Kryptojahr 2019: Von Trends, Affären und Kursentwicklungen

Das Kryptojahr 2019 neigt sich dem Ende zu und es wird Zeit, Rückschau zu betreiben. Wir fassen wichtige Ereignisse chronologisch zusammen und und zeigen die entscheidenden Entwicklungen auf, welche die Kryptobranche beeinflussen und und für Deine Anlagestrategie von Bedeutung sein könnten.

Ob der Kurs von Bitcoin (BTC) oder die Gemengelage bei IOTA, ob IEOs bei Binance oder die Ankündigung von Facebook Libra – das Kryptojahr 2019 war alles andere als ein ruhig vor sich hinfließender Flus. Es gab PR-Stunts von Szenegrößen wie Justin Sun und Bauchlandung wie die von Julian Hosp, Enttäuschungen und Hoffnungsschimmer bei Ripple (XRP) und viele mehr zu bestaunen, was im Kryptojahr 2019 die Märkte beeinflusste. Unser Jahresrückblick erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, doch chronologisch geordnet zeigt er die großen Entwicklungslinien nach.

Januar 2019

  • Am 1. Januar 2019 notierte Bitcoin (BTC) bei um 3.600 US-Dollar und der Gesamtmarkt fand sich mitten im Kryptowinter wieder. Bei Bitcoin Minern wie Bitmain kommt es in Folge der Situation zu Massenentlassungen, klassische Massenmedien wollen BTC bereits für tot erklären.
  • Die Kryptobörse Binance überrascht mit der Ankündigung, trotz des allgemeinen Abwärtstrends an den Launch neuer Kryptowährungen zu glauben. Man kündigt an, möglichst einmal pro Monat einen neuen Altcoin mittels IEOs bei Binance auf den Markt zu bringen. Als erster Token wird BitTorrent (BTT) promotet, ein von TRON vorangetriebenes Projekt, was den Filesharedienst monetisieren soll. Auch wenn das Vorhaben von Teilen der Fachleute sehr skeptisch betrachtet wird – Binance löst mit seinen IEOs einen Trend aus und schafft es über sein Launchpad in 2019, für insgesamt neun neue Kryptowährungen Investoren zu finden. Für Anleger stellen sich die IEOs als ziemlich lukrativ heraus, denn sie waren allesamt überzeichnet und bescherten sofortige Gewinnmitnahmen von bis zu 1.500 Prozent.
  • Beim Thema Hardware Wallets legt der Hersteller Ledger mit der Vorstellung seines neuen Spitzenmodells Leger Nano X vor. Technische Neuerung ist der Einbau eines Bluetooth Moduls, was die Anbindung dieser Ledger Hardware Wallet an Smartphones erleichtert und bis zum Jahresende Alleinstellungsmerkmal der Ledger Nano X zwischen den Hardware Wallets bleibt.
  • Julian Hosp wird bei TenX geschasst und kurz darauf stellt sich heraus, dass er vor seiner Entlassung noch Pay Token von TenX für eine hohe sechsstellige Dollar-Summe verkauft hat. Der Verdacht von Insider Handel liegt nahe und macht den einstigen deutsche Kryptostar Julian Hosp endgültig zum Enfant terrible. Vorgeworfen wurde ihm in der Vergangenheit auch Schneeballsysteme.
  • Ripple (XRP) freut sich über mehr als 200 institutionelle Kunden, aber der der Kurs von XRP stagniert. Der Grund: Die meisten Kunden wollen nur RippleNet nutzen und zeigen XRP als integrierter Brückenwährung die kalte Schulter.
  • Bei Ethereum (ETH) wird das eigentlich als Standardangelegenheit angesehene Upgrade Constantinople zur Zitterpartie und muss in letzter Sekunde verschoben werden, weil es Sicherheitslücken beinhaltet. Letztendlich geht der einvernehmliche Hard Fork Constantinople bei Ethereum dann erst Ende Februar über die Bühne.
  • Mit einem Hackerangriff auf die neuseeländische Kryptobörse Cryptopia erlebt das Kryptojahr 2019 seine erste deutliche Erinnerung daran, warum es keine gute Idee ist, seine Kryptoguthaben länger als nötig anderswo als auf seiner eigenen Hardware Wallet zu lagern.
  • In den USA deutet sich an, dass Bitcoin ETFs noch nicht zulassungsfähig sind. Das Konsortium VanEck und SolidX zieht einen Antrag zurück. Unterdessen glaubt das Projekt Bakkt mit Bitcoin Futures an seine Zulassung und kann in einer ersten Finanzierungsrunde gut 180 Millionen US-Dollar einsammeln.

