IOTA als Industriestandard – Verzögerungen bei Dezentralisierung bremsen

Die IOTA Stiftung engagiert sich seit Jahren in internationalen Organisationen, um in diversen Feldern als Industriestandard anerkannt zu werden. Doch Probleme bei der Entwicklung eines dezentralisierten IOTA 2.0 sind hinderlich.

IOTA ist in den letzten Tagen aus der Top 50 der kapitalstärksten Kryptowährungen herausgefallen, überholt von vielen jüngeren Projekten. Vor vier Jahren gehörte IOTA noch zum exklusiven Club der zehn wichtigsten Kryptowährungen. Es ist viel darüber geschrieben worden – auch von uns – warum das Vertrauen in IOTA gelitten hat und das Momentum abhanden kam. Neben Schmuddelgeschichten und öffentlichem Streit zwischen den IOTA Gründern waren und sind es wiederholt nicht eingehaltene Versprechen bei der technologischen Fortentwicklung, mit denen sich IOTA selbst ausbremst. Ein aussagekräftiges Beispiel für diese Einschätzung liefert die IOTA Stiftung aktuell mit ihrem Fortschrittsbericht November zu den Bemühungen, IOTA Technologie in offizielle Industriestandards einzubringen.

Spätestens seit Ende 2020 witterte IOTA gute Chancen, über die internationale Organisation Object Management Group (OMG) selbst und als Bestandteil von Industriestandards zertifiziert zu werden. In 2021 dann begann die IOTA Stiftung in unregelmäßigen Abständen, Fortschrittsberichte zu diesem Thema zu veröffentlichen, hier etwa im Januar und hier im April. Selbstbewusst hatte IOTA Ende 2021 als Zieldatum in Aussicht gestellt, zu dem sich das Engagement bei der OMG offiziell auszahlen sollte.

Ohne IOTA 2.0 keine Zertifizierung als Industriestandard in Sicht

Insgesamt zehn Themenfelder nennt der IOTA-Verbindungsmann Mike Bennett jetzt, in denen er bei der OMG wirbele. Durchweg sind das aussichtsreiche Sparten wie Digitale Identität, Smart Contracts oder digitale Währungen, welche die OMG als wichtig genug einstuft, um Standards zu schaffen. Aber der Haken an der Sache für IOTA: Im Sommer 2021 mussten grundsätzliche Rückschläge bei der Entwicklung eines dezentralen IOTA 2.0 (Projektname Coordicide) eingeräumt werden. Doch die Einreichungen bei der OMG sollen auf dem Protokoll von IOTA 2.0 beruhen, schreibt Bennett. Das ist logisch, denn ein zentralisierter Ansatz wäre bei der OMG und ihren Mitgliedern aus Wirtschaft und Forschung nicht durchsetzbar.

Im Vorfeld der Dezember-Sitzung der OMG will Bennet nun beruhigen und formuliert vage, die „formal notierten Spezifikationen“ für IOTA 2.0 seien in „guter Verfassung“. Jüngste Schritte bei der Neuentwicklung eines Konsensmechanismus für IOTA 2.0 würden bedeuten, dass das Protokoll vielleicht bald bei der OMG eingereicht werden könne. Im Klartext heißt dies aber eben auch: Die IOTA Stiftung hat derzeit und auch auf mindestens Monate hin nichts konkretes in der Hand, womit die eigene Technologie bei den fortschreitenden Zertifizierungsprozessen der OMG eine gewichtige Rolle spielen könnte.

Fazit: Viel Lärm um wenig bei IOTA und Industriestandards

Lästermäuler nennen IOTA bisweilen eine „Shit Show“ – wir wollen höflich bleiben. IOTA hat in 2021 eine ganze Reihe imposant klingender Fortschrittsberichte zur Arbeit in der OMG gepostet und damit Hoffnungen auf baldige Durchbrüche als Industriestandard geweckt. Geblieben ist davon zum Jahresende nichts als der imposant verpackte Hinweis, mit IOTA 2.0 werde alles so kommen wie prognostiziert. Die Situation erinnert an das Herumzappeln bei IOTA Smart Contracts, wo die auch dort entscheidende Frage Dezentralität aka Coordicide gerne in Nebensätzen versteckt wird. Anleger sollten gewarnt bleiben und sich bei den offiziellen Verlautbarungen angewöhnen, zwischen den Zeilen zu lesen. Denn anders kommt man nicht dahinter, warum trotz all der toll klingenden Überschriften und Pilotprojekte bei IOTA nur ein schleichender Bedeutungsverlust eingesetzt hat. Aufzuhalten wäre dieser wohl nur, wenn IOTA nicht nur von Dezentralität tagträumt, sondern auch Ergebnisse liefert, welche der Markt (und die OMG) nachvollziehen kann.


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8 Kommentare

  1. treffende zusammenfassung und sicherlich realistische sicht auf die aktuellen lage bei IOTA .
    ich würde aber das abrutschen im ranking der Kryptowährungen nicht überbewerten.
    IOTA ist noch im spiel und das ist die eigentliche nachricht.
    es gibt immernoch hoffnung für dieses ambitionierte projekt.

