Was sind ERC20-Token?

Wer sich wie Du für Kryptowährungen interessiert und mit ihnen handelt, stößt früher oder später auf den Begriff ERC20-Token. Gemeint sind damit solche Altcoins, die technisch auf dem Standard der Blockchain von Ethereum (ETH) basieren. Was das genau bedeutet, erklären wir hier.

Ethereum (ETH) als zweitwichtigste globale Kryptowährung nach Bitcoin ist schnell populär geworden, weil die von Vitalik Buterin ersonnene Blockchain zulässt, Transaktionen mit einem Smart Contract zu verknüpfen. Genau an dieser Stelle setzten ERC20-Token an. Sie verwenden aus technischer Perspektive die ETH-Blockchain, um ihre Transaktionen abzuwickeln, bewegen aber dabei ETH nur für Gebühren und notieren die eigentliche Bewegung von digitalem Geld in einem Smart Contract. ERC steht im Code der ETH-Blockchain für „Ethereum Request For Comments“ und die 20 dient als ID-Nummer, die anzeigt, dass das Standardprotokoll genutzt wird.

Pluspunkte von ERC20-Token

Für die Herausgeber von Kryptowährungen hat ERC20 also den großen Vorteil, dass keine eigenen Blockchain-Lösung programmiert werden muss, sondern ganz einfach die von Ethereum angebotene Lösung eingesetzt wird. Dies führt auch dazu, dass die Kryptobörsen ERC20-Token ohne zusätzlichen technischen Aufwand in ihr Portfolio aufnehmen können. Sie müssen sonst für jede Kryptowährung mit eigener Blockchain entsprechende APIs implementieren. Dritter Vorteil für ERC20-Token ist, dass die bestehende Infrastruktur aka Rechenpower von Etherereum zur Verfügung steht. Sogenannte 51% Attacken werden damit unwahrscheinlich. Darüber hinaus lassen sich ERC-20 Token innerhalb von Minuten erzeugen. Wie das funktioniert zeige ich euch in dem Video.

Kritik an ERC20-Token

Die Festlegung auf den ERC20-Standard bringt für entsprechende Kryptowährungen aber auch Nachteile mit sich. Sie sind darauf festgelegt, Gas/ETH für Gebührenzahlungen bei Transaktionen zu verwenden, funktionieren also nur für Anleger, die neben dem ERC20-Token ETH bereit halten. Zudem sind ERC20-Token abhängig von Kapazität und Tempo der ETH-Blockchain, die an ihre Grenzen gelangt ist.

Wichtige ERC20-Token

Um die Idee einer neuen Kryptowährung schnell umzusetzen, war und ist wohl immer noch der ERC20-Standard die populärste Lösung. Selbst große Altcoins wie EOS, TRON (TRX) und Binance Coin (BNB) bauten bei ihrem ursprünglichen Launch auf ERC20 auf, bevor sie später eine eigene Blockchain entwickelten, um unabhängig von ETH agieren zu können. Bei Etherscan sind im Juli 2019 mehr als 200.000 ERC20-Verträge festgehalten. Als nach Marktkapitalisierung wichtigste ERC20-Token werden dort Bitfinex Leo (LEO), ChainLink (LINK), Maker (MKR) und BAT gelistet. Bei BNB ist die Umstellung auf die eigenen Blockchain BEP 2 in vollem Gange, Tether (USDT) ist als Stablecoin mit mehren Blockchains kompatibel.

ERC20-Token: Zukunftssicher oder aussterbende Art?

Der Charme von ERC20, im Grunde in weniger als 15 Minuten einen eigenen Altcoin kreieren zu können, ist vor allem beim ICO-Boom zum Tragen gekommen. In der Praxis hat sich dann aber auch gezeigt, dass ERC20-Token mit den technischen Limit von ETH leben müssen und daher uniform wirken. Deshalb steigen eigentlich alle wichtigen Altcoins möglichst schnell nach dem Launch auf eigene Blockchains um. Ob zukünftige Kryptowährungen immer noch ERC20 als erste Lösung wählen, ist fraglich. Denn mittlerweile stehen solchen Projekten durchaus Alternativen wie NEO, EOS oder Cardano zur Verfügung, die wie ERC20 Smart Contracts erlauben, die in Wirklichkeit fremde Coins verwalten. Ob ERC20 weiterhin populär bleibt, hängt entscheidend davon ab, wann und wie Ethereum seine Probleme mit Skalierbarkeit (Stichwort: Ethereum 2.0) in den Griff bekommt.


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