Februar 2019

  • BTC stagniert mit Kurswerten von unter 4.000 US-Dollar, auch bei wichtigen Altcoins verblassen langsam die Erinnerungen an Allzeithochs vom Jahreswechsel 2017/18. Die Stimmung entspricht dem Winterwetter: Kalt und grau.
  • Was bei der kanadischen Kryptobörse QuadrigaCX zunächst wie ein tragischer Vorfall erscheint, lässt Kunden um ihre Guthaben bangen. QuadrigaCX-Chef soll ums Leben gekommen sein und die Passwörter für Wallets seien verschwunden, heißt es zunächst. Schnell stellt sich heraus: In Wirklichkeit wurde bei QuadrigaCX ein groß angelegter Exit Scam durchgezogen.
  • Der notorische Craig Wright beansprucht einmal mehr für sich, hinter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto zu stehen und Bitcoin erfunden zu haben. Doch Lügen haben kurze Beine, seine angeblichen neuen Beweise stellen sich als falsch heraus.
  • Die Bundesregierung in Berlin stellt erstmals das Thema Blockchain-Strategie auf die Tagesordnung. Über das Gesamtjahr betrachtet wird es noch diverse Einlassungen aus der Politik zur Kryptobranche geben und die Entwicklung deutet immerhin an: Bitcoin und Co. sind zu wichtig geworden, als dass sie von der Geldpolitik ignoriert werden könnten.
  • Bei IOTA gibt es wie schon im Januar diverse Meldungen zu neuen Kooperationspartnern, diesmal ist etwa ein Pilotprojekt in Taipeh zu bewundern, welches die asiatische Metropole zur Smart City machen soll. Doch der Kurs von IOTA dümpelt vor sich hin, ähnlich wie bei Ripple ist auch bei IOTA die Technologie gefragt, nicht aber der Altcoin. Ripples XRP darf sich immerhin darüber freuen, zunächst bei Coinbase Pro gelistet zu werden und wenig später auch bei Coinbase Standard. Damit werden potenziell neue Anlegergruppen erschlossenen.
  • In der Sparte Hardware Wallets werden Betrugsfälle bekannt, die Trezor betreffen. Für Dich als Anleger mehr als Fingerzeig dafür, Hardware Wallets nur direkt bei den Herstellern zu kaufen und einen weiten Bogen um Wiederverkäufer und windige Angebote zu machen.

März 2019

  • Facebook äußert sich zwar nach wie vor nicht zu Gerüchten über einen geplanten eigenen Stablecoin, doch Berichte in US-Medien dazu werden auch nicht dementiert. Im Kryptojahr 2019 wird Facebook Libra zu einem bestimmenden Thema.
  • Bei Binance freut man sich über ein Allzeithoch beim eigenen Binance Coin (BNB), der gerade durch die IEOs an Bedeutung gewinnt. Das Prinzip eines Discount Tokens wird 2019 mehrfach von anderen Kryptobörsen kopiert, doch der Erfolg des Originals BNB nie auch nur annähern erreicht.
  • Im anhaltenden Kryptowinter – BTC notiert den ganzen März 2019 um gut 4.000 US-Dollar – geht der Finanzdienstleister BlockFi mit dem attraktiven Angebot auf den Markt, für Sparguthaben in BTC oder ETH 6 Prozent Zins zu garantieren. Auch hier wird über den Jahresverlauf ein Trend zu erkennen sein, bei dem immer mehr Marktteilnehmer sich mit der Option beschäftigen, ungenutzte Krypto-Guhaben zum Festzins temporär einzulagern.
  • Spätestens im März 2019 wird Wash Trading bei vielen Kryptobörsen zur Gewissheit. Gleich mehrere unabhängige Studien zu dem Thema bestätigen, dass es bei einer Vielzahl von Handelsplattformen zu künstlich aufgeblähten Umsätzen kommt. Für Dich als Anleger heißt das: Finger weg von kleineren Kryptobörsen, seriös bedient wirst Du bei den großen Anbietern wie Binance, Coinbase und eToro.
  • Beim Stablecoin Tether (USDT) schockt die Nachricht, dass die 1:1 Absicherung durch Reserven in US-Dollar aufgegeben wird. Die Story soll sich noch zu einem Wirtschaftskrimi entwickeln.
  • Ripple fällt dadurch auf, dass Bots in sechsstelliger Zahl auf sozialen Netzwerken Werbung für XRP machen sollen.
  • Für Erheiterung sorgt der Versuch, für ein Token-Projekt namens Sponsy auf eBay einen Käufer zu finden.
  • Apropos Lachnummern: Sunnyboy Justin Sun fällt dadurch auf, in einer PR-Aktion für TRON (TRX) und Tether einen Tesla verlosen zu wollen. Doch die Lotterie war manipuliert.

