden und durch Proof-of-Stake als Protokoll für Tempo sorgen. Ganz neu waren solche Ideen 2018 nicht mehr, bei Bitcoin etwa wurde bereits eifrig am Lightning Netzwerk gearbeitet. Doch gerade die Konzentration auf Ethereum und verwandte Altcoins schuf ein gewisses öffentliches Interesse an Matic, zunächst besonders im indischen Heimatmarkt. Kanani und seinen Kollegen schafften es, in zwei Pre-Sales gut 600.000 US-Dollar für Matic als Anschubfinanzierung einzusammeln.

Matic C-Level Team

Mit diesem Risikokapital gelang es dem Matic-Team, bis Ende 2018 zügig die Beta-Versionen des Netzwerks aufzusetzen, von Anfang 2019 an wurden im Matic-Ökosystem bereits der Ernstfall geprobt. Hinter den Kulissen muss das Projekt das Interesse von Binance erregt haben. Denn die Kryptobörse mit großem Kundenstamm entschied sich, Matic in ihr Programm für IEOs (Initial Exchange Offering) neuer Kryptowährungen aufzunehmen. Anfang April 2019 offerierte Binance auf seinem Launchpad für IEOs Matic dem breiten Publikum, 5 Millionen US-Dollar sollten bei diesem ersten Public Sale eingespielt werden. Dies gelang mühelos und führe Investoren durften sich nach der Listung von Matic bei Binance über erhebliche Kursgewinne freuen.

Gleichzeitig findet sich Matic seitdem in der rauen Wirklichkeit wieder, in der Kryptowährungen um Anleger, Akzeptanz von Nutzern und öffentliche Aufmerksamkeit konkurrieren. Unter dem Motto „Sichere, Skalierbare und unmittelbare Transaktionen“ bewegt sich Matic im hinteren Viertel der nach Marktkapitalisierung 100 wichtigsten Kryptowährungen. Der Kursverlauf von Matic kennt zwar Ausreißer, war aber im Kryptojahr 2019 insgesamt durch einen stetigen Aufwärtstrend gekennzeichnet.

Mit Kooperationspartnern wie Decentraland aus der Gaming-Branche und Ripio Credit Network aus der DeFi-Branche sieht sich Matic gut aufgestellt für Anwendungen aus der Praxis. Hinter Matic steht die Firma Matic Network (BVI) Ltd., welche in eine Stiftung überführt werden soll. Durch die Pre-Sales und die IEO bei Binance sind knapp 23 Prozent aller Matic in den Umlauf gekommen, weitere Public Sales sind nicht geplant. Die Zahl der verfügbaren Matic wächst dennoch durch Stake Rewards und Verkäufe von dem Stiftungskonto. Letztere Verkäufe sollen die technologische Weiterentwicklung von Matic, PR-Maßnahmen und juristische Angelegenheiten finanzieren.

Technologie hinter Matic

Matic basiert technologisch auf dem Proof-of-Stake Protokoll und im Grunde zwei Blockchains. Auf der Mainchain genannten eigentlichen Blockchain werden alle Transaktionen in Matic dokumentiert. Die Sidechain dient dazu, Vorgänge zu beschleunigen, etwa für Dapps, und zur Interaktion mit den Blockhains Dritter, bislang auf Ethereum beschränkt. Das Mainnet baut auf Tendermint auf. Die Sidechain, auch Layer 2 genannt, nutzt Plasma. Durch diese technologisch komplexe Lösung ist Matic in der Lage, bis zu 10.000 Transaktionen pro Sekunde zu bestätigen und sicherzustellen, dass eine einzelne Transaktion im Regelfall innerhalb von einer Sekunde bestätigt wird. Das macht Matic aus eigener Sicht zum perfekten Netzwerk etwa für Games, wo der Spielfluss nicht durch nervige Verzögerungen gestört werden darf.

Im Matic Netzwerk wird eine Zwei-Drittel-Mehrheit benötigt, um eine Transaktion zu validieren. Stimmberechtigt sind die sogenannten Staker. Sie stimmen auch darüber ab, wer als Block Producer arbeitet. Der Stimmprozess ist kontinuierlich und soll diejenigen belohnen, die sich aktiv am Netzwerk beteiligen, also Rechenkapazität zur Verfügung stellen.

