E-Euro: Auch Finnland wirbt für Kryptowährungen

Olli Rehn

Die Zeichen für die Einführung eines E-Euro als staatlich gestützte digitale Währung (CBDC) stehen immer deutlicher auf Grün. Denn jetzt hat sich auch Finnland in die Riege der Befürworter eingereiht. Notenbankchef Olli Rehn erwartet den E-Euro in diesem Jahrzehnt.

Seit Sommer 2019 versetzt das Projekt Facebook Libra Notenbanken und Geldpolitik weltweit in Aktionsbereitschaft. Die Idee, dass ein privat organisierter Stablecoin die staatlichen Währungsmonopole beeinflussen könne, schmeckt den staatlichen Stellen nicht. Doch während anfangs Abwehrreflexe und Regulierungsvorschläge die Diskussion bestimmten, scheint man sich im Euro-Raum mittlerweile darauf zu konzentrieren, selbst durch die Europäische Zentralbank (EZB) eine sogenannte Central Bank Digital Currency (CBDC) herauszubringen. Zuletzt befürworteten mächtige Stimmen aus der EZB einen E-Euro, jetzt positioniert sich auch Finnland als Unterstützer. Der finnische Zentralbankchef Olli Rehn sagte im Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters, er erwarte einen digitalen Euro im Laufe dieses Jahrzehnts.

Finnlands Vorstellung von einem E-Euro

Finnland zählt zu den Euro-Staaten der ersten Stunden, seit 2002 ersetzt der Euro die Finnische Mark im Alltag. Rehn stellt sich den E-Euro als digitale Währung sowohl für institutionelle Nutzer wie Geschäftsbanken als auch für Bürger vor. Man werde mit dem privaten Sektor zusammenarbeiten, sodass der E-Euro den Anforderungen aller Marktteilnehmer genüge. Der E-Euro wird aus Sicht von Rehn Bargeld nicht ersetzen, sondern als Ergänzung dienen. Zu der Frage, wie der E-Euro als CBDC technologisch aufgestellt werden solle, sagte Rehn, diese Entscheidung benötige noch Analysen und Experimente. Aus Estland etwa kam zuletzt die Forderung, den E-Euro auf Basis einer echten Blockchain zu launchen. Andere Länder wünschen sich eher eine Blockchain-ähnliche Lösung, die gegebenenfalls noch Eingriffe von zentralen Stellen erlauben.

Rehn zeigte sich erfreut, dass die EZB nicht mehr zu den „Zuspätkommern“ bei CBDCs gehöre, sondern sich an die Spitze der weltweit zu registrierenden Bewegung setze. Facebook Libra erteilte Rehn eine Absage und begründete dies damit, dass ein E-Euro systemkonform sein müsse. Fachleute erwarten, dass in der EZB Mitte 2021 nächste Entscheidungen zu einem E-Euro gefällt werden. Frankreich testet den E-Euro bereits nicht öffentlich, aus Deutschland kommt von Finanzminister Olaf Scholz ein klares „Ja“ für eine CBDC.

Fazit: Schritt für Schritt zum E-Euro

Wer die Diskussion um den E-Euro verfolgt, merkt: Ablehnende Stimmen sind weitgehend verstummt, der Chor der Unterstützer wird immer lauter. Mit Facebook Libra im Nacken hat sich bei der EZB und nationalen Zentralbanken eine Dynamik eingestellt, die vor 18 Monaten noch unwahrscheinlich schien. Dazu kommen gerade aus China weit fortgeschrittene Pläne für einen dortigen E-Yuan, die offenbar auch im Euro-Raum dafür sorgen, dass sich die Geldpolitik technologisch nicht abhängen lassen will. In der Kryptoszene ist die Hoffnung weit verbreitet, dass ein staatlich garantierter E-Euro die allgemeine Akzeptanz für Digitalwährungen stärken werde. Daraus könne sich dann vermehrte Nachfrage nach Bitcoin und Co. entwickeln und so letztendlich auch die Preisentwicklung positiv beeinflussen. Das Thema CBDC bleibt demnach für den Kryptomarkt eines, welches beobachtet werden sollte.


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