IOTA 2021 Jahresrückblick und Vorschau 2022

IOTA bringt ein turbulentes Jahr 2021 zu Ende. Mit dem Launch von IOTA 1.5 gab es technologisch Fortschritte zu melden, doch Dezentralisierung mit IOTA 2.0 steht weiter aus. Wir schauen zurück und auf die IOTA Perskeptiven in 2022.

Bei IOTA wird man das Jahresende 2021 insgesamt positiv betrachten. Kurz vor Weihnachten 2020 wurde Mitgründer David Sønstebø gefeuert, der als Vorsitzender IOTA Stiftung über Jahre das Gesicht für IOTA in der Öffentlichkeit war. Das Ruder übernahm Mitgründer Dominik Schiener, der versprach, IOTA transparenter aufzustellen. Die Märkte goutierten den Schritt: Stand IOTA zum 1. Januar 2021 noch bei 0,30 US-Dollar, schließt der Altcoin das Kryptojahr 2021 nun mit Ständen von um 1,50 US-Dollar ab.

Im April kratzte IOTA sogar an der Marke von 2,50 US-Dollar. Mit perfektem Timing konnten Anleger also bei IOTA Gewinne von etwa 800 Prozent realisieren und auch wer auf HODL setzte, liegt nun mit IOTA seit Jahresanfang um knapp 500 Prozent im Plus. Entscheidende Impulse kamen vonseiten der technologischen Weiterentwicklung.

IOTA 1.5 aka Chrysalis erzeugte Optimismus

IOTA spaltet die Kryptoszene häufig: Befürworter heben Gebührenfreiheit im Tanglenet hervor und enge Kooperationen der IOTA Stiftung mit Industrie und Forschung. Kritiker hingegen schießen sich auf Themen wie fehlende Dezentralisierung bei IOTA ein und irreführende Außenkommunikation. Beide Lager bekamen Futter für ihre Positionen. Zunächst stand IOTA 1.5 aka Chrysalis auf dem Programm.

Das grundlegende Upgrade bei IOTA startete am 28. April und brachte auch die neue offizielle Wallet Firefly. Was viele unterschätzten und für Ärger sorgte: Der Umstieg auf IOTA 1.5 erforderte, dass Guthaben migriert werden mussten. Entgegen vorheriger Versprechen aber verspätete sich das Zusammenspiel von IOTA 1.5 mit den populären Hardware Wallets Ledger Nano X und Nano S.Erst Anfang August wurde dieses Problem gelöst, welches dazu führte, dass Anleger über drei Monate keinen Zugriff auf ihre IOTA hatten, wenn sie auf einer Ledger Hardware Wallet lagerten. Auch bei der weltweit größten Kryptobörse Binance funktionierte der Support für IOTA 1.5 lange nicht und wurde erst später im August 2021 wieder vollumfänglich hergestellt.

Die IOTA Stiftung entschied sich unter Dominik Schiener derweil im Mai, keine konkreten Zeitpläne mehr zu Projekten zu veröffentlichen. Betroffen davon ist auch Coordicide aka IOTA 2.0, was eigentlich in 2021 die Abschaffung des zentralen Koordinators im Tanglenet und damit Dezentralisierung bringen sollte.

Dezentrales IOTA 2.0 auch in 2021 bloße Ankündigung

Einen herben Rückschlag musste die IOTA Stiftung im Sommer 2021 einräumen: Das ursprünglich als zeitlich begrenzter Zwischenschritt hin zu Coordicide eingestufte IOTA 1.5 bleibt vorerst Maß der Dinge. Bei der Arbeit an IOTA 2.0 zeigten sich ernste Probleme und machten neue Ansätze notwendig. Gehofft wird nun auf ein dezentrales IOTA in 2022, wobei auch hier Skepsis besteht.

