Darum ist Bitcoin Cash nicht das bessere Bitcoin

Bitcoin (BTC) eilt von Rekord zu Rekord – und sollte auf keinen Fall mit Bitcoin Cash (BCH) verwechselt werden. Denn trotz einiger Gemeinsamkeiten scheinen die Investmentchancen bei Bitcoin Cash deutlich geringer.

Anfang Januar 2021 erreicht Bitcoin (BTC) fast täglich neue Allzeithochs, zuletzt wurde die Marke von 37.000 US-Dollar pro BTC scheinbar mühelos genommen. In dieser Goldgräberstimmung suchen manche Anleger nach weiteren Kryptowährungen, in denen sie Gewinnchancen wittern. Gut 90 Kryptowährungen werden auf Handelsplattformen gelistet, die das Wort „Bitcoin“ im Namen tragen. Laut Marktkapitalisierung ist dabei Bitcoin Cash (BCH) die wichtigste nach dem Original. Aber Vorsicht: Es gibt gute und nachvollziehbare Gründe, warum sich für Bitcoin Cash die Erfolgsgeschichte von BTC nicht automatisch wiederholt. Wir erklären Dir, warum:

  • Mit dem Start von Bitcoin im Januar 2009 begann die Geschichte der Kryptowährungen. Seitdem ist BTC der Maßstab für alle anderen Kryptowährungen. Bitcoin Cash (BCH) hingegen wird erst seit Sommer 2017 auf den Kryptobörsen weltweit gelistet. Entstanden ist BCH durch einen sogenannten Hard Fork. Bei einem solchen Ereignis wird die Blockchain als technologische Basis einer Kryptowährung so verändert, dass sie nicht mehr abwärtskompatibel ist.
  • Im Fall von BCH bedeutete der Hard Fork die Abspaltung von der Blockchain vom originalen Bitcoin. Teile der Investoren und Entwickler hatten bei BTC als technologischen Minuspunkt die geringe Größe einzelner Blocks von höchsten 1 MB festgemacht. Diese begrenzte Datenkapazität führt dazu, dass bei Bitcoin grundsätzlich höchstens etwa 12 Transaktionen pro Sekunde in der Blockchain organisiert und dokumentiert werden können. Das Lager hinter Bitcoin Cash entschied sich zum Hard Fork für einen anderen Weg und erlaubt seitdem größere Blöcke, was auch mehr Transaktionen pro Sekunde erlaubt, mittlerweile gut 100.
  • Die Hoffnung aber erfüllte sich nicht, dass die theoretisch leistungsfähigere Blockchain von Bitcoin Cash auch mehr Kapital als Bitcoin anziehen würde. Der Großteil von Anlegern entschied sich, seine Guthaben in BTC zu belassen. Zum Vergleich: Hinter dem originalen Bitcoin steht im Januar 2020 eine Marktkapitalisierung von fast 700 Milliarden US-Dollar, bei Bitcoin Cash beträgt diese wichtige Kennzahl nur gut 8 Milliarden US-Dollar.
  • Dieser eklatante Unterschied in der Marktkapitalisierung hat eine klare Ursache: Bitcoin hat als Wertspeicher (Store of Value) einen deutlich definierten Zweck gefunden. Unternehmen und Privatleute verwahren Guthaben in Bitcoin, um ihr Kapital gegen Inflationsrisiken abzusichern. Deshalb wird Bitcoin auch „digitales Gold“ genannt. Bitcoin Cash andererseits wollte dadurch überzeugen, als Zahlungsmittel im Alltag seinen Zweck zu finden, deshalb das „Cash“ im Namen. Bei dieser Verwendung wäre die höhere Zahl von möglichen Transaktionen pro Sekunde tatsächlich ein gewichtiges Argument. Doch BCH hat sich nicht als Zahlungsmittel in der Online-Welt durchgesetzt. Die Zahl der Stellen, die Bitcoin Cash als Zahlungsmittel akzeptieren, ist nach wie vor überschaubar. Es gibt aktuell auch deutlich weniger Transaktionen pro Sekunde bei Bitcoin Cash als bei Bitcoin.
  • Die anhaltenden Kursgewinne bei Bitcoin sind größtenteils darauf zurückzuführen, dass sich mehr und mehr große Institutionen und Firmen für BTC als Wertspeicher entscheiden. Sie kaufen das „digitale Gold“ mit der Absicht, Kapital vor Inflationsgefahr zu schützen. Die Gewinnchancen sind dabei zunächst eher ein schöner Nebeneffekt. Doch dieser Trend, Geldreserven in Kryptowährungen umzuschichten, erfasst nur BTC. Für Bitcoin Cash interessieren sich die institutionellen Investoren, Unternehmen und Privatvermögen im Grund gar nicht, sie legen ihr Kapital lieber im Original als in der Kopie an.
  • Und warum ist Bitcoin Cash nicht zum Wertspeicher geworden? Grundlage für die Manipulationssicherheit einer Kryptowährung ist die Blockchain und die daran angekoppelte Rechnerleistung. Je mehr verschiedene Netzwerkteilnehmer eine Blockchain versammelt, desto sicherer wird sie. Diese Rechnerkapazitäten werden zusammengezählt unter dem Indikator Hash Rate. Bei Bitcoin werden derzeit mehr als 110 PH/S sals Hashrate gemessen, bei Bitcoin Cash lediglich etwas mehr als 1 PH/s. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass Bitcoin Cash wesentlich anfälliger für die Situation ist, in der ein einzelner Netzwerkteilnehmer mehr als die Hälfte der gesamten Rechnerleistung übernimmt und dann Transaktionen manipulieren könnte. Laut Datenanalyse kostet eine solche 51-Prozent-Attacke auf die Blockchain von Bitcoin Cash derzeit theoretisch nicht einmal 9.000 US-Dollar pro Stunde. Noch schlimmer: In der jüngeren Vergangenheit hat es bei Bitcoin Cash mehrere Fälle (etwa hier und hier dokumentiert) gegeben, in denen temporär tatsächlich die Blockchain von einzelnen (Lagern) dominiert wurde.