April 2019

  • IOTA eröffnet den April 2019 mit der Nachricht vom Rücktritt von Vorstandsmitglied Ralf Rottmann.
  • In Südkorea beklagt die Kryptobörse Bithumb den Verlust von umgerechnet knapp 20 Mio. US-Dollar infolge eines Hackerangriffs. Wie war das noch mal mit Hardware Wallets als Anlegerschutz?
  • Bitcoin darf sich Anfang April über deutliche Kursgewinne freuen und zieht in seinem Aufwärtstrend wichtige Altcoins mit sich. Ende April notiert BTC bei um 6.000 US-Dollar, der Kryptowinter scheint in den Frühling überzugehen.
  • Bei Facebook Libra sickert durch, dass Facebook nach Risikokapital sucht und das Projekt nicht alleine durchziehen will. Mit Großinvestoren soll Facebook Libra auf eine breitere Basis gestellt werden.
  • Bitcoin SV (BSV) wird aufgrund des erratischen Verhaltens von Craig „Satoshi“ Wright bei Binance und anderen führenden Kryptobörsen ausgelistet. Wer aber meinte, BSV würde dadurch in der Bedeutungslosigkeit verschwinden, lag falsch. BSV erlebte sogar deutliche Kursgewinne und notiert Ende 2019 im Jahresvergleich deutlich im Plus.
  • Eine aufsehenserregende Studie zu Frontrunning an dezentralisierten Kryptobörsen weist nach, dass sogenannte DEX keineswegs fairer als zentralisierte Plattformen sind. Eine gute Erinnerung an Dich als Anleger: Augen auf bei der Wahl der bevorzugten Kryptobörse.
  • Tether und die eng verbundene Kryptobörse Bitfinex können ihre mindestens merkwürdig anmutenden Geschäfte untereinander nicht mehr geheim halten, in New York nimmt die Staatsanwaltschaft Ermittlungen auf.
  • IOTA findet für Projekt mit Automobilhersteller Jaguar Land Rover große öffentliche Aufmerksamkeit. Die Vision: Autofahrer werden für das automatisierte Bereitstellen von Verkehrsdaten in IOTA entlohnt und könne diese dann wiederum etwa für Parkgebühren oder auch nur den Kaffe zwischendurch einsetzen.
  • Bei EOS sorgt ein Alleingang der großen Block Producer für Verärgerung, die Idee einer demokratisch gesteuerten Blockhain wird durch in der Praxis ad absurdum geführt.

Mai 2019

  • Die Probleme bei Tether werden immer deutlicher, nur noch 74 Prozent aller USDT sind wirklich durch US-Dollar abgesichert. Unterdessen will sich die verbrüderte Kryptobörse Bitfinex durch den Launch der eigenen Kryptowährung LEO aus der misslichen Lage befreien. Tatsächlich gelingt es Bitfinex anscheinend, 1 Milliarde US-Dollar für LEO einzusammeln.
  • Kurz gemeldet: Justin Sun spricht von einer Kooperation mit dem ruhmreichen Fußballverein FC Liverpool – doch bei dem Klub mit Trainer Jürgen Kopp weiß niemand etwas von einem solchen Projekt. Doch solche Blamagen scheinen Justin Sun schon lange nicht mehr zu kümmern in seinem Bestreben, TRON zu pushen.
  • Hackerangriffe: Diesmal hat es sogar Binance erwischt, BTC für umgerechnet rund 42 Millionen USD-Dollar sind beim damaligen Kurs abhandengekommen. Binance reagiert allerdings vorbildlich transparent und kann durch seinen SAFU Fonds die Verluste für Kunden komplett ausgleichen.
  • Ein Insiderbericht enthüllt, dass viele Whitepapers für Kryptowährungen kaum das Papier wert sind, auf dem sie gedruckt werden. Plumpe Kopien und das simple Aneinanderreihen von Buzzwords sind demnach in der Kryptobranche gängige Praxis, um im unregulierten Markt Investoren überzeugen zu wollen.
  • Bitcoin knackt die Marke von 6.000 US-Dollar und BTC notiert Ende Mai 2019 über 8.000 US-Dollar. Es bahnt sich ein Bullenmarkt an und die Stimmung steigt.
  • IOTA macht Hoffnungen auf die baldige Umsetzung von Coordicide. Damit soll das Tangle-Netzwerk den Makel loswerden, gar keine dezentralisierte Blockchain zu sein. Fakt aber ist: Ende 2019 ist IOTA Coordicide nicht wirklich näher gekommen. De facto wissen wir heute, dass es nach aktuellen Plänen kein Coordicide vor Ende 2020 geben wird. Ob dieser Plan eingehalten werden kann bleibt fraglich.

