Bitfinex reicht Klage wegen „verschwundener“ 880 Millionen US-Dollar ein

Seit April ist bekannt, dass die Kryptobörse Bitfinex keinen Zugriff mehr auf mindestens 850 Millionen US-Dollar hat, die der Finanzdienstleister Crypto Kapital aufbewahren sollte. Jetzt hat Bitfinex deswegen Klage in den USA erhoben. Der Vorfall brachte Bitfinex zwischenzeitlich in finanzielle Schieflage.

Nächstes Kapitel im Drama um die Kryptobörse Bitfinex: Mit einer Klage im Bundesstaat Kalifornien will Bitfinex den Druck auf den Finanzdienstleister Crypto Kaital erhöhen, offenzulegen, was mit mehr als 800 Millionen US-Dollar Guthaben geschehen ist. Im April hatte Bitfinex einräumen müssen, nicht auf seine Konten bei Crypto Kapital zugreifen zu können. In der Situation sollte ein Notkredit von Tether (USDT) helfen, der weiterhin die US-Justiz beschäftigt. Crypto Kapital gab bislang an, dass die Gelder bei Partnerbanken in Portugal, Polen, Großbritannien und den USA geparkt seien. Dort hätten Behörden die Konten eingefroren. Ob diese Behauptung stimmt, soll nun ein Gericht klären.

Bitfinex vs. Crypto Kapital: Worum geht es?

Ob das US-Gericht den Fall Bitfinex gegen Crypto Kapital überhaupt annimmt, ist offen. Crypto Kapital ist offiziell in Panama registriert, Bitfinex bietet seine Dienste offiziell nicht mehr in den USA an. Die Anwälte von Bitfinex argumentieren, dass US-Banken und Behörden in den Fall verstrickt sind und deshalb auch Kalifornien als Gerichtsstand dienen kann. Gefordert wird von Crypto Kapital, Tochterfirmen und Führungspersonal, die Geldflüsse zu dokumentieren und Beweise für die angebliche Sperrung von Konten vorzulegen. Laut Klageschrift bezieht sich Bitfinex auf umgerechnet 306 Millionen US-Dollar in Großbritannien, 355 US-Dollar in Polen und 218 Millionen US-Dollar in Portugal. In der Summe macht das fast 880 Millionen US-Dollar, von denen große Teile Kundenguthaben sind. Deutlich wird in der Klage, dass beide Seiten immer wieder mit Tochterfirmen gearbeitet haben. Es entsteht das Bild eines ziemlich undurchsichtigen Geflechts. Skeptiker meinen, dass Crypto Kapital in Wirklichkeit einen Exit Scam versuche. Bislang gibt es von Crypto Kapital keinen Kommentar zu den Anschuldigungen. Ob die FinTech-Firma überhaupt bereit ist, sich vor einem US-Gericht zu verantworten, ist ebenfalls unklar. Für Bitfinex hat sich Finanzchef Giancarlo Devasini in einem separaten Schreiben bereits als Zeuge zur Verfügung gestellt. Er führt aus, dass Bitfinex von Crypto Kapital erst auf Nachfrage von den Problemen erfahren habe. Devasini deutet erhebliche Zweifel an der Darstellung von Crypto Kapital, die darauf abzielt, nicht verantwortlich zu sein.

Fazit: Bitfinex geht in die Offensive

Soweit bekannt ist Bitfinex mittlerweile wieder liquide und kann Kunden auszahlen. Der Befreiungsschlag gelang mit der Herausgabe des Discount Token LEO. Doch das Vertrauen in Bitfinex hat erheblich gelitten und in dem abgetrennten Verfahren um die Kreditlinie von Tether drohen weiter Strafzahlungen. Der Schritt, gegen Crypto Kapital vorzugehen, klingt logisch, um das insgesamt unrühmliche Kapitel verschwundener Kundengelder möglichst transparent aufzulösen. 880 Millionen US-Dollar sind für Bitfinex erhebliche Summen. Zum Vergleich: Wenn man die Quartalszahlen des Mitbewerbers Binance vergleicht, dreht es sich um deutlich mehr als einen Jahresgewinn. Falls die Klage zugelassen wird, dürfen wir erwarten, noch tiefere Einblicke in die Bereiche der Kryptobranche zu bekommen, wo Fiat und Kryptowährungen miteinander verknüpft werden. Denn Bitfinex wechselte erst zu Crypto Kapital, als bisherige Partnerbanken in Taiwan auf Bestreben dortiger Behörden und solcher aus den USA die Geschäftsbeziehungen zu Bitfinex auflösten.


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