Wettrennen zwischen BTC und BCH scheint entschieden

Der aussagekräftigste Maßstab im Wettbewerb der Kryptowährungen untereinander ist die mittel- und langfristige Kursentwicklung im Vergleich zu Bitcoin. Und hier hat Bitcoin Cash kontinuierlich an Wert verloren. Anders erklärt: Wer Geld in Bitcoin Cash angelegt hat, konnte in Euro oder US-Dollar gerechnet zwar unter Umständen Gewinne realisieren. Doch wer sich gleich für Bitcoin als Geldanlage entschieden hätte, dürfte sich jetzt über deutlich höhere Gewinne freuen, deren Größe vom Zeitpunkt des Investments abhängen. Kleine Gedankenstütze: Das historische Allzeithoch von Bitcoin Cash stammt aus dem Dezember 2017 und betrug gut 4.000 US-Dollar, heute notiert BCH bei knapp 450 US-Dollar. Auch Bitcoin hat für Dezember 2017 ein damaliges Allzeithoch von knapp 20.000 US-Dollar zu vermelden – steht heute aber bei weit über 30.000 US-Dollar.

Bitcoin Cash Kursentwicklung im Vergleich zu Bitcoin

So deutet viele daraufhin, dass für Bitcoin Cash der Zug als Konkurrenz zu Bitcoin abgefahren ist. Einen klar umrissenen Anwendungsfall beziehungsweise Verwendungszweck hat BCH in der Praxis nie gefunden, das „digitale Gold“ BTC hingegen schon. Und bei der Idee, zum Online-Zahlungsmittel zu werden, hat Bitcoin Cash nicht die Verbreitung wie die Konkurrenz von Litecoin (LTC) erreicht.

Bitcoin: Das Original schlägt die Nachahmer

Falls Du jetzt in den Kryptohandel einsteigst oder überlegst, in Kryptowährungen zu investieren, wirst Du wie eingangs erwähnt auf viele Coins stoßen, bei denen „Bitcoin“ Bestandteil des Namens ist. Darunter finden sich windige Nachahmer wie Bitcoin POS. Aber lass Dir gesagt sein: In der nunmehr zwölfjährigen Geschichte von Kryptowährungen ist es keinem anderen Projekt gelungen, auch nur ansatzweise die Bedeutung des originalen Bitcoin zu erlangen. Dieser wird unter dem Kürzel BTC notiert. Dort versammeln sich fast 70 Prozent allen Kapitals, das in Kryptowährungen gespeichert ist, was wiederum ständige Liquidität und fair gebildete Marktpreise garantiert. BCH für Bitcoin Cash ist zwar eine etablierte Kryptowährung und wird seit Neustem auch von PayPal unterstützt. Aber den ersten Rang wird BCH dem echten und ersten Bitcoin aller Voraussicht nicht mehr ablaufen können. Die weitaus besseren Investmentchancen verkörpert aus den geschilderten Gründen Bitcoin ohne Namenszusatz.


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