Juni 2019

  • Außer Spesen nichts gewesen? Bei EOS wird ein mit großem Tamtam angekündigtes Event zur Zukunftsstrategie zur Enttäuschung, der Kurs von EOS fällt. Später im Juni reiben sich Beobachter die Augen, als EOS eben mal 30 Millionen US-Dollar für den Domainnamen Voice.com ausgibt. Dort soll ein dezentralisiertes soziales Netzwerk einmal seine Heimat finden, aber um Voice von EOS ist es anschließend still geblieben.
  • Ebenfalls aus der Kategorie „Nur in der Kryptobranche“: TRON-CEO Justin Sun ersteigert ein Treffen mit Investmentlegende Warren Buffet und legt dafür 4,567 Millionen US-Dollar auf den Tisch. Den geplanten Termin muss Justin Sun im Juli aber absagen, angeblich wegen akuter gesundheitlicher Beschwerden. In Wirklichkeit, so glauben die meisten Beobachter, hatte Justin Sun mit seinem Geprahle die Geduld der chinesischen Führung überspannt und ruderte deshalb zurück. Fakt ist: Das als Gipfeltreffen hochgejubelte Lunch mit Warren Buffet, bei dem Justin Sun den als kryptofeindlichen Buffet zu einer Neubetrachtung überzeugen wollte, fand 2019 nicht statt, das Geld dürfte aber trotzdem wie vereinbart an karitative Zwecke geflossen sein.
  • Seriöser geht es Bakt Bitcoin Futures zu, denn die Ankündigung, im Juli 2019 (https://block-builders.de/projekt-bakkt-testphase-fuer-bitcoin-futures-startet-am-22-juli/) endlich eine Testphase zu starten, wird auch wirklich eingehalten.
  • Ripple versucht mit seinem Einstieg bei MoneyGram einen Befreiungsschlag für XRP. Insgesamt fließen 50 Millionen US-Dollar von Ripple an MoneyGram, welches sich im Gegenzug dazu verpflichtet, XRP für grenzübergreifende Überweisungen einzusetzen. Kurzfristig hilft dies dem Kurs von XRP, doch der Zauber verfliegt schnell wieder.
  • Facebook Libra geht offiziell an die Öffentlichkeit, besonders bemerkenswert ist das Konsortium dahinter, an dem sich Namen wie Mastercard, Visa, Uber und eBay beteiligen. Das Vorhaben gerät ab jetzt unter politische Beobachtung und es wird schnell klar: Die führenden Industrienationen sehen durch Facebook Libra ihr Währungsmonopol gefährdet und Facebook Libra wird keineswegs zu dem Selbstläufer, auf den mancher gehofft haben mag.
  • Besser schaut es aus bei BTC, die Kursmarke von 10.000 US-Dollar wird scheinbar mühelos genommen und BTC kratzt im Juni sogar an der Marke von 14.000 US-Dollar. Einige Analysten träume schon wieder von Allzeithochs jenseits der 40.000 US-Dollar pro Bitcoin.
  • Margin Trading, also der Handel von Kryptowährung mit Hebel, ist von nun auch auch bei Binance möglich. Du als Anleger weißt natürlich: Margin Trading erhöht zunächst einmal Dein Risiko und Gewinnchancen bleiben ohne belastbares Hintergrundwissen ein Glücksspiel.
  • Noch wichtig: Algorand (ALGO) launcht im Juni 2019 und weckt Erwartungen, dass hier ein neuer Superstar unter den Kryptowährungen heranwächst. Doch obwohl ALGO auch schnell bei führenden Kryptobörsen wie Binance und Coinbase Pro gelistet wird, verwandelt sich der anfänglichen Hype schnell in eine Tragödie. ALGO stürzt ab und ist Ende 2019 für Anleger zu einer einzigen Enttäuschung geworden, ohne realistische Ideen für ein Rettungsmanöver.

