Ripple kauft XRP zurück und sieht optimistisch in die Zukunft

Ripple zieht in seinem jüngsten Quartalsbericht ein positives Fazit. Das Kerngeschäft für XRP als Brückenwährung im internationalen Finanzverkehr lege weiter zu. Deshalb kauft Ripple auch wieder XRP vom freien Markt zurück.

Ripple (XRP) blickt zufrieden auf das 2. Quartal 2022 zurück: Im Bericht dazu wird stolz vermehrt, dass On-Demand Liquidity (ODL) von XRP durch Ripple erneut ein Rekordniveau erreichte und das Volumen im Vergleich zum Vorjahr um das Neunfache gewachsen. Für gut 2,1 Milliarden US-Dollar wurden demnach XRP im Rahmen von ODL im 2. Quartal 2022 verkauft. Mit ODL stellt Ripple Kunden aus der Finanzwirtschaft kurzfristig Liquidität in XRP zur Verfügung, welche dann als Brückenwährung bei internationalen Transaktionen eingesetzt wird. Den XRP Verkäufen für ODL stehen Rückkäufe durch Ripple gegenüber, die sich im 2. Quartal auf gut 1,7 Milliarden US-Dollar beliefen. Das Rückkaufprogramm für XRP auf dem freien Markt werde voraussichtlich fortgesetzt, da sich das Kerngeschäft mit ODL hervorragend entwickle, schreibt Ripple.

Erstmals hatte Ripple im 3. Quartal 2020 XRP zurückgekauft, was damals Hand in Hand mit dem Start von ODL ging. Ob diese Rückkäufe einen Einfluss auf die Preiskurve von XRP haben, ist umstritten. Sie müssen im Vergleich zu den institutionellen XRP Verkäufen von Ripple gesehen werden. Dort ergibt sich unter dem Strich für das zurückliegende Quartal ein Plus von etwa 409 Millionen US-Dollar zwischen Ver- und Rückkäufen. Ripple verweist darauf, dass die XRP Verkäufe durch das Unternehmen in dem Zeitraum lediglich 0,47 Prozent des globalen Handels mit XRP ausgemacht hätten. Dies ist als Hinweis darauf zu verstehen, dass man Einflüsse auf die Preiskurve für ausgeschlossen hält.

Das Thema spielte bei Ripple über Jahre hinweg auch eine große Rolle im Zusammenhang mit Mitgründer Jed McCaleb. Dieser hatte sich bei seinem Ausscheiden 2013 rund 12 Prozent aller XRP als Abfindung zusichern lassen und sie seitdem in Tranchen verkauft. Mittlerweile aber hat McCaleb seine XRP Verkäufe abgeschlossen, wie Ripple nochmals betont.

In Bezug auf den anhaltenden Gerichtsstreit mit der US-Börsenaufsicht SEC vermerkt Ripple die Bedeutung der sogenannten „Hinman-Rede“. In dieser hatte William Hinman als damaliges Vorstandsmitglied der SEC 2018 am Fall Ethereum (ETH) deutlich gemacht, dass Kryptowährungen nicht automatisch in den Aufgabenbereich der SEC gehören. Ripple will diese Rede und interne Kommunikation der SEC dazu als zentrales Beweisstück vor Gericht nutzen, um XRP zu verteidigen. Die SEC hingegen versucht mit immer neuen Argumentationen, die Hintergründe der „Hinman-Rede“ aus dem Verfahren herauszuhalten.

Fazit: Ist der Optimismus von Ripple gerechtfertigt?

Das ODL-Geschäft von Ripple wächst im Volumen rasant, was auch CEO Brad Garlinghouse schon im Frühjahr 2022 freudig verkündete. Bei ODL mit XRP sind Preisschwankungen unerwünscht, da der Altcoin dort als Ersatzwährung dient. So ist nachzuvollziehen, dass Ripple bei ODL die Aufgabe übernimmt, durch gezielte XRP Rückkäufe stabilisierend zu wirken. Positiv zu bewerten ist der Verzicht von Ripple darauf, XRP Reserven für die Finanzierung des Unternehmens zu verkaufen. Diese ehemalige Praxis hatte Ripple 2020 eingestellt, noch vor der Klageschrift der SEC. Doch seit Weihnachten 2020 ist und bleibt das Verfahren mit der SEC der Kernfaktor für die Bewertung von XRP. Eine Niederlage von Ripple vor Gericht könnte für XRP ein endgültiges Aus auf dem US-Markt bedeuten. So stützt der jüngste Quartalsbericht von Ripple zwar das aktuelle Momentum von XRP, ist aber keine Garantie für die Zukunft.


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