Was bedeutet DeFi (Decentralised Finance)?

Decentralised Finance, kurz DeFi, schwirrt immer häufiger durch die Berichterstattung zu Kryptowährungen und mit ihnen verbundenen Unternehmen. Häufig im gleichen Atemzug genannt wird Fintech, obwohl sich die beiden Ansätze zu modernen Lösungen im Bereich Finanzen fundamental unterscheiden. Das dezentrale Prinzip in DeFi ist der Schüssel zum Verständnis.

Was haben Projekte wie das das Lightning Netzwerk, MATIC und Kryptowährungen wie Bitcoin (BTC) und Ethereum (ETH) gemeinsam? In der neuen Begrifflichkeit, die sich rund um die Kryptobranche bildet, laufen die genannten Beispiele unter Decentralised Finance (DeFi), weil sie in ihrer Organisation auf ein technisch garantiertes Prinzip der Dezentralität setzen. Und auch wenn die PR-Abteilungen mancher Internet-Banken irgendwo in ihrer Buzzword-Kiste mit DeFi herumspielen – was die allermeisten Finanzdienstleister digital anbieten, ist unter dem Begriff Fintech weit besser aufgehoben. Denn digital an sich bedeutet noch lange nicht, dass es keine zentrale Instanz im Netzwerk gibt, die im Zweifelsfall Transaktionen händisch korrigieren kann. Genau das aber wird bei der engen Definition von DeFi ausgeschlossen – dezentral eben.

Defi vs. Finch – ist es wirklich ein Wettkampf der Systeme?

Tobia De Angelis beispielsweise, der sich als eine Art Blockchain-Philosoph in der Kryptoszene seinen Namen gemacht hat, bringt den Vergleich von DeFi und Fintech auf den kurzen Nenner: Fintech braucht in seinem Modell immer noch 50 Prozent Bürokratie plus Software, deren Herausgebern vertraut wird. DeFi hingegen minimiert den Verwaltungsaufwand gegen Null und setzt Open-Source-Software ein, bei der kein blindes Vertrauen mehr voraussetzt wird, weil der Code offenliegt und letztendlich transparent Entscheidungen fällt. Der Überschneidungspunkt beider Konzepte liegt im Ziel Disitributed Ledger, dem effizienten digitalen Kassenbuch.

DeFi in der Praxis

Das Lightning Network als Paradebeispiel für DeFi kommt mittlerweile auf viel mehr als 2.000 Nodes und bewegt täglich BTC-Transaktionen in Millionenhöhe. Geholfen haben dabei auch prominente Unterstützer, denen es am Herzen liegt, in der Finanzbranche Instrumente zu entwickeln, die vor dem Ein- oder Zugriff staatlicher Institutionen sicher sind. Auf der anderen Seite bedeutet dies natürlich, dass DeFi mit dem Ruf belegt wird, ein perfektes Netzwerk für illegale Aktivitäten und Geld bereitzustellen.

Augur etwa als eine Plattform für Wetten bildet seine Angebote als DeFi ab. Der Broker kann also selbst dann nicht mehr einschreiten, wenn durch unvorhersehbare Ereignisse die ursprüngliche Wette bei anderen Anbietern wohl annulliert werden würde. Eine breitere Liste von Projekten, die DeFi zuzurechnen sind, findest sich hier. Warum gerade bei dezentralisierten Kryptobörsen (DEX) beileibe nicht alles so perfekt ist wie oft suggeriert, haben wir hier zusammengefasst.

DeFi, Fintech und die Vertrauensfrage

Für Anleger und Verbraucher haben sich die Fragen ums Geld stets auch um Vertrauen gedreht. Das haben die jüngsten Banken- und Wirtschaftskrisen mit dem Eingreifen von Regierungen erneut beweisen, die darauf abzielten, das Vertrauen ins klassische Finanzsystem aufrechtzuerhalten. DeFi bedeutet den Paradigmenwechsel – ich vertraue keinem Anbieter, Regulierer oder sonstigen Verwalter mehr. Bei DeFi vertraue ich der Software und der Integrität des Netzwerks. Solange aber Fragen wie die berüchtigte 51-Prozent-Attacke bei DeFi nicht logisch beantwortet sind, ist es eine Zukunftstechnologie, deren Erfolg ungewiss bleibt. Aktuelles Beispiel: Wird Facebooks Libra wirklich DeFi oder am Ende doch nur ein Fintech-Projekt? Kann DeFi überhaupt mit Proof-of-Work als Protokoll die Leistungsfähigkeit erreichen, die Fintech vorhält? Auch wenn aus der Perspektive von Nerds der Vergleich hinkt: DeFi und Fintech drängen beide auf den Markt und bislang hat Fintech die Nase vorn. Vertrauen in Codes zu entwickeln bei seinen Geldgeschäften ist kein Vorhaben, das sich kurzfristig erreichen lässt.


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