Juli 2019

  • Der Juli 2019 beginnt damit, dass aus deutscher Sicht die CDU/CSU-Fraktion im Bundestag ein über weite Strecken progressives Positionspapier zur von der Großen Koalition geplanten Blockchain-Strategie vorlegt. Doch die Vorschusslorbeeren aus der Kryptobranche sind verfrüht – als in Berlin im September wirklich ein Kabinettsbeschluss steht, ist die praxisnahe Generation von Politikern längst überstimmt, obwohl sie der gleichen Partei wie Bundeskanzlerin Angela Merkel angehören.
  • Ebenfalls aus der Politik: US-Präsident Donald Trump feuert auf Twitter gegen Kryptowährungen . Und auch wenn seine Auslassungen zunächst nicht von allen ernst genommen werden, legt sich ein Schleier über Optimismus, dass das offizielle Amerika einen offenen Kurs in Sachen Bitcoin, Facebook Libra und Co. fahren könnte.
  • Geldpolitik zum Dritten: Christine Lagarde, welche den Vorsitz bei der Europäischen Zentralbank übernehmen wird, gilt als kryptofreundlich. Seitdem vergeht kaum ein Auftritt von Lagarde, bei der sie anmahnt, die Vorzüge digitaler Währungen zu begreifen und diese nicht nur als Bedrohung des klassischen Währungssystems zu sehen.
  • Bei IOTA kommt mit der Trinity Wallet endlich eine offiziell unterstützte Wallet aus der Beta-Phase. Was IOTA-Fans begeistert, beurteilen IOTA-Skeptiker anders. Trinity sei längst überfällig und Hinweis darauf, wie langsam die Mühlen bei IOTA mahlen.
  • Währenddessen macht Coinbase-Konkurrent Binance zum zweijährigen Firmenjubiläum Schlagzeilen damit, auf BNB im Milliardenwert zu verzichten und sie zur Stützung und Inflationsbekämpfung zu verbrennen. Dem BNB tut dies gut und er wird über das Gesamtjahr 2019 ein heimlicher Star im Portfolio cleverer Anleger.
  • Ob es die Sommerhitze war, die Vitalik Buterin dazu verleitete, völlig überraschend vorzuschlagen, wegen der Schwierigkeiten mit der Skalierung der Ethereum-Blockchain die von Bitcoin Cash (BCH) als Ergänzung zu nutzen? Wir wissen es nicht, doch der absurde Vorstoß von Buterin kratzt an seinem Image und verdeutlicht, wie umstritten die geplante Umstellung auf Ethereum 2.0 ist.
  • Nur auf hochsommerliche Temperaturen lassen sich im Juli 2019 die Schwierigkeiten bei IOTA nicht zurückführen. Mit Sergey Ivancheglo aka Come-from-Beyond/CFB verlässt ein weiterer prominenter Kopf die IOTA Stiftung und in Sachen Coordicide muss eingeräumt werden, dass man ohne Hilfe von außen auf der Stelle tritt.

August 2019

  • Gleich weiter mit IOTA im europäischen Sommer: Die Diskussion um Coordicide verlässt endgültig den sachlichen Rahmen, das deutschsprachige Tangleblog geht durch Gründer Steffen Vogt aka Limo die renommierte Sicherheitsforscherin Sarah Jamie Lewis unter der Gürtellinie an. Als Limo für sein Tangleblog eine Denkpause ankündigt und sich entschuldigt, war ihm vielleicht bereits bewusst, zu weit gegangen zu sein. Ende November jedenfalls verkündet er das Ende für Tangleblog und da er das durchaus offenherzig erklärt, wollen wir nicht vergessen, dass ihm in besseren Momenten gelang, IOTA von außen zu beschreiben.
  • Bei Bakkt Bitcoin Futures gibt es die offizielle Zulassung und mit dem 23. September ein Datum für den Start. Doch BTC selbst schwächelt schon wieder und verlässt mit unter 10.000 US-Dollar die Komfortzone.
  • Exit Scam bei PlusToken und auch leichtgläubige deutsche Anleger sind betroffen. Die Gesamtbeute der mutmaßlich Verantwortlichen bei PlusToken soll 3 Milliarden US-Dollar übersteigen. Die Masche: Wieder einmal ein Pyramiden-System, welches auf der Gewinnung von Neukunden und nicht haltbaren Gewinnversprechen aufbaut.
  • Die Euphorie um Facebook Libra bekommt erste Risse, das Konsortium bröckelt. Was im August 2019 ohne konkrete Namen aus gutinformierten Kreisen nach draußen dringt, bestätigt sich dann im Oktober. Mit PayPal, Visa und Mastercard verlassen die drei wichtigsten Partner aus der Finanzbranche die Allianz hinter Facebook Libra. Ein Grund: Weltweit machen Regulierungsbehörden ihre Vorbehalte gegen einen privaten organisierten Stablecoin Libra mit potenziell Milliarden Nutzern mobil.

