EOS: Herausgeber Block.one will Stimmrechte wahrnehmen

Block.one als das Unternehmen hinter EOS und dem zu der Kryptowährung gehörenden Ökosystem will sich aktiver als bisher in die aktuellen Geschicke einmischen. Dazu werde man seine Stimmrechte wahrnehmen und sich an der Wahl der 21 Block Producer bei EOS beteiligen.

Kritiker von EOS bemängeln immer wieder, dass die eigentlich im Konzept verankerte Online-Demokratie von Delegated Proof-of-Stake in der Praxis nicht wirklich funktioniert. Denn in der jungen Geschichte von EOS hat sich herausgestellt: Nur ein Bruchteil aller stimmberechtigten Netzwerkteilnehmer üben ihre Stimmrechte (1 EOS gleich 1 Stimme) auch tatsächlich aus. Dies führt etwa dazu, dass sich die lukrative Besetzung der 21 Block Producer bei EOS nur selten ändert und ihnen zurecht Alleingänge vorgeworfen werden. Jetzt mischt sich Block.one aktiv ein, die Blockchain-Firma hinter EOS. Man habe sich entschieden, die knapp 9,5 Prozent aller kursierenden EOS, welche von Block.one gehalten werden, bei der Wahl von Block Producern einzusetzen, heißt es in einem Blogpost. Damit werden auch Einflüsse auf den allgemeinen Kurs von EOS ausgeübt, der eigentlich von der Community bestimmt werden soll.

Wird EOS zum abgekarteten Spiel?

Der mit viel PR-Lyrik begründete strategische Schritt von Block.one wirft Fragen auf. Denn Dezentralität ist bei Kryptowährungen einer der Grundpfeiler, die Vertrauen erzeugen. Block.one bezeichnet seine bislang nicht genutzten Stimmrechte als „kleinen, aber signifikanten“ Anteil. Doch der Blick auf die Daten bei der Wahl der Block Producer zeigt: Mit 9,5 Prozent wird Block.one auf Anhieb zur größten Partei bei EOS. Zudem haben die bisherigen Block Producer aka Super Nodes vermutlich wenig Interesse daran, in Konflikte mit Block.one zu geraten. Sie validieren Transaktionen bei EOS und werden dafür mit EOS belohnt. Ob Block.one im Sinn hat, selbst zum Block Producer zu werden oder sich für einen anderen – unter Umständen bisher unbekannten – großen Netzwerkteilnehmer einzusetzen, blieb bislang offen. Block.one ruft dazu auf, sich in den sozialen Netzwerken unter dem Hashtag #EOSGOV an der Diskussion zu beteiligen, in welche Richtung der große Stimmblock genutzt werden soll.

Bei TRON (TRX) hatte zuletzt der überraschende Einstieg der Kryptobörse Binance als Super Representative für Stirnrunzeln gesorgt, weil sich dort ebenfalls zeigte: Delegated Proof-of-Stake ist prinzipiell anfällig für Monopole, da Kleinanleger ihre Stimmrechte massenhaft verfallen lassen. Der Kurs von EOS verlor nach der Ankündigung von Block.one leicht und hat seit Jahresbeginn eine Achterbahnfahrt hingelegt. Grund dafür ist, dass EOS bei Vorzeigeprojekten wie dem dezentralisierten sozialen Netzwerk Voice nicht wirklich vorankommt.

Heikler Schritt von Block.one bei EOS

Wer tiefer in die Welt von EOS einsteigt, weiß bereits: Block.one ist für EOS weit mehr als technisches Entwicklungszentrum und Ideenfabrik. Doch jetzt wird Block.one darüber hinaus offiziell zum aktiven Akteur in der Blockchain, ob nun direkt oder indirekt. Dies stellt das Gebot der Dezentralität auf den Kopf und verlangt noch mehr als zuvor, bei EOS auf die Integrität des Teams von Block.one zu vertrauen.


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