Report beschuldigt TRON Gründer Justin Sun für Insider Trading und andere Fehlverhalten

Justin Sun, Gründer von TRON (TRX), ist in der Kryptoszene bekannt für Extravaganzen und grenzwertige Aktionen. Ein neuer Report sieht Justin Sun verantwortlich für Insider Trading und andere illegale Aktivitäten.

Seine jüngsten publikumswirksamen Auftritte zeigen Justin Sun als Botschafter für Grenada bei der Welthandelsorganisation (WTO). Dort will der Strahlemann für Blockchain-Lösungen werben und und parallel hat sich Justin Sun Ende 2021 offiziell vom durch ihn gegründeten Projekt TRON (TRX) zurückgezogen. Doch eine hartnäckige Recherche von The Verge deutet an, dass Justin Sun von seiner Vergangenheit eingeholt werden könnte und ihm wegen illegaler Aktivitäten juristische Konsequenzen drohen könnten. Die Liste der Vorwürfe ist lang und Justin Sun weist sie per Twitter zurück. Doch der Report erfüllt journalistische Kriterien und wir dokumentieren hier einige der krassen Aktionen, mit denen Justin Sun direkt in Verbindung gebracht wird:

  • Als für TRON 2017 eine ICO über die Bühne ging und 70 Millionen US-Dollar einbrachte, musste alles ganz schnell gehen. Denn Justin Sun hatte erfahren, dass in China für ICOs ein Verbot unmittelbar bevorstand. Einen Tag vor der offiziellen Bekanntmachung war die ICO für TRX durch und Justin Sun per Flugzeug auf dem Weg in die USA.
  • Mit Insider-Informationen soll Justin Sun sein Team auch später immer wieder gefüttert und zu Insider Trading mit TRX angeleitet haben. Vor positiven Ankündigungen zu TRON wurden laut The Verge TRX aufgekauft und dann beim erwarteten Preissprung nach oben mit Gewinn wieder verkauft. In den USA dürfte dies unter Androhung von Gefängnisstrafe verboten sein.
  • 2018 kaufte TRON BitTorrent in einem spektakulären Deal für kolportierte 140 Millionen US-Dollar. Im Januar 2019 später wurde ein BitTorrent Token (BTT) per IEO bei Binance auf den Markt gebracht. Das Problem: Justin Sun wollte auf jeden Fall vermeiden, dass BitTorrent Token als mögliches Wertpapier (Securities) in das Visier der US-Börsenaufsicht SEC gerät. Also stiftete er Mitarbeiter an, Dokumente so zurechtzubiegen, dass BTT als „utility token“ erscheint. Den langen Atem der SEC erfährt derzeit Ripple (XRP).
  • Ende 2019 investierte Justin Sun im großen Stil in die Kryptobörse Poloniex. Dort soll er persönlich darauf eingewirkt haben, Vorschriften zur Identitätsprüfung von Kunden (KYC) lax zu handhaben und gegebenenfalls Fake Ausweise zu akzeptieren, so the Verge. Zudem habe Justin Sun in einem undurchsichtigen Manöver 300 Bitcoin (BTC) Kundengelder an sich gebracht.
  • Sehr aktiv hat sich Sun den Enthüllungen zufolge auch immer wieder dabei gezeigt, möglichst viele Staatsbürgerschaften und Pässe zu bekommen sowie Konten in diversen Ländern zu eröffnen. Reporter Christopher Harland-Dunaway beschreibt Justin Sun als einen Charakter, der sich stets Fluchtwege offen halten will und die neue diplomatische Karriere als Ergebnis. Denn als Botschafter kann sich Justin Sun bei Strafverfolgung unter Umständen auf diplomatische Immunität berufen.

Justin Sun – „nur“ Exzentriker oder schlicht ein Krimineller?

In unserem Archiv finden sich zu Justin Sun eine ganze Reihe von Geschichten, die an der Redlichkeit des Krypto-Promis zweifeln lassen. Da sind solche wie eine manipulierte Tesla Verlosung oder eine angebliche Partnerschaft zwischen TRON und dem FC Liverpool, wo zwischen bewusster Irreführung und versehentlichen Informationsfehlern schwer zu entscheiden ist. Da sind die eifrigen Aktivitäten von Justin Sun im boomenden NFT Markt wie hier und hier. Unvergessen natürlich auch die Probleme von Justin Sun in China oder das Hin-und-Her um ein Treffen mit Investorenlegende Warren Buffet. Es ergibt sich das Bild einer zwielichtigen Person mit ausgeprägtem Drang nach Scheinwerferlicht, die es mit der Wahrheit nicht besonders eng sieht.

Fazit: TRON stabil – Justin Sun unter Druck

Die jüngsten Vorwürfe gegen Justin Sun haben sich nicht merklich auf die Preiskurve von TRON ausgewirkt und insofern ist die Trennung von Gründer und Projekt aus dem Dezember 2021 wohl positiv zu bewerten. Ob sich in den USA oder anderswo Behörden durch die neuen Recherchen dazu bemüßigt sehen, Justin Sun zu verfolgen, ist ungewiss. 31 Jahre alt ist Justin Sun und hat ganz bestimmt schon viel erlebt. Sein Bild in der Öffentlichkeit hat neue, tiefe Kratzer bekommen.


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