September 2019

  • Binance macht seinem Ruf als führende Kryptobörse alle Ehre und führt mit Lending und Bitcoin Futures gleich zwei neue Angebote ein, die von Kunden gewünscht und bestens angenommen werden. Als Trend ist erkennbar: Kunden von Kryptobörsen wollen aus einer Hand mehr Services erhalten als bloß den einfachen Tageshandel.
  • Das seit langen kritisch betrachtete Verkaufsprogramm bei Ripple, mit dem der Stiftung quartalsweise automatisch 1 Milliarde XRP zugeteilt werden und diese die meist auch teilweise zu Geld macht, lässt Anlegern den Kragen platzen. Die künstlich herbeigeführte Inflation bei XRP müsse sofort beendet werden, ansonsten wolle man sich durch einen Hard Fork unabhängig machen, fordert eine Petition, die viel Anklang in der Ripple-Gemeinde findet. Eine Entschädigungszahlung von Ripple an Mitgründer Jed McCaleb von 100 Millionen XRP verstärkt die Befürchtungen von Wertverlust bei Ripple.
  • Aus China kommen erste Anzeichen, dass die Regierung in Peking ihre kryptofeindliche Haltung überdenkt und stattdessen zum staatlichen Vorreiter werden möchte. So könnte die chinesische Notenbank in näherer Zukunft einen offiziell gestützten Stablecoin launchen, heißt es.
  • Bakkt Bitcoin Futures starten tatsächlich, doch die erste Handelswoche lässt enttäuschte Gesichter zurück. Der erhoffte Ansturm institutioneller Anleger auf das Finanzprodukt in regulierter Umgebung stellt sich zunächst nicht ein, doch in den kommenden Wochen kann Bakkt langsam Fahrt aufnehmen.
  • IOTA sieht eine Chance darin, sich an den Open-Source-Star Linux anzuhängen und kündigt eine vertiefte Kooperation an. Bei diesem Vorstoß ist Linux unter den Partnern der deutlich Stärkere, was sich aus der Zusammenarbeit für IOTA wirklich entwickelt, wird frühestens 2020 zeigen.
  • Der Kurs von Bitcoin rutscht im September wieder unter die symbolstarke Marke von 10.000 US-Dollar und zieht wie gewohnt als Leitwährung die Mehrheit der großen Altcoins mit sich in die Negativbewegung. Zwar deutet sich kein so drastischer Kryptowinter wie im Vorjahr an – doch auch Hoffnungen auf neue Allzeithochs haben sich für 2019 zerschlagen.
  • Zum Schmunzeln: Kim Dotcom will einen K.im als neue Kryptowährung bei Bitfinex launchen. Ja genau: Der deutschstämmige „Kimble“, der wohl Millionen mit Filesharing Diensten eingenommen hat und für Copyrights meist nur Spott übrig hat. Schon wenige Wochen später wird das Projekt wieder eingestampft, zur IEO kommt es glücklicherweise nicht.

