Nach Rausschmiss bei IOTA: Gründer Sønstebø schießt zurück

Die IOTA Stiftung hatte Mitte Dezember Gründer und Vorstandsvorsitzenden David Sønstebø überraschend gefeuert. Jetzt meldet sich Sønstebø mit seiner Version der Geschichte. Hinter den Kulissen bei IOTA haben sich demnach Lager gebildet.

Friedliche Weihnachten und Jahreswechsel werden bei der IOTA Stiftung empfindlich gestört. Denn die Entlassung von Vorstandsvorsitzendem und IOTA-Mitgründer David Sønstebø bebt nach. In einem offenen Brief wirft Sønstebø der IOTA Stiftung vor, „ungeschickt, panisch und einfach unprofessionell“ verfahren zu haben. Auf der einen Seite sei er zwar erleichtert, von der Arbeitslast bei IOTA befreit zu sein, so Sønstebø. Doch der selbstbewusste Norweger möchte unbedingt einige Details klarstellen.

Machtkampf in der IOTA Stiftung – Sønstebø attackiert Schiener

Nicht nur durch Recherchen von IOTA-Aufklärer „Hund“ weiß man, dass in der Führungsetage von IOTA persönlicher Zwist die Atmosphäre prägt. Sønstebø kommt in der Selbstbetrachtung natürlich gut weg, doch er greift Dominik Schiener frontal an. Schiener wird bei IOTA offiziell als Mitgründer und Co-Vorsitzender der Stiftung geführt. Sønstebø verlangt jetzt, dass Schiener sich nicht mehr IOTA-Mitgründer nennt. Denn schließlich habe er, Sønstebø, Schiener erst zu IOTA gelockt. Dort habe Schiener zwar beim Aufbau der Stiftung geholfen, aber in konzeptionellen und technologischen Fragen zu IOTA keine Rolle gespielt. Es sei Zeit, dass die Öffentlichkeit davon erfahre, schließt Sønstebø seine Abrechnung. Schiener ist durch das Ausscheiden von Sønstebø jetzt in einer alleinigen, durch die Satzung festgelegten Machtposition bei der IOTA Stiftung.

Serguei Popov hingegen, ein weiterer Mitgründer von IOTA und Vorstandsmitglied in der Stiftung, ist laut Sønstebø integer. Auch mit den beiden Mitgliedern des Aufsichstrats der IOTA Stiftung, Clint Walker und Richard Soley, würde Sønstebø jederzeit wieder zusammenarbeiten. So spitzt sich der Konflikt auf die Konfrontation zwischen Schiener und Sønstebø zu. Und Sønstebø gibt Einblicke dazu, wo die unterschiedlichen Vorstellungen über die Zukunft von IOTA und Stiftung deutlich wurden.

Sønstebø: IOTA Stiftung ist am Scheideweg

Sønstebø betont, dass die öffentliche Gleichstellung von IOTA und der Stiftung falsch sei. Erst das Projekt IOTA habe die Stiftung ermöglicht. Doch bei der IOTA Stiftung sei zuletzt einiges schief gelaufen. So sei beispielsweise die Forderung von Sønstebø nicht erfüllt worden, einen Vollzeit-CEO bei IOTA zu installieren. Eine solche Position, besetzt mit einem erfahrenen Manager, werde aber bei der IOTA Stiftung gebraucht, um Blamagen wie nicht eingehaltene Zeitpläne zu vermeiden.

Erwachsen werde müsse die IOTA auch in finanzieller Hinsicht. Zwar seien die wiederkehrenden Berichte über eine drohende Insolvenz der IOTA Stiftung falsch, schreibt Sønstebø. Nichtsdestotrotz müsse die IOTA Stiftung sich langfristig finanziell absichern und ein klare Position einnehmen. Als Vorbild schlägt er die Ethereum Stiftung vor, die sich als Teil und nicht als Mittelpunkt des Ökosystems von Ethereum (ETH) verstehe. Bei der IOTA Stiftung drohe, dass sie als „zentralisierte deutsche Organisation“ ihre Bedeutung falsch interpretiere und darauf verfalle, Innovationen durch Copyrights zu blockieren.

Fazit: Kein Burgfrieden bei IOTA

Im Ton zwar teilweise versöhnlich, inhaltlich aber eine Generalabrechnung: David Sønstebø lässt tiefe Einblicke zur Situation bei IOTA und Stiftung zu. Fehlende Kompetenz, Führungsschwächen und mangelnde Ideen sind bei IOTA Hindernisse, die sich auch in der Person Schiener offenbaren – zumindest wenn man Sønstebø glaubt. Allerdings ist Sønstebø selbst wiederholt durch Verbalattacken und zweifelhafte Geschäfte aufgefallen. Jetzt versucht er, seine Rolle als IOTA-Gründer zu schützen und schießt sich auf Schiener ein. Im neuen Jahr will Sønstebø seine Pläne für IOTA öffentlich machen und sein Projekt IoTIFY vorwärtstreiben. Der aktuelle offene Brief sei kein Schlusspunkt, sondern ein Komma, erklärt Sønstebø. So muss man sich wundern: Nach dem ohnehin turbulenten Kryptojahr 2020 für IOTA könnte auch 2021 ein Jahr werden, bei dem interne Lagerkämpfe den dringend notwendigen technologischen Fortschritt behindern.


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