NBA: Spieler will Millionen-Vertrag tokenisieren, Verband widerspricht

US-Basketballstar Spencer Dinwiddie möchte seinen millionenschweren Spielervertrag teilweise durch einen eigenen Token abbilden, um Anlegern die Chance geben, von seinem möglichen Erfolg zu profitieren. Die NBA lehnt das Vorhaben ab, weil es Spielern verboten sei, ihre Ansprüche an Dritte abzutreten.

Eine Kryptowährung, die sich Cristiano Ronaldo 7 (CR7) nennt? Die altehrwürdige New York Times berichtet über die Idee einer hochpersonalisierten Kryptowährung zwar im Sportteil – aber die Story könnte genauso gut im Wirtschaftsteil Platz finden. Da die Geschichte in den USA spielt, geht es nicht Fußball, sondern um Basketball. NBA-Spieler Spencer Dinwiddie ist mit dem Plan vorgeprescht, das erste Jahr seines dreijährigen Vertrags mit den Brooklyn Nets durch einen eigenen Token namens SD8 abzubilden. 13,5 Millionen US-Dollar wollte er dadurch erlösen, der gesamte Vertrag ist mit rund 35 Millionen US-Dollar dotiert. Für Anleger und Fans sollte das Investment deshalb interessant sein, da sie sich auch an möglichen lukrativeren Folgeverträgen beteiligen könnten. Für Spencer Dinwiddie wäre das finzielle Plus, ein Jahresgehalt auf einen Schlag im Voraus zu erhalten. Zudem möchte er Werbung für seine Plattform DREAM Fan Shares machen, die auch für andere Sportstars individualisierte Token herausbringen will. Doch die mächtige National Basketball Association (NBA) tritt dem Vorhaben entschieden entgegen und verweist auf eine Passage in den Standardverträgen, die es Spielern untersagt, ihre garantierten künftigen Einkünfte an Dritte zu veräußern.

Hintergrund zu Spencer Dinwiddie und seinem SD8 Token

Spencer Dinwiddie ist mit 26 Jahren im besten Basketballalter und zählt zu den B-Promis in der NBA. Auf Twitter beschreibt er sich selbst als „Tech Typ mit einem guten Wurf“. Wo andere Sportler sich im Nebenjob etwa auf eigene Kleidungskollektionen konzentrieren, hat Dinwiddie schon früher großes Interesse an Bitcoin und Co. erkennen lassen. Sein Token SD8 sollte als ERC 20 Token konzipiert werden und ein minimales Investment von 150.000 US-Dollar pro Anleger vorsehen. Als Partner wurde Paxos gewonnen, der über den Stablecoin Paxos Standard (PAX) die Zahlungen abwickeln würde. Da die NBA-Verträge auch bei Verletzungspausen oder ähnlichen Ereignissen Einkünfte garantieren, schien das Risiko für Anleger überschaubar. Doch wie gesagt: Die NBA will den Token SD8 als Präzedenzfall verhindern und dürfte sich dabei durchsetzen. Spencer Dinwiddie wehrt sich zwar dagegen und interpretiert die entscheidend Vertragspassage anders als seine Arbeitgeber. Doch Werbung für sein Unternehmen DREAM Fan Shares hat er erreicht.

Token in Sport und Entertainment als Zukunftschance

Ganz so neu, wie Dinwiddie behauptet, ist seine Idee eigentlich nicht. David Bowie gilt als Vorreiter, denn der Popstar legte schon 1997 „Bowie Bonds“ auf, durch die er Investoren an den Einkünften durch seinem zurückliegenden Songkatalog beteiligte. 55 Millionen US-Dollar sammelte Bowie damit ein und tatsächlich sollen seine Bonds in Sachen Rendite Staatsanleihen geschlagen haben. Die NBA selbst hat mit den Machern von KryptoKitties eine Partnerschaft geschlossen, die auch eine Art NBA-Token vorsieht. Im Fußball sind es britische Vereine, die als erste eigene Kryptowährungen auflegen. Dinwiddie sieht den Profisport als Entertainment und lieg damit wohl nicht so falsch. Der Knackpunkt: Während Künstler aus Branchen wie Musik oder Film sehr individualisiert auftreten, sind es – zumindest im US-Sport – eher die Verbände, welche am längeren Hebel sitzen und sich es deshalb kaum nehmen wollen, Tokenisierung in zentraler Hand zu behalten.

Prognose: Token auf Basis von Starflair sind im Anmarsch

Ob ausverkaufte Fußballstadien oder limitierte Vinyl-Auflagen von Rockidolen, ob Greet-and-meet mit Filmstars oder exklusive Aktionen für Fanklubs – es gibt große Gruppen von Fans, die derzeit sind, für ihre Lieblinge nennenswerte Beträge auszugeben. Dies durch entsprechende personalisierte Kryptowährungen zu realisieren, ist an sich zeitgemäß. Internationaler Vertrieb, Wertschöpfungskette beim Künstler, gesteigerte Treue der Anhänger etc. sprechen für solche Konzepte. Auch wenn Spencer Dinwiddie diesmal scheitert und sein SD8 Token nicht den Weg an Kryptobörsen findet: Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis solche Vorhaben tatsächlich umgesetzt werden.


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