Oktober 2019

  • Binance hält das Tempo bei seinen kundenfreundlichen Neuerungen hoch und belegt das Thema Staking offensiv. Der Einstieg von Staking bei TRX via Binance ist spektakulär, avanciert die Kryptobörse doch damit im Sinne ihrer Kunden auf Anhieb zum mit Abstand wichtigsten Super Node bei TRON. Insgesamt bietet Binance Ende 2019 bereits für rund ein Dutzend Kryptowährung, die Staking erlauben, die unkomplizierte Umsetzung für Kunden-Guthaben an und setzt sich dadurch positiv von Mitbewerbern ab.
  • EOS darf sich über die Beilegung eines Rechtsstreits mit der mächtigen US-Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) freuen. Für die strittige ICO von EOS aus 2017/18, bei der 4 Milliarden US-Dollar eingesammelt wurden, bezahlt Block.one als die Firma hinter EOS nun lediglich 24 Millionen US-Dollar Strafe. 2019 gelang es etwa auch Tezos (XTZ), sich außergerichtlich aus der Falle zu befreien, die in den USA droht, wenn ein Projekt als Security Token eingestuft wird, und erlebte daraufhin eine Art Comeback. Bei anderen Kryptowährungen pendelt das Damoklesschwert SEC aber noch, populäres Beispiel ist Ripple (XRP), wie die Einschätzungen des neu geschaffenen Crypto Rating Councils zeigen.
  • Ein anderes Beispiel für die Macht der SEC verdeutlicht der Fall TON, ein vom Messenger Telegram entwickelter Altcoin, der bei Pre-Sales mindestens 1,7 Milliarden US-Dollar einspielte. Doch TON (Telegram Open Network) wird bis Ende 2019 auf keiner großen Kryptobörse gehandelt, weil die SEC schon vor einem offiziellen Start in aller Deutlichkeit ihr Veto einlegte. Die USA werden, das lässt sich als Trend feststellen, für Teile der Kryptobranche zum gefährlichen Terrain, wenn die SEC ihre Muskeln spielen lässt, weil erhebliche Geldstrafen drohen können.
  • Von IOTA gibt es im Oktober 2019 Positives zu vermelden: Bei Coordicide sind kleinere Fortschritte zu verzeichnen und der US-Ableger von Binance befreit IOTA aus der zwischenzeitlichen Misere, nicht mehr in den USA auf zugelassenen Kryptobörsen gehandelt zu werden. Zudem listet die deutsche Krypto-Plattform Bitcoin.de IOTA.
  • China macht offiziell, was sich bereits abgezeichnet hatte: Als Präsident Xi Jinping anordnet, dass sich sein Riesenreich an die Spitze der Blockchain-Revolution setzen soll, schnellt der Kurs von BTC kurzfristig nach oben. Hinter den Kulissen bedeutet dies aber auch chinesische Aufräumarbeiten, selbst Branchenriesen wie Binance bekommen anscheinend Probleme mit ihren Plänen für das Reich der Mitte. Die Botschaften aus Peking deuten in die Richtung: Wer in China in der Kryptobranche mitmischen will, muss sich an die Regeln der kommunistischen Volksrepublik halten, Wildwuchs wird nicht mehr geduldet.

November 2019

  • Die Idee eines digitalen Euro, der als Stablecoin von Notenbanken verantwortet wird, schwirrt schon seit geraumer Zeit durch den Raum. Zum Jahresende 2019 werden gewichtige Stimmen lauter, die fordern, aus der Idee schnell Wirklichkeit zu machen. Der Deutsche Bankenverband etwa setzt sich für einen E-Euro ein und wenig später kündigt Frankreich schon für 2020 einen Testlauf an. Da auch EZB-Präsidentin Christine Lagarde solchen Plänen etwas abgewinnen kann, stehen die Chancen gut, dass ein digitaler Euro schneller als gedacht kommt. Es ist wohl Facebook Libra als mögliche private Konkurrenz, der Dynamik in die Angelegenheit gebracht hat.
  • Aus der Reihe selbst ernannter deutscher Krypto-Experten mit Hang zu unlauteren Geschäften: Jörg Molt gerät ins Visier der Kryptoszene, weil er sich als Erfinder von Bitcoin gebärt, in Wirklichkeit aber wohl als Hochstapler das Vertrauen von Anlegern missbraucht. Nicht viel besser ergeht es Harald Seiz als Mastermind hinter KaratGold (KBC), dessen Versprechen von goldgestütztem Altcoin unter anderem die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und die Staatsanwaltschaft auf den Plan rufen.
  • Kurz gemeldet: Binance erlaubt Margin Trading für IOTA und macht IOTA so für Daytrader spannend. Block.one als Initiator von EOS nimmt Stimmrechte wahr und verabschiedet sich dadurch von Rolle einer unparteiischen Instanz. Ripple freut sich, weil der Überweisungsdienstleiter TransferGo 2020 XRP einsetzen will.