  2. Nach Zeiten der Abstinenz ihrer Seite kann ich mir nicht verkneifen zu kommentieren dass sich nichts an ihren Kommentaren geändert hat . Das ewig nörgelnde Etwas was auf der Rückbank des Autos alle 10 min danach fragt wann man endlich am Ziel ist . Immer wieder belustigend aber leider für ernsthafte Anleger abschreckend . Die Zeit wird es zeigen und ich bin auf ihre Kommentare gespannt wenn das Produkt , verspätet , aber perfekt ausgeliefert wurde . Mit freundlichen Grüßen ..

  3. Ich verstehe die anhaltende Kritik nicht. Wie sieht es bei anderen Krypto-Coins aus?
    Da trifft oftmals mind. eines dieser Aussagen zu:
    – Sie sind reine Shit-Coins (Dodge, etc.)
    – Sie haben hohe Transaktionskosten
    – Sie skalieren schlecht
    – Sie sind unreif (selbst Solanas Netzwerk ist vor kurzem komplett gecrasht. Wen interessiert das aber?!)
    – Ihr Anwendungszweck ist auf NFT-Shit-Kunst beschränkt, wo Affenbilder für hohe Preise verhökert werden (Gruß an Solana und der Dotcom-Blase)

    Tja, und wo bleibt da die kritische Berichterstattung?! IOTA versucht hier im Gegenzug gleich mehrere(!) richtig komplexe Probleme zu lösen, die bisher noch niemand gelöst hat und kassiert von Herrn Lange nur Schelte.

  4. Sehe ich genauso wie #Wilhelm… wer versucht solche komplexen Probleme zu lösen wird einfach Zeit und verbissenheit benötigen. Am Ende wird man sehen ob sich das Projekt durchsetzt. Ich bin über IOTA aber sehr zu Versichtlich und freue mich was noch kommt, wenn auch erst in im nächsten Jahr… Auch kleine Rückschläge kann es durchaus nochmal geben, was aber zu solch einem „riesigen“ Projekt einfach dazu gehört!

    Zu Herr Lange:
    🙂 was soll ich sagen #lach# immer wieder amüsant aber Inhaltlich eher nur negatives Zeug um das unaufhaltsame geniale und das weltverändernde Projekt IOTA für Neueinsteiger schlecht zu reden. Naja wenn es Spaß macht #schulterzucken# nur zu, manchmal lustig zu lesen 🙂 für Neueinsteiger von IOTA bitte andere Quellen lesen und sich hier nicht beirren lassen.

    Allen Kryptofans noch ein schönes Wochenende…

  5. Iota hat ein Problem damit seine Versprechen zeitlich einzuhalten. Es gibt aber auch viel Neuland
    und das braucht eben Zeit.
    Bei anderen Coins fragt keiner was dahinter steckt und die machen 100X.

  6. Hallo Herr Lange,
    ich finde Sie mit Ihren Kommentaren recht erfrischend. Sie bringen halt immer wieder eine andere Sicht auf die Dinge, was für Neueinsteiger hilfreich sein kann. Manchmal hat man halt das Gefühl, dass ein bisschen mehr Objektivität nicht schaden könnte.

    Auch Schade finde ich, dass der „Hund“ keinen Kommentar mehr abgibt, da hat man sich ganz gut darauf verlassen können, dass anschließend der Preis steigen wird.

    Wenn man sich anschaut, wie so manch anderer Coin stetig steigt (z.B.: Solana, Ethereum usw.), so schmerzt das schon, wenn jemand in Iota anstatt anderswo investiert hat. Im Grunde will jeder Investor Geld verdienen und bei Iota dauert‘s halt schon sehr lange. Aber besser als ein Sparbuch ist’s allemal. Ich denke oder hoffe für alle welche in Iota investiert sind, dass bald die ersten großen Projekte (falls es schon welche gibt) an die Öffentlichkeit kommen.

    Zur Standardisierung: Herr Lange, haben Sie schon einmal bei einer Standardisierung mitgewirkt? Ich kann Ihnen aus eigener Erfahrung versichern, das dauert länger, als man das zu Beginn wahrhaben möchte.
    Mit freundlichen Grüßen

  7. Gute Zusammenfassung. Schlimmer wäre es nicht mehr über IOTA zu reden.

    Des Pudels Kern ist die Dezentralisierung und ein perfektes Protokoll, mit der Zeit wird es Zeit, denn…
    Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.

  8. Hallo Herr Lange,

    eine wirklich objektive Betrachtung der Fakten und eine daraus ableitende objektive Berichterstattung ist schwierig und ich respektiere ihre eher skeptische Grundeinstellung gegenüber IOTA.
    Am Ende ist der Leser dafür verantwortlich, sich möglichst umfassend zu informieren und sich dann seine eigene Meinung zu bilden.
    Ich kann an dieser Stelle die Neueinsteiger nur darum bitten, möglichst viele Informationsquellen zu nutzen.
    So ist z.B. im BTC Echo gerade zu lesen, weshalb IOTA Schimmer / den SMR Token einführt und allein dies erklärt und beantwortet einige Punkte, welche sie als fraglich darstellen:
    Zitat BTC Echo:
    „Die Tage des Coordinators sind gezählt: Mit dem Start des Shimmer-Netzwerks wird IOTA Staking-Rewards einführen, die einen Anreiz für die Validierung wichtiger Upgrades und Funktionen schaffen und den Weg für ein vollständig dezentralisiertes Netzwerk frei machen…..“
    Zitat Ende

    Welche Chancen diese Entwicklungen nicht nur im NFT Markt bieten, muss dann jeder selbst beurteilen

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