Klar bleibt: Große Pläne wie IOTA Identity und IOTA Smart Contracts würden in einem zentralisierten Tanglenet wenig Vertrauen gewinnen. Zwar will die Stiftung einzelne Module auch schon in IOTA 1.5 implementieren – aber angesichts des ausstehenden Coordicides wären das allenfalls Zwischenlösungen für geschlossene Netzwerke.

IOTA Leaks werfen schlechtes Licht auf Gründer

Wer die Geschichte von IOTA kennt, weiß auch: Die Gründer sind sich selten grün und schrecken auch vor öffentlichen Schlammkämpfen nicht zurück. Augenscheinlich wurde dies etwa im August, als der ausgeschiedene Mitgründer CFB (Sergey Ivancheglo) leakte, dass er in Norwegen juristisch gegen die Stiftung vorgeht und erste Erfolge erringen konnte. CFB sieht seine Copyrights verletzt und er ätzt etwa über Twitter immer wieder eben Schiener und die IOTA Stifung.

Lautloser hingegen zog sich Mitgründer Serguei Popov aus dem Tagesgeschäft bei der IOTA Stiftung zurück. Ex-Chef David Sønstebø wiederum zeigte sich wütend zum Umgang mit sogenannten „unclaimed Token“ bei IOTA, wo er sich betrogen sieht.

Kooperationen von IOTA in 2021

Beobachter haben sich bei IOTA angewöhnt, Pressemitteilungen zu Kooperationsprojekten vorsichtig zu lesen. Zu oft haben sich Meldungen als verfrüht oder zu euphorisch herausgestellt und von groß angekündigten Initiativen bleib später wenig übrig. Ein Beispiel dafür in 2021 war etwa Tangle EE. Aus den dort von der IOTA forcierten Arbeitsgruppen stiegen Vertreter der Wirtschaft reihenweise aus, was Sinn und Zweck von Tangle EE infrage stellt.

Auch Berichte, dass Technologie von IOTA bei der Organisation von Corona-Impfzertifikaten zum Tragen kommen könnte, waren ihrer Zeit voraus. Anders hingegen beim EU-Projekt EBSI, wo IOTA schon zwei Auswahlrunden überstand und seine Expertise für den Aufbau von europäischen Blockchain-Lösungen einbringt.

Referenzcharakter will IOTA auch etwa in Projekten mit der holländischen de Volksbank und dem Immobilienverwalter PropOps erreichen.

Staking als Vorbote für IOTA 2.0

Zu früh für ein Urteil ist es auch beim IOTA Staking. Als Vorlauf für ein IOTA 2.0 wurde zum Jahresende das Staking von Assembly (ASMB) und Shimmer (SMR) freigeschaltet. Die beiden Projekte sollen das Ökosystem von IOTA bereichern – wenn das Tanglent dezentral wird. Doch noch ist das Zukunftsmusik.

IOTA 2022 Prognose

Dem neuen IOTA Chef Dominik Schiener ist es im ersten Amtsjahr 2021 gelungen, Aufbruchstimmung zu verbreiten. Weg von der alleinigen Konzentration auf das Internet der Dinge (IoT) für IOTA, hin auch zu den Zukunftssparten DeFi und NFTs.

Insofern darf Schiener die Kursgewinne für IOTA als Bestätigung für seine Strategie verbuchen. Das Allzeithoch von IOTA mit über 5 US-Dollar aus Anfang 2018 hat allerdings weiter Bestand. Auf dem Gesamtmarkt findet sich IOTA mit Blick auf 2022 gerade noch unter den 50 kapitalstärksten Kryptowährungen der Welt. Falls es Schiener schafft, auf IOTA 1.5 auch ein dezentrales IOTA folgen zu lassen, könnten die nächsten zwölf Monate ein Momentum bringen.

Anderseits kristallisierte sich immer deutlicher heraus: Wettbewerbsfähig bleibt IOTA nur mit Dezentralisierung. Daneben fordern Aufgaben wie mobile Firefly Wallets und das Beenden juristischer Streitigkeiten. Vieles ist bei IOTA im Fluss und die Ausgangsposition 2022 deutlich besser als die vor einem Jahr.