Dezember 2019

  • Kurz vor dem Jahreswechsel beruhigt sich die Nachrichtenlage aus der Welt von Bitcoin und Co.. Ethereum führt trotz Unkenrufen im Vorfeld letztendlich problemlos sein Upgrade Istanbul durch.
  • Massive Personalkürzungen bei Lisk (LSK) stehen exemplarisch dafür, dass der schleichende Kursverfall von BTC, der unter 7.000 US-Dollar führt, die gesamte Branche in Schwierigkeiten bringt.
  • Ebenso exemplarisch ist eine 51-Prozent-Attacke bei Vertcoin (VTC). Im Jahresverlauf hatte es solche Attacken etwa auch bei Ethereum Classic und bei Bitcoin Cash gegeben. Die Lehre für Dich als Anleger daraus: Die Risiken von 51-Prozent-Attacken sind nicht abstrakt, sondern solche Szenarien werden gerade bei kapitalschwachen Kryptowährungen auch umgesetzt.
  • Ein Kurseinbruch bei MATIC verdeutlicht: Kleinere Kryptowährungen sind dem Spiel der Märkte im Ernstfall tendenziell ziemlich hilflos ausgeliefert, im konkreten Fall verliert ein überwiegend positiv betrachtetes Projekt seinen Nimbus, ähnlich wie zuvor ALGO.

Fazit: Mit dem Wissen von 2019 nach vorne schauen

Wir möchten Dich ausdrücklich ermutigen, aus den Ereignissen im Kryptojahr 2019 Deine eigenen Schlüsse zu ziehen. Einige Prognosen für 2020 seien uns dennoch erlaubt:

  • Binance zementiert seine Rolle als Kryptobörse Nummer Eins weltweit. CZ und seinem Team gelang es 2019, die Konkurrenz durch Innovation zu distanzieren und parallel den BNB zu stärken. Neu gestartete Kryptobörsen gab es 2019 zwar zuhauf, doch keine davon wuchs bislang aus den Kinderschuhen heraus.
  • Bei den Hardware Wallets als unverzichtbares Ausrüstungsstück für Krypto-Anleger hat Ledger mit Nano X den neuen Standard gesetzt und Features wie Staking lassen die Konkurrenz von Trezor ins Hintertreffen geraten.
  • Die von Facebook Libra angestoßene Diskussion um internationale Stablecoins treiben die staatliche Geldpolitik an, ein E-Euro scheint in Reichweite und auch in China könnte ein ähnliches Modell durchstarten. Ob Facebook Libra wirklich 2020 launcht, ist zweifelhaft. Doch als Pluspunkt bleibt in jedem Fall: Kryptowährungen als logische Alternative zu Fiat sind kein Nischenthema mehr, sondern setzten sich im Mainstream fest.
  • Mit Hochstaplern, Hackerangriffen, 51-Prozent-Attacken, zweifelhaften ICOs und ähnlichen unangenehmen Begleiterscheinungen im wachsenden Kryptomarkt ist auch 2020 zu rechnen. Regulierte Umgebung, vernünftige Gesetzgebung und nicht zuletzt Hardware Wallets bieten privaten Anlegern einen gewissen Schutzwall.
  • Steigen institutionelle Anleger im großen Stil in den Kryptomarkt ein? Die oft geäußerte Hoffnung hat sich 2019 trotz Bakkt Bitcoin Futures nicht erfüllt, frisches Kapital als Preistreiber bleibt bislang weitgehend aus. Hierzulande könnten klassische Banken nach einer Gesetzesänderung den Kauf- und Verkauf von BTC und anderen Kryptowährungen für Privatleute enorm pushen – doch ob sie das auch tun werden? Angst besteht bei konservativ denkenden Bänkern vor den großen Kursschwankungen, ob nun im Privatkundengeschäft oder im institutionellen Handel.
  • Das Datum auf welches die gesamte Kryptoszene 2020 wartet, ist das Bitcoin Halving Mitte Mai. Die Prognosen gehen von einem Run auf BTC im zeitlichen Umfeld aus und sehen Kursziele von 40.000 bis 100.000 US-Dollar pro BTC für 2020 als realistisch. Aber auch 2019 hat gezeigt: Viele Vorhersagen sind zu kurzfristig angelegt. Breiter und längerfristig angelegte Studien und Analysen haben deutlich mehr Charme, sie trennen Spreu und Weizen nachhaltig.

Wir verabschieden uns an dieser Stelle natürlich nicht in den Winterschlaf, sondern halten Euch auch künftig aktuell auf dem Laufenden dazu, was sich so alles tut bei Bitcoin, seinen Nachahmern und der Kryptobranche allgemein. Statt eines vorläufigen Schlussworts: BTC hat seit 1. Januar 2019 seinen Kurswert mehr als verdoppelt und zwischenzeitlich sogar mehr als verdreifacht. Damit schlug BTC das Gros anderer Anlagemöglichkeiten überdeutlich.


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