Report: Hinter DAO Hack bei Ethereum steckte TenX Gründer Toby Hoenisch

Das Wirtschaftsmagazin Forbes hat eine exklusive Krypto-Recherche veröffentlicht, die Wellen schlägt. Sie soll zeigen, dass der DAO Hack bei Ethereum aus 2016 jetzt aufgeklärt ist. Die Spur führt zu TenX Gründer Toby Hoenisch.

Achtung, ihr lest jetzt eine Krypto-Story, die filmreif ist. In einer Hauptrolle sehen wir Toby Höhne, bekannt als Gründer von TenX. In der zweiten Hauptrolle ist der berühmt-berüchtigte Julian Hosp zu bewundern. Thema ist der DAO Hack bei Ethereum (ETH) aus dem Jahr 2016, damals der wohl größte und spektakulärste Hack seiner Zeit. Und keine Sorge: Wenn euch die Namen nichts sagen, liefern wir wichtige Hintergrundinformationen. Also Vorhang auf für eine exklusive Enthüllungsgeschichte, die beim Wirtschaftsmagazin Forbes von der Krypto-Expertin Laura Shin veröffentlicht wurde.

Erster Akt: Der DAO Hack bei Ethereum

Schon im zweiten Jahr von Ethereum (ETH) begeisterte 2016 eine Art frühes DeFi Projekt die Anleger. The DAO versprach, Ethereum einzusammeln und dann Mehrheitsentscheidungen der Investoren zu folgen, um das Kapital wieder ins aussichtsreiche und gewinnbringende DeFi Projekte zu stecken. Das Konzept war für seine Zeit revolutionär und die angelegten Summen explodierten förmlich. Ende Mai 2016, als die Anlagefrist endete, hatte The DAO ungefähr 15 Prozent aller damals zirkulierenden ETH angelockt, von rund 15.000 Personen und imdamaligen Wert von mehr als 150 Millionen US-Dollar. Auch Ethereum-Gründer Vitalik Buterin beteiligte sich und die Preiskurve von ETH schien angetrieben durch The DAO nur die Richtung aufwärts zu kennen.

Doch am 17. Juni 2016 wurde klar, dass frühere Warnungen vor Fehlern im Smart Contract von The DAO berechtigt waren. Einem Angreifer war es gelungen, 3,6 Millionen ETH und damit ein Drittel des Kapitals aus dem Projekt abzuziehen und in einen Smart Contract zu überführen, den er oder sie kontrollierte und nicht The DAO. 28 Tage später hätte dann die Möglichkeit bestanden, die erbeuteten ETH frei zu bewegen und so zu Geld zu machen. In dieser Notsituation für Ethereum kam es zum Hard Fork, bei dem ETH die Blockchain zurückdrehte, um die Schäden aufzufangen. Diejenigen, die an der Unverletzlichkeit der Blockchain festhielten, versammelten sich dann bei Ethereum Classic (ETC), wo die Beute aus dem DAO Hack weiter Wert hatte.

Zweiter Akt: Neue Analyse-Werkzeuge führen 2022 zum mutmaßlichen DAO Hacker Toby Hoenisch

Die Krypto-Journalistin Laura Shin war bei Recherchen zu einem Buch jetzt auf neue Quellen und Möglichkeiten gestoßen, um die Suche nach dem DAO Hacker frisch aufzurollen. Dabei halfen die beiden Datendienste Coinfirm und Chainalysis. Bekannt war, dass ein Teil der Beute in Ethereum Classic bei der Kryptobörse ShapeShift in Bitcoin (BTC) getauscht wurde. Diese BTC wurden dann durch einen Bitcoin Mixer namens Wasabi „gewaschen“, wären also früher nicht mehr nachverfolgbar gewesen. Doch eine neue und jetzt erstmals öffentlich gewordene Methode von Chainalysis lieferte Laura Shin Details. Der Weg der Bitcoin, die zum DAO Hack zurückführten, brachte die BTC zu vier Kryptobörsen, wo sie zum frühen Privacy Coin GRIN getauscht wurden.