Das Prinzip der zwei miteinander verschachtelten Blockchains ist grundsätzlich erweiterbar und hier sieht Matic künftige Aufgaben. Bisher ist man auf Ethereum fixiert, doch auch die Verknüpfung etwa mit Bitcoin wird mittelfristig angestrebt.

Kritik an Matic

Von technischen Problemen ist Matic bislang (Stand Februar 2019) verschonen geblieben. Für Aufregung – und in Teilen auch Kritik – sorgte im Dezember 2019 ein plötzlicher Kursrutsch, bei dem Matic in weniger als einer Stunde 70 Prozent an Wert verlor. Doch Gerüchte, dass das Matic-Team selbst Coins verkauft habe, um vom gerade vorher erreichten Allzeithoch zu profitieren, ließen sich nicht erhärten. Die Datenspuren zu den massiven Verkäufen führten nicht zu Konten der Matic-Zentrale und Jaynti Kanani wurde von wichtigen Figuren in der Kryptoszene als seriöser Entrepreneur gelobt, anführt von Binance-CEO-Changpeng Zhao. Doch der Vorfall zeigte deutlich: Wenn kleinere Kryptowährungen wie Matic mit einer Marktkapitalisierung von weniger als 50 Millionen Dollar ins Visier von Spekulanten geraten, haben diese gute Chancen, erfolgreich den Kurs zu beeinflussen.

Alternativen zu Matic aus Anlegersicht

Für Sidechains als Lösung von Problemen bei der Skalierbarkeit hält Matic kein Monopol. Fachleute nennen etwa POA Network (POA), Loom Network (LOOM) und Ziliqa (ZIL) als Projekte mit ähnlichen Ansätzen, sehen aber im direkten Vergleich (noch) technische Vorteile bei Matic. Bei den großen Kryptowährungen konzentrieren sich EOS und TRON (TRX) wie Matic auf den Einsatz von Blockchain-Technologie für Dapps und konnten damit Nutzergruppen anziehen, die in Zahl und Umsatz Matic um mehr als den Faktor zehn übertreffen. TRON hat zudem ebenfalls eine Sidechain implementiert, um jederzeit Tempo in seinem Netzwerk zu garantiere. Eine potenzielle Alternative zu Matic bleibt für Anleger nicht zuletzt Ethereum, wo man mit der für 2020 angestrebten Protokollumstellung von Proof-of-Work auf Proof-of-Stake selbst die Skalierbarkeit deutlich erhöhen möchte und so Matic dort dann entbehrlich werden könnte.

Matic kaufen

Wer Matic kaufen will sollte dazu wissen, dass Matic bisher nur bei Kryptobörsen gegen andere Kryptowährungen gehandelt wird. Es gibt also keine Möglichkeit Matic gegen Euro zu kaufen. Wir empfehlen daher Matic bei Binance zu kaufen, der größten Kryptobörse weltweit. Dort wird Matic zum Beispiel gegen Bitcoin oder auch BNB gehandelt.

Das ganze läuft dann so ab, dass ihr erst bei einer anderen Börse Bitcoins kauft und diese dann bei Binance einzahlt. Mit den eingezahlten Bitcoins könnt ihr dann einfach Matic kaufen. Um die Bitcoins zu kaufen empfehlen wir euch Coinbase. Mit dem Link erhaltet ihr dabei noch einmal 10 US Dollar Gratis.

Wer auch bei Binance sparen will kann diesen Link nutzen und damit 10% Gebühren sparen ein Leben lang.

Wallets für Matic

Wer Kryptowährungen wie Matic als Instrument für Geldanlagen nutzt, muss sich die Frage stellen, wie er seine Coins sicher aufbewahrt. Prinzipiell drängen sich drei Optionen auf: Paper Wallet, Software Wallet und Hardware Wallet. Beim Gebrauch einer Paper Wallet werden die Matic-Adresse und der Private Key als Password für den Zugriff ganz altbacken auf einem Blatt Papier aufgeschrieben. Diese Methode stellt sicher, dass die für den Zugriff auf Krypto-Guthaben entscheidenden Daten nicht online gespeichert sind und so Cyberkriminelle keinen Angriffspunkt haben. Um auch vor Brand oder Wasserschäden geschützt zu sein, werden Paper Wallets häufig auch als Gravur auf Metall ausgeführt. Wenn es aber darum geht, täglich mit Matic und anderen Altcoins zu handeln oder sie als Zahlungsmittel einzusetzen, stößt die Paper Wallet an ihre Grenzen. Denn ständig die langen Zeichenketten von Public Adress und Private Key einzutippen, raubt Zeit und Nerven.

