Ripple: CEO spricht über Kurswechsel, will XRP in neue Felder führen

Bei Ripple und seiner Kryptowährung XRP kündigt sich eine Neuausrichtung an. CEO Brad Garlinghouse sagt, man wolle sich künftig weniger auf die Funktion von XRP als Brückenwährung konzentrieren und stattdessen als Kryptowährung für Bezahlfunktionen etablieren. Er nennt Amazon als Vorbild für Ripple.

Ripple (XRP) will weniger abhängig von seiner ursprünglichen Vision einer Brückenwährung für die Finanzwelt werden und sich deutlich breiter aufstellen als bislang. Diesen Schritt verkündete Ripple-CEO Brad Garlinghouse im Gespräch mit der Wirtschaftszeitung Financial Times. Garlinghouse räumte ein, dass es Ripple für XRP nicht wie erhofft gelungen sei, im großen Stil Fuß zu fassen bei der anvisierten Kundengruppe von Banken. Auch Amazon sei als Verkäufer von Büchern gestartet und sei nun eine Plattform für eine breite Palette von E-Kommerz, sagte Garlinghouse. Ebenso solle sich Ripple wandeln und künftig mehr als eine Blockchain-Lösung mit Bezahlfunfunktionen wahrgenommen werde, so Garlinghouse, der im Dezember 2016 die Position als CEO bei Ripple übernahm.

Was sind die Hintergründe für Neustart bei Ripple?

Garlinghouse vermeidet es, XRP als Brückenwährung völlig abzuschreiben. Er nennt insbesondere die anhaltende Unsicherheit in den USA darüber, ob XRP als genehmigungspflichtige Securities anzusehen sind, als Hindernis für viele Unternehmen, XRP zu nutzen. In der Frage der rechtlichen Kategorisierung von XRP sieht sich Ripple in den USA auch in Sammelklagen verwickelt. Die Financial Times erinnert daran, dass sich die Großbank Santander zuletzt entschieden hat, für ein neues internationales Netzwerk nicht XRP einzusetzen – obwohl Santander zu den frühen Investoren bei Ripple zählte und gerne als Referenzkunde angeführt wird.

Beinahe schon trotzig verteidigt Garlinghouse den Einstieg von Ripple bei dem Finanzdienstleister MoneyGram und erheblichen Zahlungen auch an die lateinamerikanische Kryptobörse Bitso. Solche Finanzspritzen seien üblich, um neue Produkte wie XRP zu etablieren, meint Garlinghouse. Dennoch soll nun das Programm Xpring von Ripple nun im Mittelpunkt der Zukunftspläne stehen. Xpring richtet sich an Entwickler, die auf der Basis von Ripple-Technologie Programme und Services anbieten wollen und dort XRP als Zahlungsmittel integrieren.

Als Beispiel wird Coil genannt, eine Plattform, die hochwertige Inhalte gegen Micropayments anbieten will. Der deutsche Blogger Benny allerdings berichtet, dass er von Coil zuletzt im Monat weniger als umgerechnet 5 Euro in XRP eingenommen hat als Bezahlung für das Konsumieren seiner Inhalte. Aber dazu kommen laut Benny erhebliche Summen als Pauschalzahlung von Coil, um ihn am Ball zu halten, in seinem Fall zuletzt knapp 240 Euro in XRP für einen Monat.

Es sind solche Beispiele, die Garlinghouse im Kopf hat, wenn er die Zukunft von Ripple skizziert und den Vergleich mit Amazon zieht. Xpring als Anlaufstelle für Projekte aller Art, solange sie sich Ripple und XRP auf ihre Fahne schreiben. Selbstlos handelt Ripple dabei aber nicht, so Garlinghouse. Man besitze große Mengen von XRP und sei deshalb zu 100 Prozent daran interessiert, die Zahl von Anwendungsfällen auszubauen. Er hofft, dass sich positive Ergebnisse in den nächsten zwei Jahren zeigen.

Fazit: Paukenschlag bei Ripple und XRP

Die Financial Times erwähnt die XRP-Reserven von Ripple in Höhe von umgerechnet aktuell 16 Milliarden US-Dollar bereits in der Überschrift. Ripple ist also finanziell weiterhin sehr gut ausgestattet. Dennoch kommt das Eingeständnis, sich mit Banken als Nutzern verspekuliert zu haben, reichlich spät. Durch die Kooperation mit Geldinstitutionen habe sich Ripple in der Kryptoszene viele Feinde gemacht, wird ein Kritiker zitiert. Denn Kryptowährungen wollten doch ursprünglich eine Alternative zur klassischen Finanzwelt kreieren und genau dies mache Ripple eben nicht. Vergleiche man Ripple mit Uber sei es so, als ob Uber mit Taxifahren zusammenarbeite – der Gruppe, die Uber ersetzen wolle. BitMEX-CEO Arthur Hayes hatte XRP schon als „Hundescheiße“ verspottet.

Die neuen Märkte, die Ripple nun für XRP begeistern will, sind umkämpft. Micropayments für Inhalte etwa stehen bei Voice mit Hilfe von EOS, Brave und Basic Attention Token (BAT) ebenso im Fokus wie bei Steem. Die Sparte DeFi startet in der Kryptobranche durch, ohne dass Ripple und XRP dabei bislang eine nennenswerte Rolle spielen. Es wird nicht einfach für Ripple, die Neuausrichtung erfolgreich zu gestalten. Doch den Versuch ist es bestimmt wert.


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