Paradebeispiel für ICO-Blase: Projekt Sponsy steht bei eBay zum Verkauf

Bei eBay findet sich aktuell ein wirklich ungewöhnliches Angebot: Noch bis Freitag läuft dort eine Auktion zu Sponsy, einem Projekt, das mittels Blockchain und eigenem Token den Markt für Sponsorships aufrollen wollte. Warum die 60.000 US-Dollar Mindestgebot wohl wenig sinnvoll angelegt wären, ist auch ein Rückblick auf die ICO-Blase.

Für Sponsy-Gründer Ivan Komar ist die Situation vermutlich bitter, für uns als Beobachter ein amüsantes Lehrstück dazu, wie Blockchains und Kryptowährung als Buzzwords missbraucht werden. Denn das Projekt Sponsy ist auf eBay gelandet und sucht dort bislang erfolglos nach einem Käufer. Das Konzept von Sponsy sollte sein, Sponsoren und Empfänger von Sponsorengeldern wie NGOs, Verbände oder Kulturinitiativen auf neuartigen Weg zusammenbringen. Mit Sponsy als Plattform, einer Blockchain als Protokoll zur Abwicklung von Verträgen und Transaktionen sowie dem Sponsy Token (SPONS) als Zahlungsmittel wollten Komar und seine Mitstreiter Sponsorship neu definieren. Schneller, effizienter und transparenter werde das Geschäft mit den Sponsoren durch Sponsy, verspricht die Website bis heute. Aber Sponsy kam bisher nie über den Status einer Idee hinaus, wenn sogar auch mit umfangreichem Whitepaper.

Woran scheiterte der Start von Sponsy?

Sponsy-CEO, der Weißrusse Ivan Komar, schiebt im Gespräch mit der Financial Times die Schuld für die geplatzten Räume darauf, einen Anwalt vor dem geplanten Sponsy-ICO befragt zu haben. „Der Anwalt sagte uns, wir sollten keine ICO organisieren, bevor wir nicht ein reales Produkt und erste Kunden haben“, so Komar. Im Nachhinein meint er: „Wir hätten nicht erst versuchen sollen, das Produkt fertigzustellen, sondern besser gleich versuchen sollten, den Verkauf von Token zu starten.“ Man habe deshalb Ende 2017 verpasst, auf den „verrückten (crazy) Krypto-Zug“ aufzuspringen und „so viel Geld wie möglich einzusammeln, noch bevor das Produkt fertigstellt ist“. Aus der Perspektive von Komar sind diese Aussagen überraschend ehrlich, aus der Sicht von Anlegern ist dem Anwalt zu danken.

Sponsy – ein Projekt mit Popcornpotenzial

Wenn wir uns die eBay-Verkaufsanzeige und die Sponsy-Webseite etwas genauer anschauen, lässt sich das Lachen kaum verkneifen. Bei eBay etwa heißt es, dass Sponsy im Paket mit einer iOS-App, breiter Präsenz in den sozialen Netzwerken und allen benötigten legalen Dokumenten komme. Im App-Store aber hat Sponsy keine Bewertungen gesammelt, bei Twitter ist die Interaktionsquote der vermutlichen Fake-Follower dramatisch eingebrochen und zu den legalen Herausforderungen einer ICO kannst du dir ja deinen eigenen Reim machen.

Sponsy bei Ebay

Im Web ist die Token Sale Website von Sponsy weiter online und die Selbstbeschreibung spricht von einer dezentralisierten Plattform. Im Interview aber sagt Komar, dass Sponsy eigentlich genauso gut als einfacher zentralisierte Server funktionieren könne. Je tiefer du in die Visionen von Sponsy einsteigst, desto mehr Fragen werden sich auftun. Ob es Komar und Sponsy mitten im ICO-Boom gelungen wäre, Investoren zu finden? Schwer zu beurteilen, unmöglich erscheint es jedenfalls nicht. Relativ sicher dürfte aber sein, dass Anleger mit Sponsy nicht glücklich geworden wären.

Die Lehren aus der Lachnummer Sponsy

Die neuen ICOs sollen IEOs sein und nach der ICO-Blase droht die STO-Blase – wir haben bereits mehrfach umfangreich analysiert, warum du dich als Anleger nicht von attraktiven PR-Versprechen und vermeintlich risikofreien Gewinnchancen in der Kryptowelt blenden lassen solltest. Der Markt ist nach wie vor jung und mit großen Spekulationen verbunden. Unser Glossar und die kontinuierliche Berichterstattung helfen dabei, den Überblick zu behalten. Und wenn dir der Sinn nach etwas ganz Verrücktem steht – dann kann dir niemand verbieten, Sponsy zu ersteigern.


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