Eine Quelle bei einer der Kryptobörsen verriet Laura Shin, dass diese Geschäfte zum Grin Node grin.toby.ai wiesen. Mit der IP-Adresse konnte Shin auch weitere verknüpfte Nodes wie ln.toby.ai und lnd.ln.toby.ai ausfindig machen. Toby.ai – war da nicht was? Ja, so nennt sich TenX Gründer Toby Hoenisch nicht nur bei Twitter. Und hatte nicht Toby Hoenisch schon vor dem DAO Hack vor Sicherheitslücken gewarnt? Ja, hatte er und dabei erhebliches Fachwissen bewiesen. Der Nickname @tobyai war sein Markenzeichen auf allen Netzwerken und eine Spur führte dann auch noch zu einem Amazon-Cloud-Konto in Singapur, wo Hoenisch wohnte und bei dem fragliche Nodes liefen. Zudem lagen E-Mails an die Kryptobörsen mit @toby.ai vor.

Laura Shin kontaktierte Toby Hoenisch, dieser wies laut ihrer Schilderung die Zusammenhänge zurück und versprach, bei der Aufklärung zu helfen. Doch dann war Hoenisch für sie nicht mehr erreichbar. Auch jetzt nach dem Forbes-Report schweigt Hoenisch und er hat seine Wortmeldungen aus vielen Jahren Internet größtenteils gelöscht.

Dritter Akt: Julian Hosp als „Kronzeuge“ bei Recherchen zu Toby Hoenisch und DAO Hack

Julian Hosp ist nicht gerade eine Person, auf die man sich als Krypto-Journalist verlassen möchte. Zu undurchsichtig waren viele seiner Projekte und sein jüngstes, Cake DeFi, hat in Deutschland die Behörden zu Ermittlungen veranlasst. Doch Julian Hosp war auch bei TenX von Anfang an dabei und sollte Toby Hoenisch deshalb gut kennen. Deshalb fragte Laura Shin bei Julian Hosp ein Interview an und bekam stundenlang Hinweise geliefert. Sie erklärte Hosp ihre Theorie, dass Toby Hoenisch der DAO Hacker gewesen sein. Und plötzlich machten bei Hosp eigene Erinnerungen zu Hoenisch Sinn. Das Rieseninteresse von Toby Hoenisch am Privacy Coin GRIN. Das Wissen von Hoenisch zum DAO Hack, das er fast schon manisch zu erweitern versuchte. Frühere Chats, in denen sich Hoenisch für positive Preiskurven bei ETC begeistert. Natürlich auch die E-Mail-Adressen mit @toby.ai.

Kurzum, Julian Hosp betätigte gegenüber Laura Shin Beweise, Vermutungen und gab sogar selbst eigene Hinweise. Er will sich nicht auf Toby Hoenisch auf den DAO Hacker festlegen, aber er hält diese Version für sehr gut möglich. Auf Twitter hat Hosp aktuell auch noch einmal ausführlich Stellung genommen. Und bei aller auch aus unserer Sicht berechtigten Kritik an Julian Hosp: Als wir im Dezember 2021 kritisch zu TenX recherchierten und was mit dem dort eingesammelten Kapital eigentlich geschieht, hat uns Julian Hosp unterstützt und enttäuscht angegeben, Toby Hoenisch sei verschwunden.

Vorhang zu, das Fazit: DAO Hack – was macht Toby Hoenisch?

Der absolut empfehlenswerte Originaltext bei Forbes hält englischsprachig noch mehr Details bereit als unsere Zusammenfassung. Wir haben zu allen Hauptakteuren der schier unglaublichen Story schon in der Vergangenheit mehrfach pikante Details ausgegraben und würden für Toby Hoenisch ganz bestimmt nicht unsere Hand ins Feuer legen. Was Laura Shin für ihr Buch und Forbes zum DAO Hack zusammengetragen hat, entspricht seriösen Standards und ist überzeugend kombiniert. Im Moment könnte sich wohl nur Toby Hoenisch selbst entlasten. Bis dahin hat der DAO Hack jetzt ein Gesicht.


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