Fazit: Schicksalsjahr 2022 für IOTA – wieder einmal

Kein anderer Altcoin sorgt in Deutschland für solch hitzige Diskussionen wie IOTA, was unter anderem mit dem Stiftungssitz Berlin zusammenhängt. Auch bei uns fetzen sich Leser häufig, wenn es um Aussichten für IOTA und technologische Details geht. Wie es um Fortschritte und einen eventuellen Launch von IOTA 2.0 in 2022 steht, wird entscheidend für Zukunftsfähigkeit. Daran lässt sich nicht rütteln.


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6 Kommentare

  1. Auch wenn ich Ihren teils sehr pessimistischen Analysen nicht zustimme , trotzdem Dank für ihre persönlichen Recherchen . Ich kann nur nochmals betonen das solch ein Projekt Zeit braucht um zu reifen . Und wenn , wie Sie erwähnten , etwa 500 % plus auf dem Konto stehen , sollte man sich nicht beklagen können . Bleiben Sie gesund und ich wünsche Ihnen ein glückliches Händchen bei Ihren Recherchen .
    Mit freundlichen Grüßen ..

  2. Dass ist beeindruckend, wie Kooperationen so schlecht geredet werden; anhand von einem Einzelfall-Beispiel, dass zugegeben nicht optimal läuft (aber es läuft), pauschal alle Kooperationen schlecht zu reden.

  3. Flash News! Hurra, Hurra, die Hexe brennt – Kurs steigt!

    Sorry, ich kann ihrer Ansicht als Spekulant nichts abgewinnen. IOTA ist nicht nur eine ungewöhnlich aufwendige, sondern auch einzigartige Technologie. Die Tangle Technologie ist mit dem TCP/IP Protokoll zu vergleichen und nicht mit einem ERC20 Token. Diese Basistechnologie ist genauso frei wie das Internet, skaliert mit der Benutzung. Dazu kommen bereits hochwertige Smart Contracts – vergleiche mit Cardano erwünscht.

    Ich sehe und bewundere diese ausergewöhnliche Technik und Entwicklung. Sowohl Technik, alsauch Marketing waren bei IOTA eine ECHTE Herausforderung, wie oben richtig beschrieben. Respekt an Dominik Schiener und Hans Moog welche 2021 enorm viel auf die Füsse gestellt haben.

    Die EU hat zum Thema Blockchain und Energieeffizienz ein klares Statement geliefert. IOTA hat das Potential wie damals Google und wir sprechen hier in Wirklichkeit von der echten:

    Digitalisierung

    • Hallo Bernd,
      auch ich bin von Iota überzeugt. Dennoch wundert mich allmählich dieser
      gemächliche Kurs. Bei dem Potential habe ich deutlich mehr erwartet.
      Ich lese immer wieder, dass es mittlerweile Konkurrenten gäbe und dass
      fraglich sei, ob IOTA tatsächlich seinen Vorsprung nutzen wird, da ja
      noch nicht das Thema Dezentralisierung gelöst sei.
      Hast du da irgendwelche Infos?
      Gruß
      Ana

      • Tatsächlich steht und fällt alles mit dem Tangle. Er ist genauso sensibel wie das TCP/IP Protokoll beim Internet.
        Es MUSS perfekt sein, technisch gesehen ist das der Wunde Punkt. Doch die Art und Weise wie entwickelt wird, egal ob Hans Moog oder die Programmiersprache Rust, oder das zuerst Shimmer mit eigenen Token in Betrieb geht – ist erste Sahne.

        Persönlich freue ich mich über die Verzögerungen doppelt, einerseits konnte ich meinen Bestand vervielfachen, andererseits ist IOTA das mit Abstand aufwendigste Produkt und ich wäre nervös wenn es schon im letzten Jänner online wäre.

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