Was ist ein Shitcoin?

In der Kryptoszene sind Shitcoins immer wieder Grund für schnelle Scherze. Meist werden mit dem Wörtchen Shitcoin solche Kryptowährungen kommentiert, die ihren Wert weitgehend verloren haben. Doch woran erkennst Du einen Shitcoin, bevor es zu spät ist?

Im Fachjargon der jungen Welt der Kryptowährungen ist Shitcoin ein feststehender Begriff, gerne benutzt, wenn polemisch diskutiert wird. Eine direkte Übersetzung ins Deutsche ist gar nicht nötig, shit (Scheisse) und coin (Münze) erschließen sich von selbst. Erstmals benutzt wurde das Wort wohl in einem Diskussionsforum zu Bitcoin (BTC) Ende 2010. Schon damals wollte ein Mitdiskutant ausdrücken, dass es vorhersehbar neue Kryptowährungen geben werde, die mehr versprechen als halten. Und tatsächlich finden sich unter den rund 3.000 Kryptowährungen, die mittlerweile notiert werden, Hunderte von Beispielen, bei denen Projekte aus unterschiedlichen Gründen gescheitert sind. Dazu kommen Dutzende von Altcoins, die im Verdacht stehen, sich zu Shitcoins zu entwickeln. Es gibt aber einige Anhaltspunkte, mit denen Du als Anleger wahrscheinliche Shitcoins quasi schon am Geruch erkennst und Dir deshalb ein Investment verkneifen solltest.

Typische Merkmale für einen Shitcoin

Warum fällt der Kurs einer Kryptowährung ins Bodenlose? Nun, bei solchen Shitcoins zeigt sich, dass Erwartungen an das Projekt und die Einsatzzwecke für den jeweiligen Coin nicht erfüllt worden. Im ICO-Boom griffen manche Investoren fast schon blind beim Launch neuer Kryptowährungen zu und versäumten es, die Hintergründe zu prüfen.

  • Wenn einem Projekt ein durchdachtes Whitepaper fehlt, steigt das Risiko in Richtung Shitcoin.
  • Oder wenn im Team hinter dem Altcoin dubiose Gestalten mitmischen, die schon früher unangenehm aufgefallen sind. Häufig wird auch gar kein Team vorgestellt, dass ist ebenfalls ein gutes Indiz.
  • Ein Indiz für einen künftige Shitcoin ist auch, wenn sich das Team relevante Mengen des neuen Coins selbst vorbehält.
  • Knifflig ist zudem die Frage, wie der Coin vor Inflation geschützt wird.
  • Gibt es bereits andere Altcoins, die ein ähnliches Konzept verfolgen? Dann ist der Weg zum Shitcoin nicht weit.
  • Spätestens wenn das Handelsvolumen einer Kryptowährung sich in Richtung Null bewegt, ist das Schicksal eines Shitcoins besiegelt.

Allerdings lohnt es sich auch bei populären Altcoins, das Shitcoin Potenzial zu überprüfen.

  • Ripple (XRP) steht unter Shitcoin Verdacht, weil auf Dezentralisierung verzichtet wird und ein ständiges Verkaufsprogramm die Inflation schürt.
  • Bitcoin SV (BSV) ist allein schon wegen des notorischen Lügners Craig Wright ein Kandidat für einen Shitcoin.
  • Bei Tether (USDT) sind es Unklarheiten über die Geldreserven hinter dem Stablecoin, die an einen möglichen Shitcoin denken lassen.

Die Liste potenzieller Shitcoins ließe sich wohl noch lange fortsetzen. Die Webseite „Do I Own a Shitcoin?“ gibt mit launigen Kommentaren zu vielen Altcoins eine gute erste Idee davon, mit welcher Kritik diese umzugehen haben. Ratingagenturen wie Weiss Crypto Ratings bewerten Risiken ausführlicher.

Fazit: Das Phänomen Shitcoin und die Folgen

Prominente Kandidaten für den Status als Shitcoin sind im Kryptojahr 2019 beispielsweise Algorand (ALGO), LEO und Kim Dotcoms K.IM. Du merkst: Shitcoins sind keine seltene Randerscheinung, sondern tiefer in der Kryptobranche verankert als oft angenommen. Die Gefahr besteht darin, dass Shitcoins auch das Image von seriösen Projekten beschädigen. Im weitgehend unregulierten Kryptomarkt gibt es keine Institutionen, die Shitcoins verhindern könnten. So hängt es von Dir ab, Investments sorgfältig zu prüfen, um zu vermeiden, auf Spekulationsblasen hereinzufallen. Wer als Fanboy handelt, wird vermutlich schneller Shitcoins aufsitzen als der nüchterne Analyst. Nur weil eine Kryptowährung existiert, hat sie noch langen keinen tatsächlichen Geldwert. So kommt es auch dazu, dass selbst Bitcoin (BTC) als Leitwährung von mancher Seite aus als Shitcoin eingestuft wird. Die endgültige Definition von Shitcoin steht also noch aus – doch das abwertende Wörtchen hat bereits einen festen Platz im Vokabular von Kryptohändlern gefunden.


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