Facebook Libra: Zuckerberg spricht vor US-Kongress von „riskantem Projekt“

Mark Zuckerberg

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat die geplante Kryptowährung Libra bei einer Anhörung vor dem US-Kongress energisch verteidigt. Facebook Libra werde erst launchen, wenn regulatorische Bedenken der US-Behörden ausgeräumt sind, sagte Zuckerberg. Er räumte aber auch Startschwierigkeiten ein.

Der Plan von Facebook Libra hat in den letzten Monaten zwar zu viel Kritik aus der Politik geführt, aber Facebook-CEO Mark Zuckerberg sieht das Vorhaben einer neuen Kryptowährung dennoch weiter als realistisch an. Bei einer mehrstündigen Anhörung vor dem US-Kongress warnte Zuckerberg davor, das Thema einer digitalen, für das Internet optimierten digitalen Währung zu vernachlässigen. China arbeite an ähnlichen Plänen und die USA müsse ihre Vormachtsrolle nicht nur in der Finanzbranche absichern, so Zuckerberg. Er verwies darauf, dass Facebook Libra als Stablecoin überwiegend durch den US-Dollar abgesichert werden solle und so indirekt auch den US-Dollar als Leitwährung stütze. Nicht nur an diesem Punkt versuchte Zuckerberg, Zweifel unter den Abgeordneten an Facebook Libra zu entkräften.

Wichtige Aussagen von Zuckerberg zu Facebook Libra

Gleich mehrfach betonte Zuckerberg, er spreche bei Facebook Libra lediglich als Vertreter von Facebook. Das große Plus von Libra sei aber, von einer breiten Gruppe von Unternehmen gestützt zu werden. Die Kontrolle von Libra sei bereits an ein Konsortium übergegangen. Als Zuckerberg gefragt wurde, wie es zum Rückzug von prominenten Unterstützern wie Mastercard, PayPal und Visa bei Facebook Libra gekommen sei, wiegelte Zuckerberg ab: Bei einem „riskanten Projekt“ wie Libra sei dies normal. Obwohl das Konsortium hinter Facebook Libra seinen Sitz in der Schweiz hat, versprach Zuckerberg: Libra werde erst dann starten, wenn alle Auflagen von US-Regulierungsbehörden erfüllt seien. Ansonsten werde sich Facebook von Libra zurückziehen.

Im Detail nannte Zuckerberg den Bereich Kundenidentifizierung als Priorität. Dadurch werde man garantieren können, dass Libra nicht für Geldwäsche oder Terrorfinanzierung missbraucht werde. Eine anonyme Nutzung von Libra und der Wallet Calibra solle nicht möglich sein, so Zuckerberg. Libra müsse sich bei der Bestellung von Nutzerdaten an Standards halten, die im Bankensektor üblich seien. „Als Großunternehmen werden wir nichts dezentralisiertes oder unreguliertes unternehmen“, sagte Zuckerberg, was eine Absage an die Prinzipien von Bitcoin und vieler Altcoins bedeutet. Die ganze Veranstaltung im Video gibt es hier:

Facebook Libra: Zuckerberg will aus der Defensive

In einer interneren Besprechung zu Facebook Libra hatte Zuckerberg zuletzt skizziert: Regulatorische Einwände sind zu berücksichtigen, polemischer Kritik solle mit positiven Argumenten gekontert werden. Und genau so präsentierte sich Zuckerberg auch vor Kongress: Ein eindeutiges Zugeständnis an die Zweifler, wenn es darum geht, Facebook Libra als unreguliert zu verdammen. Ein klares Bekenntnis zu Libra als Zahlungsmittel der Zukunft, welches beispielsweise Menschen eine Art Bankkonto ermöglichen werde, die bisher davon abgeschnitten sind. Mit dem Appell, aus Sicht der USA bei Facebook Libra eine mögliche Vorreiterrolle gegenüber China nicht zu unterschätzen, traf Zuckerberg einen Punkt, der vielen Politikern und Bürgern in den USA gefallen könnte.

Faktisch war die Anhörung im US-Kongress zu Facebook Libra mehr eine Informationsveranstaltung, direkten Einfluss auf die Zulassung haben die Abgeordneten nicht. Doch bei allem Taktieren, was für Zuckerberg typisch ist, wenn es um sensible Fragen geht – der Auftritt machte deutlich: Facebook Libra ist Chefsache und Zuckerberg will Libra unbedingt umsetzen. Jetzt werden vermutlich wieder Juristen hinter den Kulissen still daran arbeiten, Regulierungsauflagen zu erfüllen. Wer erwartet hatte, Zuckerberg werde Facebook Libra generell infrage stellen, lag falsch. Als Startdatum ist das zweite Halbjahr 2020 öffentlich bekannt. Die Kryptobranche erhofft sich von Facebook Libra einen Schub für die gesellschaftliche Akzeptanz für Kryptowährungen. Entsprechend wäre ein Scheitern der ambitionierten Pläne ein Rückschlag für Bitcoin und Co. Oder wie es Zuckerberg formuliert: Man sehe die Vorteile von Kryptowährungen und Facebook Libra soll die Alternative werden, die aus vermeintlichen Fehlern wie Anonymisierung gelernt hat.


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