Die Aufgabe, Matic und seine Verwanden alltagstauglich zu machen, erledigen Software Wallets schon wesentlich besser. Diese sind mit einer virtuellen Geldtasche zu vergleichen, Software Wallets werden etwa von Kryptobörsen in Form des dortigen Kontos zur Verfügung gestellt oder von anderen Anbietern. Matic selbst empfiehlt seine eigene Matic Wallet, die als App für Apples iOS und Google Android kostenlos zur Verfügung steht. Der Kritikpunkt: So bequem die Matic Wallet und andere Software Wallets auch im Gebrauch sind – durch ihre Online-Anbindung besteht weiter ein nicht zu unterschätzendes Risiko, das feindliche Attacken erfolgreich verlaufen. Wer ein Software Wallet nutzen möchte dem empfehlen wir das Trust Wallet. Dieses gehört mittlerweile zu Binance und ist technisch sehr gut aufgestellt.

Experten empfehlen zur Aufbewahrung eurer Kryptoguthaben meist ein Hardware Wallet zu nutzen. Hierbei handelt es sich um ein kleines Zusatzgerät, auf dem die sensiblen Daten abgetrennt vom Internet auf einem separaten Sicherheitschip gespeichert werden. In der Praxis wird die Hardware Wallet als Portemonnaie nur dann geöffnet, wenn Transaktionen anstehen, und bleibt ansonsten offline. Das besondere bei Hardware Wallet ist, dass euer Private Key niemals das Wallet verlässt und daher auch nicht gestohlen werden kann. Die einzelne Matic-Adresse mit Private Key ist so optimal geschützt, doch der Benutzerkomfort kommt nicht zu kurz. Die beiden führenden Hersteller von Hardware Wallets heißen Ledger und Trezor. Was ihre Produkte unterschiedet, wie man sie konfiguriert und warum die Ledger Nano S und die Ledger Nano X im Direktvergleich zu Trezor die Nase knapp vorn haben, erfährst Du hier in unserem ausführlichen Special zu Hardware Wallets.

Fazit: Gelingt Matic der Sprung aus der Nische?

Frühen Anlegern hat Matic Gewinne beschert und um das Projekt bildet sich eine Community, die von der Technologie begeistert ist. Damit hat sich Matic eine gewisse Anerkennung geschaffen. Der Härtetest für Matic besteht aber – wie im übrigen für viele andere, kleinere Kryptowährungen auch – darin, den Beweis für die Notwendigkeit zu erbringen. Gelingt es Matic, Dapp-Entwickler zu überzeugen und exklusive Anwendungen anzubieten? Kann Matic Nutzer aus Verwaltung oder Industrie anwerben? Denn nur mit wachsender Nutzerbasis wird Matic aus den Kinderschuhen herauswachsen. Weitere Herausforderung dürfte sein, das Versprechen einzulösen, Matic als Sidechain auch für andere Blockchains als Ethereum funktionsfähig zu machen. So hängen über der Zukunft von Matic trotz des erreichten Status diverse Fragezeichen. Wer in Matic investieren will sollte es bei Binance machen. Viele andere Seriöse Möglichkeiten gibt es leider derzeit nicht.

Matic Preis und Kursentwicklung

Hier findet ihr den aktuellen Matic Preis und seht wie der Kurs sich in den letzten Monaten entwickelt hat.

  • matic-network
  • Matic Network
    (MATIC)
  • Preis
    $0.022
  • Marktkapitalisierung
    $74,515,601.00

Wichtige Links zu Matic

Webseite Matic
Matic bei Twitter
Matic-Ceo Jaynti Kanani bei Twitter
Blockexplorer Matic
Whitepaper Matic